Bremen Umgebung


Urwald Hasbruch
Hude


Am Forsthaus
27798 Hude

Bild aus dem Urwald Hasbruch, Bizarre Wurzeln, Wildeshauser Geest, Hude, Freizeit Bremen umzu

URWALD HASBRUCH
Bizarre Wurzeln


Bild aus dem Urwald Hasbruch, die Friederiekeneiche Wildeshauser Geest, Hude, Freizeit Bremen umzu

Die Friederiekeneiche



Bild aus dem Urwald Hasbruch, Frauen-Skulptur von Wolf E. Schulz, Wildeshauser Geest, Hude, Freizeit Bremen umzu

Skulptur von
Wolf E. Schulz




17292

"Spaziergang im Urwald Hasbruch"

Es gibt mitten in Norddeutschland zwischen Bremen und Oldenburg einen Urwald, in dem die Bäume wachsen, fallen und vermodern, ohne dass der Mensch eingreift. Der Hasbruch am Rande der Wildeshauser Geest, kurz vor Hude, ist ein geschlossenes Waldgebiet, 630 Hektar groß, mittendrin ein Naturdenkmal der besonderen Art, der "Urwald".

Historischer Wald

Forstleute nennen ihn "historischen Wald". Seit 150 Jahren wird er weder entwässert noch gerodet und bleibt weitgehend sich selbst überlassen. Deshalb betritt man ihn auch auf eigene Gefahr, wie Hinweisschilder warnen. Sonst gibt es nur wenige, verwitterte Holzschilder, die auf ein paar schnurgerade Wege verweisen, die den Wald wie Schneisen durchziehen. Von hier aus schlägt man sich auf kleineren Wegen in die Büsche, um im Urwald alte Eichen, bis zu 400 Jahre alte Hainbuchen, mit altem Laub bedeckte Lichtungen, bemooste Baumsümpfe, seltene Pflanzen und Käfer zu entdecken.

Dunkle Riesen

Dieser Urwald ist sehenswert und auch ein bisschen unheimlich, wenn der Wind durch die hohen Baumkronen fegt oder das Sonnenlicht durchs Blattwerk der alten Eichen und Buchen flirrt, die hier in zum Teil absonderlich verdrehten und grotesken Formen wachsen, umgefallen und gebrochen sind, wie dunkle Riesen auf dem Waldboden liegen, zum Teil hohl, mit herausgerissenem Wurzelballen und gespenstisch hochgereckten Ästen. Es riecht würzig nach Pilzen und Laub, nach Moder und Blattwerk, es knackt im Dickicht, Eichhörnchen flitzen die Baumstämme rauf und runter, Vögel flattern auf, weit entfernt bellt ein Hund.

Über 1000 Jahre alt

Uralte Eichen stehen hier, die älteste ist 1200 Jahre alt. Sie heißt Friederiekeneiche, benannt nach der Tochter eines Oldenburger Großherzogs. Die Sage erzählt, dass einst attraktive Offiziere aus Oldenburg hierher kamen, um mit den Töchtern des Försterehepaares auf der Liebesallee durch den Wald zu spazieren. Kamen sie Händchen haltend zurück, war die Ehe sicher. (Quelle: Der Ausflugsverführer - Region Bremen. ars vivendi 2006)

Niedersachsens älteste Eichen

Stacheldraht schützt die Friederiekeneiche vor unbefugten Kletterern, "bitte nicht betreten" liest man. Sie ragt hoch empor, breitet ihre üppige Krone aus. Der knorrige Baumstamm ist dick und schartig, voller Rillen, Furchen und Narben, weit ausladend streckt sich das bizarre Wurzelwerk drumherum, beliebtes Motiv für zahlreiche Maler und Dichter. Aus einem dicken Ast ragt ein Fremdkörper, man hat vor vielen Jahren versucht, hohle Baumäste mit Betonfüllungen zu retten. Aber auch dieser Baum wird absterben, wie die Amalieneiche, die 1982 mit 1250 Jahren vor Altersschwäche umkippte.

Bildhauerkunst aus Holz

Auf dem Weg zur alten Eiche steht auf einer Lichtung eine Holzskulptur, die der Huder Bildhauer Wolf E. Schulz aus einem Eichenstamm geschnitzt hat: Die Tochter der Urmutter Gaia, hochgereckt, mit üppigen Hüften und Brüsten. Ein paar Meter weiter, versteckt hinter dichtem Blattwerk, entdeckt man einen Mann aus Holz: Der "Unbewusste" hat keinen Körper. Als Torso sitzt ein unbehauener Baumstamm auf seinen Beinen.

Naturschgutzgebiet

Das Laubwaldrevier Hasbruch steht seit über 10 Jahren unter Naturschutz und ist inzwischen ein viel besuchtes ökologisches Kleinod, betreut von der "Gesellschaft der Freunde des Hasbruchs e.V." Erreichbar von den zwei Parkplätzen Am Forsthaus und Schwarzes Heck. Hier stehen auch Info-Tafeln mit Landkarten, die die Orientierung erleichtern. Unterwegs allerdings findet man sich recht schlecht zurecht und kann sich schnell verlaufen.