Geschichte und Geschichten


Geschichten aus und über Bremen,
Bremer Eigenarten,
bekannte Bremer und Bremerinnen,
Bremer Märkte und Viertel ......


Bremer Geschichte und Geschichten


Die Bremer Gluckhenne
Markt, Eingang Rathaus

... sitzt über dem zweiten Bogen (vom Marktplatz aus gesehen links) in der Rathausfassade und zwar im "rechten Zwickel" mit ihren Küken im Nest. Ohne Henne gäbe es Bremen nicht, erzählt die Sage. Als freiheitsliebende Fischer im 8. Jahrhundert auf der Suche nach einem neuen Wohnort die Weser entlang segelten, entdeckten sie eine Gluckhenne am Ufer, die ihren Küken ein Nest scharrte. Das bewog sie, sich dort ebenfalls ein "Nest" zu bauen: Die Siedlung "Bremun" entstand, das spätere Bremen.

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Sieben-Faulen-Brunnen
Böttcherstrasse

Die sieben Söhne eines armen Bauern lagen lieber faul in der Sonne, als ihrem Vater zur Hand zu gehen, weshalb sie die sieben Faulen genannt wurden. Die Sage von Friedrich Wagenfeld erzählt weiter, dass die Brüder eines Tages hinaus in die Welt gingen und mit wichtigen Kenntnissen über Entwässerung, Brunnen- und Straßenbau zurück kamen. Aus dem sumpfigen Grundstück ihres Vaters machten sie blühendes Land und galten paradoxerweise nun erst recht als faul, weil sie sich das Leben leichter machten. Vorurteil bleibt eben Vorurteil.

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Der Spuckstein
Domshof

Ein paar Schritte vom Brautportal entfernt, an der Nordseite des St. Petri Doms, erinnert der sogenannte Spuckstein mit eingeritztem Kreuz an die Giftmischerin Gesche Gottfried, die Anfang des 19. Jahrhunderts 15 Menschen ermordete und 1831 enthauptet wurde. Der Kopf soll bis zu der Stelle gerollt sein, an der sich heute der Spuckstein befindet. Auf ihn haben Bremerinnen und Bremer aus Abscheu vor der Mörderin gespuckt. Gespuckt wird auch heute noch gern, vor allem von Kindern.

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Schaffermahl
Obere Rathaushalle

Über 300 Herren in Frack und Zylinder sitzen Jahr für Jahr beim traditionellen Schaffermahl in der Oberen Rathaushalle zusammen, um die uralte Tradition des Breudermahls zu pflegen. Seit 1545 ist es eine geschlossene Männergesellschaft, die sich zum üppigen Speisen, Trinken und Rauchen trifft. "Schaffen schaffen unnen un boven, unnen un boven Schaffen!" Mit diesem Ruf, mit dem früher die Seeleute auf Segelschiffen zum Essen gerufen wurden, beginnt alljährlich das älteste Festmahl der Welt. Es war einst das Abschiedsessen der Reeder und Kaufleute für Kapitäne, die zum Ende des Winters wieder auf große Fahrt gingen.

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Domtreppenfegen
Markt

... müssen junge Männer, die mit 30 noch nicht verheiratet sind. Auf den Domtreppen fegen sie, einen Zylinder tragend, solange Kronkorken und manchmal auch Sägespäne zusammen (die immer wieder neu ausgeschüttet werden), bis eine Jungfrau sie frei geküsst hat. Eine Gruppe von Freunden begleitet diesen merkwürdigen Brauch johlend und Bier trinkend, manchmal ist auch ein Drehorgelspieler dabei. Frauen, die mit 30 noch nicht verheiratet sind, müssen die Klinken des Domportals putzen, bis ein junger Mann sie frei küsst.


Das Bremer Loch
Markt

Eine Spendenbüchse der besonderen Art hat die Wilhelm-Kaisen-Bürgerhilfe neben der Bremischen Bürgerschaft unweit des St. Petri Doms installiert. Dem erstaunten Touristen, der vielleicht nur einen außergewönlich gestalteten Gullideckel vermutet, wird empfohlen: "Doh wat rin in't Bremer Loch". Jede Münze, die in die überdimensionale Dose geworfen wird, fällt nicht etwa ins Leere. Sie kommt der Wilhelm-Kaisen-Bürgerhilfe zugute (2008: 13.515 Euro), einer wohltätigen Einrichtung, die sich um Bremer Bürger und Bremer Projekte kümmert. Seit Juli 2007 sorgt der bronzene Gullideckel immer dann für Aufsehen, wenn nach Münzeinwurf die Bremer Stadtmusikanten tierische Laute von sich geben. Ausprobieren!


