Skulpturen und Kunstwerke

"Kunst im öffentlichen Raum Bremen - Süd"


Skulpturen
Wandbilder
Reliefs
Denkmäler


Kunst in Bremen

BREMEN - MITTE...> Altstadt
Ostertor

BREMEN - OST...> Schwachhausen

BREMEN - WEST...> Bürgerpark
Findorff

Die Zusammenstellung der Skulpturen und Kunstwerke Bremens wird täglich erweitert.


Denkmäler, Kunstwerke und Skulpturen

"Kunst im öffentlichen Raum Bremen - Süd"

*** Teerhof, Neustadt, Woltmershausen ***


"Havin been built on sand ..."
Neues Museum Weserburg

"Having been built on sand with another base (basis) in fact. Auf Sand gebaut tatsächlich (aus) auf anderem Grund" ist in großen weißen Buchstaben an die Außenmauer des Neuen Museums Weserburg gemalt. Ein Sprachgebilde scheinbar ohne Sinn. Genau das ist Ziel des Konzept-Künstlers Lawrence Weiners, der dies geschrieben hat und den Betrachter zum Innehalten und Nachdenken ermutigen will: Nicht jede Kunst erschließt sich auf den ersten Blick, manche Bilder entstehen erst im Kopf. So wird der Betrachter durch eigene Assoziationen zum Mitgestalter einer "Gedankenkunst". (1014/s711/11)


"Bremer Befragung – Sine Somno Nihil", Jochen Gerz (1990)
City / Bürgermeister-Smidt-Brücke

Unauffälliges Zeugnis eines außergewöhnlichen Kunstprojektes von 1990: Auf der Bürgermeister-Smidt-Brücke (NW-Seite Richtung Neustadt) ist eine dreieckige Glasscheibe in der Ausbuchtung des Brückengeländers im Boden eingelassen, auf der viele Namen eingraviert sind. Der Künstler wollte damit die Teilhabe von 232 Bremer Bürgern dokumentieren. Er fragte sie, welches Thema eine künstlerische Arbeit für Bremen haben sollte und ob sie an einem Kunstwerk mitarbeiten wollten. Dem Konzeptkünstler Jochen Gerz ging es weniger um ein materielles Kunstwerk als um die Entstehung von Kunst in den Köpfen der Menschen. Sein Motto: Kunst findet im Denken statt ("Ohne Traum Nichts"). Jochen Gerz wurde bundesweit durch zahlreiche provokante und politische Performances bekannt. (2054/s711/12)


"Three Triangles" von Sol leWitt (1994)
Bürgermeister-Smidt-Brücke

Der amerikanische Künstler, zunächst Grafiker und Zeichner, vertrat in den frühen 1960er Jahren die Minimal Art. Seine Variationen von Reliefs und dreidimensionalen Objekten, bei denen er gern mehrere Variationen durchspielte, waren reduziert auf geometrische Grundformen. Aus dem Minimalismus entwickelte er später die Konzeptkunst. Idee und geistige Konzeption, nicht aber die konkrete Umsetzung eines Kunstwerks waren wichtig in der "Conceptual Art". Sol leWitts gemauerte Dreiecke als eine Art Abschluss der Teerhof-Bebauung nehmen die Giebelform der Weserburg auf. Das "Outdoor Piece for Bremen" ist ein Geschenk des Künstlers an das Museum. Sol leWitt starb im April 2007. (2045/s711/13)


"Doppelstück" von Ulrich Rückriem (1985)
Teerhof / Neues Museum Weserburg

Zwei monumentale Steinblöcke markieren den Zugang zum Neuen Museum Weserburg auf dem Teerhof, vielleicht nicht auf den ersten Blick als Kunstwerke erkennbar, weil gern als "Parkplatz" benutzt. Bei genauem Hinsehen liest man: "Granit bleu de la Normandie, gespalten, geschnitten". Die Riesenblöcke, verwittert und nachgedunkelt, sind gut vier Meter hoch und weisen unterschiedlich grobe und glatte Flächen auf, eingeritzte Rillen und Kerben, geschliffene und natürliche Bruchkanten und Flächen. (2050/s711/21)


"Raum-Fahrt" von Lutz Fritsch (1993)
Teerhof

Der Raum ist sein Thema, auch die Überbrückung von Zeit und Raum. Die 5,50 m hohe Skulptur aus gelb lackiertem Stahlrundrohr, die - versteckt zwischen zwei Häuserblöcken - am Weserufer auf dem Teerhof in den Himmel ragt, setzt buchstäblich ein Zeichen, eine, so der Künstler, "Linie im Raum". Sie hat ein 3 m hohes Pendant am Bug des Forschungsschiffs "Polarstern" des Bremerhavener Alfred Wegener Instituts. Darauf weist ein Metallschild hin, das neben der Skulptur angebracht ist und zum einen die "Polarstern" abbildet, zum anderen ihre Reiseziele: Arktis und Antarktis. An zwei Expeditionen in diese eisigen Regionen hat Lutz Fritsch auch selbst teilgenommen. (2048/s711/25)


"Die Familie" von Ernst Gorsemann (1999)
Teerhof

Vom ehemaligen Direktor der "Nordischen Kunsthochschule" in Bremen sind zahlreiche Skulpturen in Bremen zu sehen: Unter anderem das "Wisent" im Rhododendronpark in Horn, der "Bär" in den Wallanlagen am Herdentor, "Mutter und Kind" und das Ehrenmal für die Gefangenen des Zweiten Weltkrieges auf der Altmannshöhe in den Wallanlagen hinter der Kunsthalle. Auch der "Benque-Stein", in Erinnerung an den Landschaftsgärtner des Bürgerparks, stammt von Ernst Gorsemann. Die Skulptur "Die Familie" ist, wie eine Bronzetafel erläutert, sein letztes unvollendetes Werk und hat 1999 auf dem Teerhof ihren Platz gefunden. Ernst Gorsemann wurde 1886 in Bremen geboren, und wuchs unter ärmlichen Verhältnissen in Walle auf. Er starb 1960. (2049/s711/26)


"Der Spiegel" von Sebastian Schweikert
Teerhof (1998)

Sebastian Schweikert war Graffitikünstler, ehe er sich auf das kompakte und weit weniger spontane Material Stein einließ und grobe, im doppelten Sinn ungeglättete Skulpturen schuf. In den 1990er Jahren erarbeitete er den sogenannten "Buonarotti-Club", Marmorfiguren, die an Michelangelo erinnern, aber auch ein Stück Jugendkultur vermitteln sollten. (2043/s711/27)



Teerhof 37

Die Frau bekommt in dieser lebensgroßen Steinskulptur von Mareike Seegers eine durchaus dominante Rolle. Die Künstlerin studierte Keramik und Malerei und später Bildhauerei bei Professor Bernd Altenstein in Bremen. Arbeitsaufenthalte führten sie u.a. nach Bosnien-Herzegowina und Kaliningrad. (2042/s711/28)


"Großes Mädchen", Klaus Effern (1999)
Teerhof

Mit Minirock und Plateauschuhen sitzt sie da und schaut nicht gerade glücklich in die Welt. Aber wann sind große Mädchen schon mal glücklich? Vielleicht fehlen ihr die Bewunderer, die auf dem autofreien Teerhof nicht gerade scharenweise kommen. Klaus Effern studierte nach seiner Ausbildung zum Holzbildhauer Bildhauerei bei Bernd Altenstein in Bremen und wurde sein Meisterschüler. (2044/s711/29)


"Der Gaukler" von Christoph Fischer
Neustadt, Leibnizplatz (1991)

Der Bezug zur Shakespeare-Company im Theater am Leibnizplatz liegt auf der Hand: "Der Gaukler" heißt die Bronzeskulptur von Christoph Fischer. Für Narrentanz und Possenspiel wie im Mittelalter sollte er angesichts des tagsüber um in herum tosenden Verkehrs besser nicht sorgen. Das könnte böse Folgen haben. Der in Worpswede lebende Künstler war nach dem Bildhauer-Studium an der Bremer Hochschule für Künste Assistent bei Professor Bernd Altenstein. (2041/s722/15)


"Sitzendes Paar", Alice Peters-Jonescu (1973)
Neustadtcontrescarpe, Höhe Schulstraße

Sie sitzen - zur entsprechenden Jahreszeit - mitten im Grünen, haben sich aber offensichtlich nicht viel zu sagen. Jedenfalls lässt ihr Gesichtsausdruck nicht auf glückliche Kommunikation schließen. Die Bronzeskulptur in den Grünanlagen der Neustadt drückt eher Fremdheit bis Desinteresse zwischen Mann und Frau aus. Vielleicht sinnieren die beiden, jeder für sich, auch über den Kampf der Geschlechter. (2052/s722/15)


Der kleine Roland (1737)
Neustadt, Neuer Markt

Die kleine Kopie des großen Roland auf dem Bremer Marktplatz wurde 1737 gestiftet von der Neustädter Polizei, damals noch Bürgerkompanie genannt. Dieser Roland ist ein bisschen molliger geraten als der berühmte Bruder. Seine Kleidung ist prachtvoller ausgefallen, auch der Standort ist attraktiver: eine mit Ornamenten geschmückte Brunnensäule. Allerdings fehlt dem kleinen Roland ein anständiges Schwert. Das hat gelitten in den Jahrhunderten und ist nicht mehr vollständig. (2046/s722/18)


Zentaurenbrunnen, August Sommer, Eduard Gildemeister (1891)
Neustadt, Leibnizplatz

Ein wuchtiges Denkmal, 1891 geschaffen von August Sommer und Eduard Gildemeister, 1958 am Leibnizplatz aufgestellt. Ursprünglich stand der von einem Bremer Bürger gestiftete Brunnen vor seinem eigenen Wohnhaus. Der Zentaur ist Blickfang für einen Ort, der in den letzten Jahren als Grüngürtel zunehmend ausgebaut und erweitert wurde. Irgendwann einmal sollen die Wallanlagen der Neustadt und Altstadt zu einem innerstädtischen grünen Ring zusammengeschlossen sein. (2056/s722/22)


Zigarrenmacher, Holger Voigts (1984)
Buntentorsteinweg/Kirchweg

Um 1850 war jeder sechste Bremer in der Zigarrenindustrie tätig. Viele Zigarrenmacher lebten und arbeiteten in den kleinen Häusern im Buntentor. Ein Zigarrenmacher musste bis zu 1000 Zigarren am Tag machen. Dafür musste er 12 - 14 Stunden arbeiten. Die Zigarrenmacher beschäftigten oft Vorleser, die ihnen bei der Arbeit aus Zeitungen und sozialistischen Schriften vorlasen. Auf diese Weise über das Zeitgeschehen informiert und gebildet, konnten sie sich schon früh für die Rechte der Arbeiter einsetzen. Sie bildeten schon 1849 ihre erste Gewerkschaft, gründeten Unterstützungskassen und ähnliches. (2111/s737/15)


Wandmalerei (o.T.), Jub Mönster (1997)
Woltmershauser Tunnel (SO-Seite)

Auf dem Weg nach Woltmershausen kommt man am Anfang der Woltmershauser Strasse unweigerlich durch den Eisenbahntunnel: Die Vorderfront ist aus Sandsteinen gefügt - künstlerisch zumindest, denn es ist eine Illusion, darauf gemalt von Jub Mönster. (2068/s761/10)


"Herzlich willkommen in Pusdorf"
Woltmershauser Str. / Eisenbahntunnel

Im Tunnel sind rechts und links Morsezeichen an der Wand und am Ende des Tunnels ein Schild: "Aktion Pusdorf, wir tun was". Darunter viele Firmennamen. Pusdorf? Wir sind doch in Woltmershausen! Sind wir auch, aber die Bewohner dieses Stadtteils nennen ihn liebevoll Pusdorf, klingt irgendwie gemütlicher. Früher hat hier eine Bauernfamilie mit Namen Puus gelebt. Außerdem "pus"tet der Wind so stark. Geht man den Tunnel zu Fuß hin und zurück und achtet dabei auf die kleinen Buchstaben auf den Morsezeichen-Tafeln, dann steht da: "Hier endet Pusdorf, auf Wiedersehen". Gegenüber: "Herzlich willkommen in Pusdorf". Eine nette Geste für den aufmerksamen Beobachter. (2069/s761/11)


