

Seehammer Verlag
10 Euro
Auf dem Teller landet der jungfräuliche Hering üblicherweise mit Bohnen, Speckstippe und Kartoffeln. Man kann ihn buchstäblich von der Hand in den Mund essen, aber auch Besteck ist nicht verboten. Und: Man kann ihn durchaus variationsreich zubereiten.
Dabei hilft ein Kochbuch, das die bewegte Geschichte dieses vom Arme-Leute-Hering zur Feinschmecker-Köstlichkeit gewandelten Fisches erzählt, der erstmals Ende des 14. Jahrhunderts ins Salzfass wanderte, damit haltbar wurde und transportfähig. Damals war der Matjes noch Salzhering und nur gewässert genießbar.
Begehrt als lukratives Handelsobjekt, störten Seeräuber diesen Gewinn versprechenden Handel empfindlich. Im 17. und 18. Jahrhundert verdienten niederländische Heringsbarone ein Vermögen mit dem begehrten Fisch und der Alte Fritz befahl seinen Soldaten sogar, Hering zusammen mit Kartoffeln zu essen - eine höchst gesunde Speise, bis heute.
Die Rezeptempfehlungen lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen: kleingeschnittener Matjes in einem Apfel-Honig-Sud, als Doppelfilet mit grünen Bohnen und Kartoffelpüree, einfach nur mit einer Portion Speckzwiebeln serviert, als Einlage in einem erfrischenden Gurkensüppchen oder asiatisch, als Sushi-Häppchen.
Matjes läßt sich vielfältig und fantasievoll zubereiten, auch ganz arabisch mit der Kichererbsenpaste Hummus in einem Fladenbrot verstecken, mit griechischem Tzatziki oder einem Salat aus roten Linsen und Radicchio servieren.
(Christiane Schwalbe)