

Kaleidoskop Verlag 2007
120 Seiten
9,95 Euro
Viele typische Gerichte haben ihren Ursprung in der Geschichte Venedigs als Seefahrermacht und Handelsrepublik. Auch die geografische Lage als Pufferregion zwischen den Zivilisationen Westeuropas und Asiens prägte die kulinarischen Traditionen.
Es gibt vier wesentliche kulinarische Säulen: Polenta, Reis, vor allem als Risotto zubereitet, Bohnen und Baccalà, der ohne Salz getrocknete Kabeljau.
Gewürze spielen eine wichtige Rolle, aus gutem Grund: Unter anderem der Gewürzhandel brachte der schon im Jahr 1000 bedeutenden Seemacht Venedig Wohlstand und der Küche orientalische Einflüsse. Von raffinierten (und damals noch unbekannten) Gewürzen berichtete bereits der berühmte Seefahrer und Venezianer Marco Polo.
Die Küche Venedigs ist dominiert von feinen exotischen Gewürzen und natürlich von Fisch und Meeresfrüchten. Vor allem die Seespinne ist eine beliebte und typisch venezianische Vorspeise. Aber auch eingelegte Sardinen, Muscheln, kleine Krabben und das aus Stockfisch hergestellte luftige Mousse sind begehrte Zutaten für die typischen Cicchetti.
Risi Bisi oder 'Fegato alla veneziana', Stockfischmousse und süß-sauer marinierte Sardellen, Rindercarpaccio, Tintenfische in eigener Tinte und Muscheln in Wein sind typische Spezialitäten, die leicht und schnell zuzubereiten sind. Etwas komplizierter wird es bei Fleischgerichten, für die traditionell vor allem Huhn, Gans, Pute und Ente in den Topf kommen.
Mehr als 60 landestypische Rezepte präsentiert das Venedig-Kochbuch: Antipasti, Gemüse, Fisch, Fleisch und Dolci. Dazu Informationen über Wein, Gewürzhandel, Kaffee, Venedigs Osterien, die jüdische Küche und den berühmten "Carnevale" - alles reich bebildert, verständlich erklärt und mit einem Extra-Zubereitungstipp ergänzt.
(Christiane Schwalbe)