

Kriminalroman 2007
Schünemann Verlag
14.50 Euro
Kriminalroman 2008
Schünemann Verlag
14.50 Euro
Der Roman heißt zwar "Gedankenmörder", aber es geschehen ganz reale Morde: an Hasen, Katzen, Ziegen und Menschen. Der Mörder weidet Tiere aus und schändet Frauenleichen. Als "Marken"zeichen hinterlässt er jedes Mal ein rotes Tuch. Aber das entdecken Kommissar Steenhof und seine Kollegin natürlich erst mit der Zeit.
Nach und nach knüpfen sich Verbindungen der Todesfälle und Tatorte, die auf den ersten Blick überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Zunächst ermittelt die Bremer Mordkommission nur im Fall einer geschändeten Frauenleiche in der Pathologie des Krankenhauses West. Dann kommt eine clevere Journalistin ins Spiel, die selbst beste Informationen hat, und so stößt das Ermittlungsteam auf einen weiteren merkwürdigen Fall, der vertuscht werden sollte.
Die Autorin verfügt über Insiderwissen und baut es geschickt in die Handlung ein: Wie arbeiten Journalisten mit Kriminalbeamten zusammen und umgekehrt, wo ist ein Informationsaustausch notwendig und legal, wann sollte sich die Presse mit reißerischen Schlagzeilen lieber zurückhalten? Über den mühseligen Alltag der Ermittlungen schreibt Rose Gerdts-Schiffler ebenso wie über unbegreifliche Perversitäten sadistischer Täter.
Es geht um Täterpersönlichkeiten, aber auch um die inneren und äußeren Konflikte der handelnden Personen: Kommissar Steenhoffs Tochter gerät in große Gefahr, seine Kollegin Petersen, Iranerin und lesbisch, wird von ihrem Bruder verfolgt und Steenhoff selbst lernt, dass ein Gedankenmörder seine bestialischen Fantasien irgendwann auch ausleben will.
Die Spannung entwickelt sich zwar ein bisschen schleppend und die Dialoge wirken vor allem im ersten Teil mitunter recht künstlich und konstruiert, aber zu keinem Zeitpunkt möchte man diesen Kriminalroman beiseite legen. Schon gar nicht auf den letzten 80 Seiten, als die Handlung sich in besonderer Dramatik auch für Steenhoff persönlich zuspitzt.
(Christiane Schwalbe)