Bremer
Bremen Marktplatz

Aus dankbarer Erinnerung in Stein gemeißelt. Er konnte offenbar erstaunlich behende kriechen. Denn der Sage nach ist es das gesamte große Areal der Bürgerweide, das der Krüppel umrundet hat, und das Gräfin Emma von Lesum anschließend den BremerInnen zum Geschenk gemacht hat.

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Katharinenkloster
Sögestrasse / Schüsselkorb

Auf dem Areal des ehemaligen Katharinenklosters zwischen Sögestraße und Schüsselkorb ist eine Hochgarage auf Stelzen gebaut, nachdem 1960 der Denkmalschutz aufgehoben wurde. Die letzten Überreste des Klosterrefektoriums sind im angrenzenden Bierlokal integriert, das einst von einem "echten" Bischof geweiht wurde. Hier wird seit 2003 Klosterbräu aus Andechs ausgeschenkt. Wer nachvollziehen will, wie das 1225 von den Dominikanern gegründete Kloster aufgebaut war, der findet zwischen Passage und Parfümerie eine in den Boden eingelassene Bronzetafel mit dem ehemaligen Grundriss des Klosters (1225-1528).


Bremer Hochzeitshaus
Altstadt, Schnoor

Eine romantische Nacht Im weißen Himmelbett, ganz allein im "wahrscheinlich kleinsten Hotel der Welt": der Traum junger und älterer Hochzeitspaare könnte im Bremer Schnoor Nr. 5 wahr werden. Nur buchen muss man rechtzeitig. Das kleine Häuschen diente im Mittelalter den Paaren, die sich im Bremer Dom trauen lassen wollten und dafür eine Wohnung in der Stadt nachweisen mussten.


Teerhofbrücke
Weserpromenade Schlachte

Die einzige reine Fußängerbrücke über die Weser in Bremen führt von der Schlachte hinüber zum Teerhof, einer künstlichen Insel, wo früher Fischer und Bootsbauer lebten. Später wurden auf den dortigen Werften Schiffe geteert, daher kommt der Name. Heute ist der Teerhof exklusiver Wohnstandort, die Häuser sind der Architektur alter Packhäuser nachempfunden. Die weithin sichtbare, blau gestrichene Teerhofbrücke ist das Ergebnis eines Architektenwettbewerbs.


Theatergarten auf dem Theaterberg
Wallanlagen, nahe dem Bischofstor

Wenn das Wetter es erlaubt, laden die weißen Bänke im 1966 vom Gartenbaumamt Bremen angelegten Theatergarten zur Mittagspause unter freiem Himmel ein. Der Garten ist terrassenförmig angelegt, dem Vorbild der Zuschauerränge eines Theaters folgend. Auf der "Bühne" streckt sich "Die Liegende", eine Skulptur von Gerhard Marcks. "Die stufenförmige Anlage des Theatergartens ist charakteristisch für den Stil der deutschen Gartenkunst in den 50er und 60er Jahren". So steht es auf Bronzetafeln, die in den Weg eingelassen sind und außerdem wissen lassen, dass hier das 1840 erbaute und 1944 zerstörte Staatstheater stand und die Wallanlagen als älteste öffentliche Grünanlage Bremens seit 1978 unter Denkmalschutz stehen.


Wilhelm-Wagenfeld-Haus
Ostertorwache, Am Wall 209

Erst Gefangenenhaus, dann Gestapogefängnis, Polizeigewahrsam und schließlich Abschiebehaftanstalt: Die Anfang des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil erbaute Ostertorwache beherbergt heute die Wilhelm-Wagenfeld-Stiftung, das Design-Zentrum Bremen und die Gesellschaft für Produktgestaltung. Regelmäßig sind hier spannende Ausstellungen zu Themen aus den Bereichen Produktdesign und Alltagskultur zu sehen. Im rechten Seitenflügel ist ein original erhalten gebliebener Zellentrakt als Dokumentationsstätte jeden ersten Samstag im Monat zu besichtigen.

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Das Bischofstor
Wallanlagen, Präsident-Kennedy-Platz

Bremens Festungswall hatte verschiedene Durchgänge. Einer davon war um 1250 das Bischofstor am Ende der kleinen Brücke über den Wallgraben. Abends leuchten die alten Laternen auf den Torpfosten. Im ehemaligen Wachthäuschen daneben werden heute Brötchen und Kuchen verkauft.


Baumhasel in den Wallanlagen
Wallanlagen / Herdentorsteinweg

Wer knorrige alte Bäume liebt, der findet in den Bremer Wallanlagen ein kleines Paradies: Buchen, Linden, Ulmen und Eschen, Kastanien und viele exotische Bäume aus Übersee sind hier gepflanzt. Gegenüber vom Kastanienwäldchen an der Kreuzung Herdentorsteinweg/Am Wall (Richtung Bahnhof) steht die 200 Jahre alte Baumhasel, die ihre riesigen Zweige und die mächtige Krone so ausladend streckt als wolle sie ganz Bremen umarmen. Der ursprünglich aus Kleinasien stammende Baum überlebte nicht nur die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs, er trotzte auch einer Windhose, die 1993 schwere Verwüstungen in den Wallanlagen anrichtete. In den 50er Jahren, so ist zu lesen, füllte man ein Loch im unteren Stamm mit Beton aus. Wer das überlebt ....


