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Blumenthal

Ein Stadtteil in nördlicher Randlage

Blumenthal ist ein langgestreckter Stadtteil, hoch oben im Nordwesten Bremens, die Spitze der Hansestadt an der Grenze zu Niedersachsen. Im Ortsteil Rekum steht der mit fast 36.000 Quadratmetern größte Bunker in Deutschland.

Ein düsterer Koloss

Wenn man durch die Wohnstraße Rekumer Siel geht, taucht er plötzlich auf, bedrohlich in seiner Monumentalität, unheimlich, errichtet von 1943 bis 1945, aber nicht fertiggestellt. U-Boote wurden hier nie gebaut. Täglich schufteten zehn- bis zwölftausend Menschen, Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene.

Mahnmal für die Zwangsarbeiter

Seit 1983 steht vor dem düsteren Koloss ein Mahnmal für die Opfer des Bunkerbaus. Mehr als 6000 waren es, genaue Zahlen gibt es nicht. Fritz Stein hat aus dem Stein Menschen gehauen, die beim Bau ums Leben kamen, er stellt sie zerquetscht zwischen Betonquadern dar.

Bunker als Bühne

Das Theater Bremen hat den Bunker von 1999 bis 2005 als Aufführungsort für "Die letzten Tage der Menschheit" in der Inszenierung von Hans Kresnik genutzt. Eine schaurige Kulisse, in der die Zuschauer von Szene zu Szene mitlaufen mussten und das Dokumentardrama über den Kriegsalltag, das Karl Kraus als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg schrieb, hautnah erlebten.

Burgfrieden in Gefahr

Im dem mit Veranstaltungsorten nicht gerade üppig ausgestatteten Blumenthal ist eine alte Ritterburg aus dem Jahr 1354 kultureller Mittelpunkt.
Im "Haus Blomendal" inmitten der Blumenthaler Aue werden Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Vorträge, jährlich ein Burgfest, aber auch private Familienfeiern veranstaltet. Die Räume können gemietet werden. Zur Zeit hängt der Burgfrieden schief, weil der Trägerverein darum kämpft, das Haus wie bisher verwalten zu können.

Sterbende Industrien

Blumenthal ist auch sonst nicht reich gesegnet. Die Bremer Wollkämmerei, die hier bis 2004 für Arbeitsplätze sorgte und ihren Angestellten Anfang des 20. Jahrhunderts sogar Wohnsiedlungen baute, arbeitet seit der Krise auf dem Wollmarkt deutlich reduziert. Schöne alte Fabrikgebäude stehen leer. Auf dem Gelände wurden andere Industrieunternehmen angesiedelt.

Untergang der Werftenindustrie

Auch von der berühmten Vulkan-Werft in Blumenthal und Vegesack steht nur noch der alte Kran, der als trauriges Wahrzeichen einer mal blühenden Werftindustrie in den Himmel ragt. Die Werft ging 1996 in Konkurs, 1997 wurde sie stillgelegt.

Vorzeigeobjekte

Blumenthal hat zwar kein Kino, dafür aber alljährlich die Gewerbeschau "BreNor" anzubieten.Außerdem gibt es die inzwischen zum Thyssen-Konzern gehörende Krause-Gruppe, ein Zulieferbetrieb für die Autoindustrie, der mal in einer Garage angefangen hatte.

Preis-würdig

Beeindruckend ist der Wasserturm mit einem Trinkwasserreservoir von 300 000 Litern für Notfälle. Mit dem Preis deutscher Architekten wurde im Ortsteil Lüssum, der arm an Attraktionen und reich an sozialen Problemen ist, das Gebäude vom "Haus der Zukunft" ausgezeichnet, einem Begegnungs- und Integrationszentrum für alle Gruppen der Bevölkerung.

Blumen-Tal

Beschaulich Wohnsiedlungen prägen das Bild Blumenthals. Hier sind die Mieten deutlich niedriger als sonst in Bremen. Das Trinkwasser kommt aus den Brunnen des Wassereinzugsgebietes der Aue, aus dem Blumen-Tal, und ist besonders gut.

Dorf vor den Toren Bremens

Außerdem gibt es viel Grün: Bahrsplate, Wätjens Garten und Wätjens Park laden zum Spaziergang ein. Aber der Blumenthaler fährt nicht in die Innenstadt, sondern nach Bremen. "Wir leben hier in einer Mischung aus Dorf und Vorstadt" sagt ein zufriedener Einwohner. (Zitiert aus "Bremen und seine Stadtteile",Temmen-Verlag)

In Dichterworten

"In Blumenthal spüre ich den Atem der See und die Grenzenlosigkeit der Welt. Aber auch zugleich den Duft der Wiesen und Wälder in der freien Landschaft. Ich spüre die Lust der weiten Horizonte und zugleich die Wohltat einer heimatlichen Geborgenheit. Was will ich mehr?!" (Manfred Hausmann)