Buchtipp


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"Wie man bei Windstärke 10 stilvoll eine Tasse Tee trinkt"
Mick Conefrey


Malik - Verlag 2007
288 Seiten
16.90 Euro
Mai 2008
brosch. 8 Euro


"Wie man bei Windstärke 10 stilvoll eine Tasse Tee trinkt"

Mick Conefrey"


Hobby-Bergsteiger und Trekkingfans, Kreuzfahrer und Wanderer - sie alle finden in diesem Buch nicht immer ganz ernst gemeinte Tipps und Ratschläge. Berichtet wird von Abenteuern wagemutiger Männer und Frauen auf der Suche nach den weißen Flecken auf der Erde.

Exzentrik bei Windstärke 10

Zunächst stellt sich berechtigterweise die Frage, ob man bei Windstärke 10 überhaupt an Tee denkt - oder nicht eher daran, was es alles festzuhalten gilt. Äußerlich und innerlich. Aber in diesem kleinen Kompendium über das geheime Wissen der Abenteurer und Entdecker geht es erst in zweiter Linie um praktische Ratschläge. Es sind eher die Kuriositäten, die der Autor in Aufzeichnungen und Erinnerungen großer Reisender gefunden hat, die belegen, dass Entdeckerlust durchaus mit einer gewissen Exzentrik zu tun hatte:
Die britische Forscherin Mary Kingsley erklärte, sie würde im Ausland nichts tragen, was nicht auch für zuhause gut genug sei und so reiste sie in viktorianischer Zeit in einem langen schwarzen Kleid nach Westafrika. Ihr Landsmann Samuel Baker hatte einen Tweedanzug in seiner Expeditionsgarderobe. Gelegentlich zeigte er sich auch mit einem Kilt ...

Süchtig nach Abenteuer

Polarforscher und Bergsteiger, Wüstenreisende und Entdecker - sie alle wurden getrieben von Neugier und Leidenschaft, waren süchtig nach Abenteuern, die sich häufig als lebensbedrohlich entwickelten. Denn niemand wusste wirklich, welche Krankheiten, natürlichen Hindernisse, bösartige Tiere oder extremen Klimabedingungen ihn in Afrika, am Südpol oder am Mount Everest erwarten würden. Aber selbst Warnungen Einheimischer wurden häufig in den Wind geschlagen. Die Abenteuerlust war wichtiger, koste es was es wolle - und sei es das eigene Leben.
Sie sollten langsam reisen und jede unnötige Anstrengung vermeiden, damit sie nicht noch mehr schwitzen. .... Die Wüste bereist man am besten in der kühlsten Tageszeit - in der Morgen- oder Abenddämmerung oder nachts .... Im Sommer kann die Temperatur am Boden 30 Prozent höher sein als in der Luft. Daher sollte man sich nicht auf den Boden, sondern auf einen Hocker oder einen Ast setzen.

Wettlauf mit der Zeit

Höhen- und Seekrankheit, Tropenkoller, Skorbut und Erfrierungen, dazu Vampirfische, Piranyas und Riesenspinnen. Forschungsreisende hatten mit allem zu rechnen - von Meutereien, Konkurrenzen oder Einsamkeit mal ganz abgesehen.
Häufig war es ein Wettlauf mit der Zeit, wollte man am Südpol der erste sein und triumphierend die Fahne seines Landes hissen. Oder die Quellen des Nil finden, wie Richard Burton 1856.
Das Hauptproblem war, die Expedition überhaupt zu überleben. Die Reise führte durch ein Gebiet, wo Krankheiten grassierten und Insekten eine permanente Gefahr darstellten. Pest und Cholera waren weit verbreitet, Malaria eine ständige Bedrohung. Über weite Strecken waren die Männer so krank, dass sie getragen werden mussten.

Pioniere unter sich

Die Suche nach der Nilquelle ist nur eine legendäre Expedition, von der in diesem Buch erzählt wird: eine Pionierleistung ohne gleichen war auch die Kon-Tiki-Expedition, die Reise auf einem Floß. Natürlich die Erstbesteigung des Mount Everest, die Durchquerung Australiens oder die Enteckung der Südseeinseln. Von der Zusammenstellung eines Teams über Ausrüstung, Krisenmanagement, Fundraising, Vermarktung bis hin zu wesentlichen Überlebensstrategien versammelt dieses Buch Wissenswertes und Kurioses über das Abenteuer an sich und über berühmte Entdecker im besonderen - von Captain Cook über Thor Heyerdahl bis Reinhold Messner. Eine heitere Lektüre, bei der Amusement, Staunen und Entsetzen eng beieinander liegen.
Männer für gefährliche Reise gesucht. Geringer Lohn, eisige Kälte, monatelange Dunkelheit, ständig auf Fahrt. Wohbehaltene Rückkehr ungewiß. Im Erfolgsfall Ehre und Anerkennung.

(Christiane Schwalbe)