Wilhelm Holtorf Colonialwaren von 1874
Viertel, Ostertorsteinweg

Hier werden Kolonialwaren immer noch lose verkauft: getrocknete Früchte, Mandeln, Nüsse, Rosinen, Kaffee und Tee. Aber hier gibt es auch bestes Sauerkraut und Sahneschichtkäse. Der Jugendstilladen ist eine ganz besondere Sehenswürdigkeit im Bremer "Viertel".

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Heine-Bank
Bürgerpark

Diese schmiedeeiserne und grün gestrichene Bank ist dem Dichter Heinrich Heine gewidmet. Sie lädt sozusagen zum literarischen Verweilen ein. Es ist eine Nachbildung der ursprünglich von Hans Lassen entworfenen Bank mit einem Portraitmedaillon und zwei Texttafeln. Der "Bremer Literarische Verein" ließ sie 1904 zu Ehren des Dichters aufstellen, im zweiten Weltkrieg wurde sie zerstört. Heinrich Heine hat die Hansestadt immerhin zweimal besucht, 1826 und 1843. Beide Male wohnte er im Hotel "Lindenhof", mitten in der Stadt. Besonders reizvoll fand er Bremen nicht. Im Oktober 1943 schrieb er an seine Frau: "Alle Welt reist hier im Mantel, ich in einem elenden Paletot, der mir nur bis an die Knie reicht, welche steif vor Kälte sind ...Ich schreibe Dir in einem Zimmer, das voller Leute ist; das Geschrei um mich her verursacht mir die entsetzlichsten Kopfschmerzen." Es war gerade Freimarkt, damals noch auf dem Domshof!


"Die Weserkorrektion"durch Ludwig Franzius (1895)
Neustadt, Franziuseck / Weserufer

Diesem Herrn, der vom Weserufer zufrieden sein Werk zu betrachten scheint, verdanken wir die Weserkorrektion, die aus einem natürlich verwilderten Flusslauf einen geraden, kanalisierten Strom machte, auf dem große Schiffe nach Bremen fahren konnten. Die hochfliegenden Pläne des Wasserbaumeisters Ludwig Franzius waren 1895 Realität geworden. Die Weser war begradigt, ausgebaggert und tief genug für Seeschiffe. Heute ist man darüber nicht nur glücklich.

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Kulturkirche St. Stephani

"Die Kulturkirche ist ein Ort des kulturellen Experiments, des spirituellen Spiels und der Sinnsuche." Seit über einem Jahr öffnet sich in Bremen die Kirche St. Stephani kulturellen Projekten aus Bildender Kunst, Musik, Theater, Tanz und Literatur.


Umgedrehte Kommode
Stadtwerder

Er ist so etwas wie ein Wahrzeichen für Bremen als Stadt am Fluss: Der über 100 Jahre alte historische Wasserturm auf dem Stadtwerder, liebevoll "umgedrehte Kommode" genannt, ist für Spaziergänger an der Weser weithin sichtbar. Erbaut von 1871 bis 1873 wartet er auf eine neue Nutzung im Rahmen der geplanten Stadtwerder-Bebauung. Er diente früher der Bremer Bevölkerung als Trinkwasserspeicher für den Notfall.


Der Schnoor
Bremen Altstadt

Schnoor heißt Schnur und genauso liegen die Häuser in dieser kleinen Wohnzeile auch: aufgereiht wie auf einer Schnur. Kneipen, Gold- und Silberschmieden, Andenkengeschäfte, ein Paradies für Touristen. Aber nicht nur: Im Schnoor lässt es sich gut wohnen, viele der kleinen Häuser sind innen großzügig umgebaut und saniert.


Die Schlachte
Weserpromenade

Kneipenmeile an der Weser zwischen Martinianleger und Weserburg (gegenüberliegende Seite) mit zahlreichen Restaurants und Biergärten. Der Begriff Schlachte leitet sich ab von slait = schlagen. Bremer Kaufleute kauften im Mittelalter den Bereich und schlugen hier dicke Holzpfähle ein, um das Anlegen von Handelsschiffen zu erleichtern. Aus den Eichenpfählen wurde zunehmend eine stabile Uferbefestigung. Auch heute liegen hier wieder Schiffe vor Anker, allerdings fest und zu gastronomischen Zwecken, unter anderem der Nachbau einer historischen Hansekogge aus dem 14. Jahrhundert. Der Reederei Hal över dient die Kogge als attraktives Ausflugsschiff.