Bremer
Stadtteile West
Findorff

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Jan-Reiners-Park


Findorff im Bremer Westen

Findorff ist ein behaglicher und familienfreundlicher Stadtteil, den keine Industrie beeinträchtigt und in dem jeder Bewohner zumindest einen Kleingarten zur Wohnung oder gar sein eigenes Häuschen zu besitzen scheint. Große Teile Findorffs bestehen aus zweigeschossigen Reihenhäusern, dicht an dicht Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut, bezahlbar auch für Eisenbahner. Immer mehr junge Leute entdecken die Wohnqualität dieses anheimelnden Quartiers.

Von wegen Dorf

Findorff - mit Doppel F bitteschön. Denn der Name dieses Stadtteils hat nichts mit einem Dorf zu tun, darauf legen die Bewohner Wert. Jürgen Christian Findorff begann Mitte des 18. Jahrhunderts im staatlichen Auftrag mit der systematischen Kultivierung und Besiedlung des Teufelsmoores, weil der wilden Nutzung der Flächen ein Ende gesetzt werden sollte. Als "Moorkolonisator" gab er dem Stadtteil Findorff seinen Namen, denn hier trafen die Torfkanäle mit ihrer Fracht ein. Torf war auch in Bremen dringend benötigtes Brennmaterial.

Von Nürnberg bis Tarmstedt

Die Straßennamen haben etwas Besonderes, huldigen Sommer, Herbst und Winter und erinnern im einst bitter bekämpften Neubaugebiet Weidedamm an bedeutende Frauen: Ricarda Huch, Astrid Lindgren, Nelly Sachs, Annette Kolb. Auch Städte aus dem Süden Deutschlands sind hier auf Straßenschildern zu finden, u.a. Nürnberg, München, Regensburg, Starnberg. Aber mit Walsrode, Worpswede und Tarmstedt ist der Norden nicht vergessen.

Bremen-Tarmstedt

Mit Tarmstedt hat es eine besondere Bewandtnis: Von Bremen nach Tarmstedt fuhr früher die Jan-Reiners Bahn, benannt nach Johann Reiners. Er war Vorsitzender des landwirtschaftlichen Vereins Lilienthal und hatte Ende des 19. Jahrhunderts die Idee, mit einer Kleinbahn Torf zu befördern und die bisherigen Torfkähne abzulösen, die den wichtigen Brennstoff über die Torfkanäle von Worpswede bis nach Bremen transportierten. Endstation: Torfhafen Findorff.

Kunterbunter Grünmarkt

Gleich nebenan: der beliebteste Wochenmarkt Bremens, der Findorffmarkt, zu dem Bremer aus allen Stadtteilen kommen. Hier geht es bunt und lebendig zu, außer Obst und Gemüse gibt es so ziemlich alles, was man zum Leben braucht - oder auch nicht. Bauern aus der Region verkaufen hier ihre Ware, aber auch der Sockenhändler oder der Mann mit Nähgarn und Kurzwaren aller Art. Mittendrin gibt’s einen Stand mit Kaffee und Kuchen, denn eine Pause tut gut im Kaufrausch. Außerhalb der Markttage kauft man in der Hemmstraße ein.

Stadtteilgeschichte als Bunkerbild

Auf einem der drei Flachbunker in der Neukirchstraße ist eine typische Marktszene verewigt. Die Bunker wurden im Rahmen des Projektes "Kunst im öffentlichen Raum" mit typischen Findorffer Geschichten bemalt: Die harte Arbeit der Torfkahnfahrer ist ebenso zu sehen wie die nostalgische Jan-Reiners-Lokomotive.
Der ehemaligen Schmalspurbahn ist ein paar hundert Meter weiter am früheren Bahnhof Hemmstraße ein eigener kleiner Park gewidmet. Hier steht nicht nur eine prachtvolle Lokomotive, auch das Zubehör - Räder, Schienen, Schwellen – ist anschaulich zu Kunstwerken arrangiert.

Torfkahnfahrten am Wochenende

Der erste Bunker (am Weidedamm) ist inzwischen neu gestrichen und zum Kulturbunker umgebaut. Davor sitzt man gemütlich im Biergarten mit Blick auf den neuen Torfhafen. Früher war er Zentrum des Torfumschlags und reichte bis zur Kirche an der Hemmstraße. Heute ist er Ausgangspunkt traditioneller Ausflugs-Torfkahnfahrten.

Pumpwerk als Kulturzentrum

Findorff hat viele Traditionen und Attraktionen zu bieten: das Messegelände mit dem berühmten Sechstagerennen in der Stadthalle, den alten Schlachthof von 1882, der fast komplett abgerissen worden wäre und dessen übrig gebliebene Kesselhalle ein lebendiges Kulturzentrum geworden sind, ein riesiges Kleingartengebiet im Ortsteil Utbremen und mittendrin noch ein Kleinod, das 90 Jahre alte Pumpwerk. Es steht unter Denkmalschutz.

Zwischen Klo und Theater

Als Technik-Museum wird die 1994 stillgelegte Anlage vom Verein "Altes Pumpwerk e.V." und von "hanseWasser" gepflegt . Die alten, schwarz lackierten Pumpenaggregate sehen aus wie frisch poliert. In der großen Halle werden regelmäßig Konzerte, Theaterabende und Führungen veranstaltet - u.a. über die Technik- und Kulturgeschichte der Abwasserentsorgung in Bremen: "Von Seuchen und Schiete, von Hygiene und Technik".

Das Beste zum Schluss

Zum Stadtteil Findorff gehört auch die Bürgerweide, also ist die alljährlich im Oktober wiederkehrende 5. Bremer Jahreszeit eine traditionelle Findorffer Angelegenheit: 'Ischa Freimaak'!
Dann hängt am Bremer Roland auf dem Marktplatz ein riesiges Lebkuchenherz und der Bremer ist außer Rand und Band. Kaum zu glauben, aber wahr, und so stehen auf der Bürgerweide über 300 Schausteller jeder Art und warten auf ca. vier Millionen Menschen, die beim größten Volksfest im Norden mal so richtig einen drauf machen wollen.