
- Woltmershausen
- Rablinghausen

Sitzkissen

"Umklammerung"
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Kunst in Bremen Süd
Woltmershausen
Der Wind bläst hier tatsächlich, was wohl mit der Nähe zur Weser zu tun hat, an der sich Woltmershausen erstreckt. Aber das merkt man nicht wirklich. Erst ganz hinten, fast schon im Ortsteil Rablinghausen, gibt es einen schön angelegten Weseruferpark, von dort aus führt ein betonierter Weg direkt am Fluss entlang.
Vorher fährt man über die Woltmershauser Straße, von der es heißt, vor dreißig Jahren sei sie die längste Theke Bremens gewesen. (Hafen)arbeiter haben eben Durst. In den kleinen Seitenstraßen rechts und links wohnt man beschaulich und meist zweistöckig. Der Bremer wohnt gern im eigenen Häuschen, egal in welchem Stadtteil.
Woltmershausen hat nicht gerade viele heimelige Ecken, dafür aber einen originellen Marktplatz, auf dem goldene Sitzkissen zum Ausruhen einladen. Nur sind sie nicht gemütlich weich. Die Künstlerin Marianne Klein schuf sie aus Bronze und besprühte sie hinterher mit goldenem Autolack.
Woltmershausen ist von Industrie geprägt, von der Martin Brinkmann AG, von Häfen und Holzwirtschaft, vom Gaswerk mit seinem einst weithin sichtbaren Gasometer. Das zunächst ungeliebte Bauwerk wurde zu einem Wahrzeichen des Stadtteils, aber es steht nicht mehr. Geblieben ist nur der Straßenname "Beim Gaswerk", gleich hinter dem Woltmershauser Tunnel. Die Tabakfabrik Brinkmann, einst wichtigster Arbeitgeber, ist nur noch Lagerstandort.
"Ein Stadtteil in der Umklammerung von Industrie und Verkehr", so heißt ein Wandbild von Jürgen Schmiedekampf, das die Entwicklung von Woltmershausen künstlerisch nachzeichnet. Auf den Bunker an der Ecke Auf dem Bohnenkamp / Ochtumstraße sind Szenen aus dem Stadtteil gemalt. Da leuchtet das Gasometer in den Farben der rot-weißen Bremer Speckflagge. Da gibt es den Weserbadestrand noch, in den 60er Jahren durch eine steinerne Uferbefestigung ersetzt, als der Neustädter Hafen gebaut wurde. Daran erinnern große Hafenkräne im Bild..
Der Spazier- und Radweg direkt an der Weser führt bis zum Lankenauer Höft, der Landspitze zwischen Weser und Neustädter Hafen. Dort schipperte früher die Fähre 'Pusdorf' die Arbeiter zu den Werften nach Gröpelingen. Aber die Werften existieren auch nicht mehr, der Fährverkehr wurde 1981 eingestellt, Woltmershausen regelrecht "abgeschnitten".
Diesem Zustand arbeitet das Kulturhaus Pusdorf erfolgreich entgegen. Immer wieder werden Projekte gestartet, die sich mit der Geschichte des Stadtteils beschäftigen, aber auch die Gegenwart immer im Blick haben. Das Weserufer soll wieder schöner werden, man wünscht sich eine teilweise Renaturierung des Ufers und einen Badestrand. Die Fähre, so hofft und plant man, wird wieder fahren, wenn die 'Waterfront' gegenüber eröffnet. Dann wäre der Stadtteil an die Überseestadt angebunden.
Nachzulesen sind neueste Entwicklungen, Planungen und Aktionen im "Pusdorfer Blatt", das vierteljährlich erscheint und über die Menschen und ihr Leben im Stadtteil berichtet, über kulturelle und sportliche Veranstaltungen. Die Zeitung ist lebendiger Spiegel eines Stadtteils, der sich immer wieder ins Gespräch bringt.