

HAG-Fassaden
goldfarben

HAG-Kaffee
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Das Verfahren, den Kaffeebohnen das Koffein zu entziehen, ließ sich Roselius 1906 patentieren und zur gleichen Zeit nahm auch die Fabrik im Holz- und Fabrikenhafen in den alten Bremer Hafenrevieren ihre Arbeit auf.
Roselius legte Wert auf Markenprodukte, sie wurden weltberühmt und in alle Welt exportiert. Zu Kaffee HAG gesellten sich "KABA – der Plantagentrank" und der koffeinhaltige ONKO-Kaffee. Alle Produkte firmieren heute unter der Dachmarke KRAFT FOODS.
Die Fabrik war "schon in ihrem Äußeren eine Sehenswürdigkeit geworden. Einfache Linien, für deren edle Anmut noch nicht jeder von uns ein Auge hat" schrieb damals der Journalist Alexander Roda Roda (aus: "100 Jahre Kaffee Hag – die Geschichte einer Marke", Edition Temmen, 2006). Heute leuchtet das Signum wieder in goldenen Lettern vom Kaffee-HAG-Turm in der HAG-Straße. In diesem sechsgeschossigen Bau, dem Extraktionsgebäude, wurde dem Kaffee das Koffein entzogen.
Gleich daneben: die Brücke zum Parkhaus, deren Geländer ebenfalls goldfarben gestrichen ist. Bausubstanz und Fassaden der alten Gebäude werden saniert, typische Merkmale des unter Ensembleschutz stehenden Geländes erneuert oder restauriert. Die Farbe gold bzw. goldgelb taucht immer wieder auf. Das Innenleben soll nach den Bedürfnissen der Nutzer gestaltet werden.
Es ist Industriearchitektur vom Feinsten, die hier saniert wird, typisch für ihre Zeit und nahezu revolutionär, erbaut vom Architekten Hugo Wagner. Im beginnenden 20. Jahrhundert war Eisenbeton bevorzugter Baustoff, diese Fabrik war die erste, die daraus gebaut wurde. Man verabschiedete sich von historistischer Dekorationsarchitektur und dachte funktional. Im Roselius-Werk gab es bereits Fließbänder – für diese Zeit in höchstem Maße innovativ.
Roselius ließ die Dächer in Anlehnung an Walmdächer konstruieren, auch das eine Besonderheit der alten Gebäude. Walter Gropius, Gründer des Bauhauses, lobte das stimmige Zusammenspiel von Industrie und Technik als modellhafte Industriearchitektur. In rotem Backstein (klassischer Ziegel-Industriebau der Gründerzeit) und mit altem Palmen-Logo an der Seitenwand steht in der Hag-Straße auch das Kaba-Gebäude.
Im Haus gegenüber liegt der alte Marmorsaal, der einst für Repräsentationszwecke gebaut wurde: Mit Säulen, Wänden und Tischplatten aus weißem Marmor und edlen Jugendstil-Vitrinen aus poliertem Holz. Auch dieser sehenswerte Saal, ein innenarchitektonisches Kleinod, wird restauriert und soll der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden.