Bremer
Stadtteile Süd
Kunst in der
Neustadt


- Alte Neustadt
-- (incl. Teerhof)
- Hohentor
- Neustadt
- Südervorstadt
- Gartenstadt Süd
- Buntentor
- Huckelriede
- Neuenland




Kunst im öffentlichen Raum Bremen, Mareike Seegers, Das Paar, Bremen Teerhof "Kunst im öffentlichen Raum Bremen"
Mareike Seegers (1999)
"Das Paar", Teerhof 37

mehr über .....
Kunst in Bremen Süd


Schnürschuh-Theater in der Neustadt Bremen, Freizeit Bremen
Schnürschuh-Theater
Buntentorsteinweg 145



Die Neustadt als Standort der Kunst und Kultur

Die Neustadt ist ein komplexer und vielseitiger Stadtteil Bremens, mit acht Ortsteilen besonders groß, außerdem bekannt für wichtige Industrien, die als Bremer Qualitätsmarken weltweit bekannt sind. Aber auch Kunst und Kultur haben in der Neustadt Standorte, die nicht nur im kleinsten Bundesland von sich reden machen.

Sammlermuseum auf dem Teerhof

Da ist in der “Alten Neustadt” beispielsweise das "Neue Museum Weserburg", Bremens renommiertes Sammlermuseum für internationale zeitgenössische Kunst. Es hat sich an der Bürgermeister-Smidt-Brücke auf dem Teerhof eingerichtet, in den ehemaligen Speicherhäusern einer Kaffeefirma. Hier stellen Kunstsammler privat ihre Werke für Ausstellungen zur Verfügung.
Im Stil dieser historischen Lagergebäude sind auch die Wohnhäuser auf dem Teerhof gebaut, einer Halbinsel, auf der früher Schiffe geteert wurden. Heute wohnt man dort zentral und ruhig, die Altstadt liegt direkt gegenüber, und Skulpturen als "Kunst im öffentlichen Raum" stehen direkt vor der Haustüre.

Shakespeare für alle

Kommt man über die Wilhelm-Kaisen-Brücke in die Neustadt, gelangt man zum Leibnizplatz, in dessen Mitte ein Gaukler aus Bronze scheinbar Wache hält. Er ist als Symbol zu verstehen, denn hinter ihm liegt das Theater am Leibnizplatz.
In einer alten Turnhalle der gleichnamigen Schule spielt die international bekannte "bremer shakespeare-company" bevorzugt Shakespeare-Stücke. Der Name ist Programm seit 1983, als sich die Schauspieltruppe gründete und seitdem selbst verwaltet, damals ein Novum in der Bremer Theaterlandschaft.

Alternative Theaterszene

Vom Leibnizplatz führt der Buntentorsteinweg in den Ortsteil Buntentor, der tatsächlich bunt und lebendig ist. Hier haben sich freie Theatergruppen etabliert.
Das Schnürschuhtheater hat sein Domizil im gelben Theaterhaus, nicht weit davon entfernt spielt das Junge Theater in der Schwankhalle, Buntentorsteinweg 112. Seit Jahren kämpfen die überaus engagierten Akteure immer wieder um ihre Existenz. Inzwischen gibt es mittelfristige finanzielle Zusagen aus der Kulturbehörde.

Bremer Modellprojekt

Mitte des 19. Jahrhunderts war das Buntentor ein Viertel der Zigarrenarbeiter. An diese Zeit erinnert an der Straßenbahnhaltestelle Kirchweg die Bronzeskulptur “Die Zigarrenmacher” von Holger Voigts. Sie wurde 1984 im Rahmen des Modellprojekts "Kunst im öffentlichen Raum" aufgestellt.
Zu diesem Projekt gehörte auch die Bemalung von Bunkern in Bremen, die Anfang der 80er Jahre immer dann für Aufsehen und Proteste sorgte, wenn der Krieg thematisiert wurde. Zum Teil stehen die hässlichen Betonklötze mitten in Wohngebieten – wie in der Kornstraße: Das Bild von Rolf Thiele “Idylle und Gewalt”, 1981 entstanden, verblasst langsam, die Farbe blättern ab.

Kunst in einer alten Brauerei

Das Bremer Modell, mit dem Künstler gefördert und Kunst-Räume in kunstarmen Stadtteilen erschlossen wurden, hat in der Bundesrepublik viele Nachahmer gefunden. Um die Fortführung der Künstlerförderung geht es der Städtischen Galerie im Buntentor, die 1985 die Räume einer ehemaligen Brauerei bezogen hat. Hier wird der Bremer Förderpreis für Bildende Kunst präsentiert, erstmals verliehen 1977.

Lebendig und vielfältig

Das Buntentor ist traditionell ein höchst lebendiges Quartier. Auch die Zigarrenmacher waren nicht nur dumpfe Malocher, ganz im Gegenteil. Sie gehörten keiner Zunft an und waren lohnabhängig Beschäftigte. Von ihrer politischen Vorreiterrolle erzählt das Buch, das aufgeschlagen zwischen den Bronzefiguren des Denkmals liegt.
“Ein Zigarrenmacher musste bis zu 1.000 Zigarren am Tag machen. Dafür musste er 12 - 14 Stunden arbeiten. Die Zigarrenmacher beschäftigten oft Vorleser, die ihnen bei der Arbeit aus Zeitungen und sozialistischen Schriften vorlasen. Auf diese Weise über das Zeitgeschehen informiert und gebildet, konnten sie sich schon früh für die Rechte der Arbeiter einsetzen. Sie bildeten schon 1849 ihre erste Gewerkschaft, gründeten Unterstützungskassen und ähnliches.”

Integration von Behinderten

Eine andere Vorreiterrolle spielt seit Jahren der Martinshof, Deutschlands größte Werkstatt für Behinderte, 1953 gegründet und nach dem Heiligen Martin benannt, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Hier werden seit Jahren erfolgreich Menschen mit Handicap integriert.
Jüngstes Beispiel ist 2008 eine neue Bremische Spezialität, der "Bremer Senatskaffee", kreiert vom Martinshof in Zusammenarbeit mit der Traditionsrösterei Münchhausen. Die Neustadt macht eben immer wieder gern von sich reden.


Die Neustadt zum Wohnen, für Wirtschaft und Wissenschaft

................weiterlesen