Essen & Trinken
auf Reisen


Venedig und das Veneto


Venedig Cicchetti: Ein Fischstand auf dem Markt
Fisch auf einem Markt in Venedig

Venedig Cicchetti: Der Campanile im Zentrum
Im Schatten
des Campanile


Venezianische Cicchetti

Die feinen Happen zwischendurch

Venedig ist ein teures Pflaster, das weiß jeder Tourist oder erfährt es doch spätestens dann, wenn er ein Bier trinken will. Besonders in Sichtweite von Markusplatz oder Rialtobrücke erreichen die Preise astronomische Höhen.

Teure Tradition

Erst recht in so berühmten Häusern wie dem "Caffè Florian", in dem ein Cappuccino am Tisch mal eben 14 Euro kostet, wenn der Mann am Piano spielt. Wie überall in Venedig ist das Essen und Trinken im Sitzen deutlich teurer als an der Theke. Da machen Traditionshäuser keine Ausnahme.

Kulinarische Paradiese

Wer Venedig nahezu still und manchmal fast menschenleer erleben will, der verlässt die "Bannmeile" um Markusplatz und Rialto und begibt sich in die Stadtteile San Polo oder Dorsoduro.
Dort findet, wer sucht und den Blick in kleine Gassen und dunkle Hauseingänge nicht scheut, typische Bácari, die ihren Namen dem Weingott Bacchus verdanken. Es sind Weinschenken, Treffpunkte für Einheimische, Stammkneipen eben. Hier werden politische Ereignisse ebenso diskutiert wie persönliche Probleme oder der Wasserstand in der Lagune.

Hausgemachte Häppchen

Die Bacari liegen gut versteckt in Venedigs winzigen Gassen, und entpuppen sich mitunter als kleine kulinarische Paradiese. Was man bereits an der Vielfalt der kleinen "Teilchen" erkennt, die in Glasvitrinen verführerisch arrangiert sind.
Cicchetti [tschiketti] heißen die leckeren, hausgemachten Kleinigkeiten, die entfernt mit spanischen Tapas zu vergleichen sind. Kleine Brotscheiben sind belegt mit Gemüse oder Salat, darauf gehäuft sind fein aromatisierte Käse- oder Quarkcremes in unterschiedlicher Konsistenz. Es gibt Fischmousse in allen Variationen, dazu Oliven, Kapern, Tomaten, frittierte und eingelegte Gemüsehäppchen, Fleischfrikadellen, Presssack mit Polenta, geröstete Brotscheiben mit Salami oder Schinken.

Spezialität: eingelegte Sardinen

Die Vielfalt ist nahezu unbeschreiblich, jedes Bácaro hat seine eigenen Spezialitäten, erst recht, wenn eine "Mamma" in der Küche steht. Natürlich gibt es auch warme Cicchetti, gefüllte Täschchen und belegte Törtchen, Fleischhäppchen in Sauce oder frittierte Tintenfische, warme Pilze, Gemüse und kleine, mürbe Kuchenstücke.
Per Fingerzeig werden gefüllte Datteln serviert und die mit Zwiebeln, Essig, Öl und Pinienkernen eingelegten Sardinen, neben der Stockfisch-Mousse eine besondere venezianische Spezialität.

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Köstlichkeiten im Dreieck: Tramessini

Zwischen zwei dreieckigen, randlosen, weißen Toastbrotscheiben werden Schinken, Tomaten, Käse, Thunfisch, Salami und Meeresfrüchte geschichtet, verbunden durch feinste Remouladen: Tramezzini heißen diese mundgerechten Köstlichkeiten mit Krebsfleisch, Rucola oder Radicchio, die auf der Zunge zergehen und nichts, aber auch gar nichts zu tun haben mit den hierzulande käuflichen, gleichnamigen Toastscheiben in Plastikverpackungen.

Ombra mit Geschichte

Zu den kleinen Häppchen trinkt man ein Ombra, ein Schlückchen (100 Milliliter) roten oder kühlen weißen Wein. Kein Luxusgetränk, sondern einfache, ehrliche Tropfen. Ombra heisst Schatten und hat eine Geschichte:
Apulische Weinhändler kamen Mitte des 19. Jahrhunderts mit ihren Fässern nach Venedig, um ihren Wein auf der Piazza San Marco zu verkaufen. Um ihn kühl zu halten, folgten sie stets dem Schatten des Campanile.

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