
Man beginnt die Spurensuche am besten beim Bremer Roland auf dem Marktplatz. Die Figur zu seinen Füßen soll das steinerne Abbild des legendären Krüppels sein, der die Bürgerweide umkroch, die Gräfin Lesum daraufhin den Bremern schenkte. So sagt es zumindest die Legende.
Der Emmasee im Bürgerpark, der zum erholsamen Verweilen auf dem Ruderboot, beim Minigolf, auf der grünen Wiese oder im Kaffeehaus einlädt, ist nach der Gräfin benannt. Ein paar Meter vor dem Eingang zum Café steht die steinerne Emmabank, nicht unbedingt gemütlich, aber historisch. In Stein gemeißelt lesen wir: Bremens Bürgerpark ward am 23. Juni 1866 begonnen. Von Bremischen Bürgern für Herr und Gesind, Mann, Weib und Kind. Zu Nutz und Freud' auf alle Zeit. Eine andere Steintafel informiert über die Sage, dass Gräfin Emma den Bremern die Bürgerweide geschenkt hat und: Die Geschichte lehrt, dass Bischof Hartwig I von Bremen im Jahr 1159 den Bremern den Besitz der Weide bestätigt hat.
Vom Emmasee kommend verlässt man den Bürgerpark und überquert die Parkallee. Auf der anderen Seite beginnt die Emmastraße, der man schnurstracks bis zu ihrem Ende folgt. Dort wartet eine Überraschung.
Diese Überraschung zeigt uns am Rande einer kleinen Grünanlage die Gräfin, wie der Bildhauer Thomas Recker sie sah: Hoch zu Ross, mit Hut, im langen Kleid mit hochgeschlossener Bluse sitzt sie neben ihrem Schwager Benno im Damensitz, imaginäre Zügel haltend. Die beiden Pferde wirken gedrungen. Kein Wunder, sie haben Rollen statt Beine. Der Künstler, so ist zu lesen, hat als Kind nur Denkmäler auf hohem Sockel kennen gelernt und darum nie drauf spielen können. Auf diese Bronzepferde sollen Kinder klettern dürfen. Das tun sie, gern und oft. (Quelle: Sunke Herlyn in "Bremen zu Fuß", 1987)
Gräfin Emma wurde heilig gesprochen, weshalb die letzte Station eine Kirche ist: die St. Johanniskirche am Rande des Schnoorviertels. Hier treffen wir die Wohltäterin in einem farbigen Kirchenfenster.