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Skulpturen in Kattenturm

Obervieland Steinsetzer Bremen Kunst am Bau des Gemeinschaftszentrums Bremen, Freizeit Bremen
"Arster Steinsetzer"
von
Eberhard Szejstecki

Obervieland Bürgerhaus Gemeinschaftszentrum Obervieland Bremen Kunst am Bau des Gemeinschaftszentrums Bremen, Freizeit Bremen
Bürgerhaus
Gemeinschaftszentrum

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Kunst in Bremen Süd


Vier Dörfer, ein Stadtteil: Obervieland

Vor Urzeiten war hier an "Stadt" nicht zu denken. Die Gegend war wenig einladend, denn "Vie" ist niederdeutsch und bedeutet "tiefes, sumpfiges Land". Das hieß: Marsch- und Schwemmland, mittendrin der Fluss Ochtum.
Landschaftlich schöne "Reste" sind zwischen Huchting und Grolland im "Park Links der Weser" mit dem Fahrrad zu erkunden.

Jüngster Stadtteil

Obervieland ist der jüngste Stadtteil Bremens, 1962 durch die Zusammenlegung von Arsten, Habenhausen, Kattenesch und Kattenturm im Rahmen des "Gesamtplans linkes Weserufer" offiziell gegründet. Die linke Weserseite sollte belebt und bevölkert werden, mit 16 000 Wohnungen, einem Krankenhaus und einer Brücke, ohne die man nur auf Umwegen nach Obervieland gekommen wäre.

Schwester Karin

Das Krankenhaus "Links der Weser" wurde 1968 eröffnet. Der damalige Gesundheitssenator hatte sich für die Werbung eine lächelnde Karin ausgedacht, um den Mangel an Krankenschwestern zu beheben.
"Die schöne Karin versprach anderen jungen Damen einen attraktiven Beruf mit geregelter 47-Stunden-Woche und passablem Einkommen, von dem sich nicht wenige Schwestern sogar ein Auto leisten könnten." (Bremen und seine Stadtteile, Temmen-Verlag)
Damals war's ...&

Schnell und hoch

In den 60er Jahren baute man schnell und hoch, Schlafstädte auf der grünen Wiese. 1974 waren die letzten Hochhäuser fertig. Drei Jahre vorher konnte die Brücke befahren werden, die seit 1999 Karl-Carstens-Brücke heißt, aber nur “Erdbeerbrücke” genannt wird. Auf der anderen Seite, in den Ortsteilen Arsten und Habenhausen, gab es früher ausgedehnte Erdbeerplantagen.

Sozialer Brennpunkt

Der soziale Brückenbau gestaltete sich weitaus schwieriger. In der Schlafstadt Kattenturm wohnen Menschen mit geringem Einkommen, sozial Schwache, Arbeitslose und viele Migranten. Die Probleme solcher aus dem Boden gestampfter Hochhaussiedlungen sind hinlänglich bekannt. Inzwischen ist "nachgebessert" worden. Dennoch bleiben Probleme.

Dörfliche Geruhsamkeit

Kattenesch, Habenhausen und Arsten sind geruhsamere Ortsteile mit vielen Einfamilienhäusern und einem fast noch dörflichen Ambiente. Moderner geht es in Arsten-Südwest zu. Dieses Gebiet wurde in den 90er Jahren erschlossen und ist inzwischen komplett bebaut, vorwiegend mit Reihenhaussiedlungen und viergeschossigen Wohnblocks. Auch auf der grünen Wiese.

Einkauf nur im Zentrum

Man hat also teilweise dazu gelernt, aber mit der Infrastruktur hapert es bis heute. Das spürt jeder, der die Ortsteile erkundet. Einkaufszentren sind das Gewerbegebiet Habenhausen oder Kattenturm. Beide sind nicht schön, nur funktional, wie in allen Neubausiedlungen.

Kunst am Platz

Wer das Einkaufszentrum Kattenturm Richtung Theodor-Billroth-Straße über die Treppe verlässt, begegnet Skulpturen, die im Rahmen einer Bildhauerwerkstatt in der Strafanstalt Oslebshausen entstanden sind. Der weitläufige Platz gegenüber ist der Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beek gewidmet. Es ist eine ursprünglich künstlerisch gestaltete Anlage. Geblieben sind zwei Kreise, mit Bäumen und mit Weidenbüschen bewachsen.

Denkmal für die Steinsetzer

Mitten in Arsten erinnert ein klotziges Denkmal an einen Berufsstand, der sich hier wegen des boomenden Straßenbaus Ende des 19. Jahrhunderts besonders etablierte: Steinsetzer und Straßenbauer. Der Künstler schlug zwei kantige Arbeiterköpfe aus einem schweren Sandsteinblock.

Noch mehr Kunst

Zentraler Begegnungs- und Veranstaltungsort im Stadtteil ist das Gemeinschaftszentrum Obervieland, angeschlossen an das Schulzentrum. Auf der grünen Wiese lockt eine Anlage aus rotem Backstein mit farbigen Mosaiken, Friesen und Toren. Dieser Steingarten war zwar nicht als Spielplatz gedacht, wird aber so benutzt und dient auf diese Weise einem guten Zweck in einem Stadtteil, der nicht zu den begünstigten gehört.