"Farbleitsystem" von Peter Vogel (1977)
Woltmershauser Str. / Tunnel (NW-Seite)

Raus aus dem Tunnel, rein nach Woltmershausen bzw. Pusdorf. An der Ecke Hohentorsplatz/Am Gaswerk sollte man aber doch noch einen Blick zurück wagen. Da gibt es ein weiteres Mal an diesem Tunnel Kunst zu entdecken: Das "Farbleitsystem" an der Tunnelfront, gestaltet von Peter Vogel: farbige, folienbeschichtete Aluminiumplatten. (2070/s761/12)


"Der alles sprengende Lauf des Geldes" von Jimmi D. Paesler
Woltmershauser Str. 152A

Geld regiert die Welt und sprengt symbolisch sogar Bunkermauern. Ein Strom von Münzen rollt aus dem Inneren leider nicht wirklich auf die Straße. Ein Paar Scheine flattern auch herum, aber es ist eben nur rot und orange leuchtendes Kunst-Geld, das den nunmehr knallblauen Bunker schöner machen soll. Im Rahmen öffentlicher Kunstprojekte wurden in Bremen die hässlichen Mahnmale des Krieges einer künstlerischen "Veredelung" unterzogen, die mehr oder weniger politisch ausfiel und zum Teil für heftige Bürgerproteste sorgte. (2071/s761/15)


Vergoldete Sitzkissen von Marianne Klein (2007)
Woltmershauser Marktplatz/Dötlinger Str

Der Marktplatz ist traditionell die gute Stube. Das gilt auch für Woltmershausen. Hier hat Marianne Klein der guten Stube symbolische Gemütlichkeit verpasst: Sitzkissen aus Bronze, lackiert mit goldenem Autolack, liegen zwischen Steinquadern aus Granit. Sie laden zwar auch zum Sitzen ein, sind aber keine weichen Polster, obwohl sie den Anschein erwecken. (2072/s761/16)


"Ein Stadtteil in der Umklammerung von Industrie und Verkehr
Auf dem Bohnenkamp / Ochtumstr.

Der Künstler hatte Woltmershausen einst und jetzt (1982/83) im Blick, als er die Motive für diese Bunkerbemalung nach aktuellen und historischen Aufnahmen entwickelte. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es noch einen Badestrand an der Weser in Woltmershausen, gegenüber der Norddeutsche Lloyd und der Reismühle. Historische Vorbilder komponierte der Künstler auch auf der Längsseite des Bunkers: Gaswerk, Hafenkräne und Verladebrücken mit Bauernhaus und Windmühle. Davor gruppieren sich Bewohner des Stadtteils. Die Motive im einzelnen sind auf einer Tafel erklärt. (2075/s761/17)


Wandbemalung (o.T)., Birgit Hansen und Gerhard Schlüter (1988)
Woltmershauser Str. 241

Oben eine Art Baumschema, unten richtige Wurzeln und allerlei Leben in der Erde. Dieser künstlerische Baum von Birgit Hansen und Gerhard Schlüter, der in den oberen Stockwerken aus Legosteinen gefügt zu sein scheint, zeigt seine Echtheit im Erdgeschoss. Das Wurzelwerk gleicht dem eines echten Baumes - fast: Ein Vogel lebt üblicherweise über der Erde und Schatztruhen sind heutzutage auch keine Selbstverständlichkeit mehr. (2073/s761/18)


"Blätterfänger", Andreas Wegner (1985)
Woltmershauser Str. 406

Er steht ein bisschen verloren herum, dafür aber mit einem halb gefüllten Sack mit Blättern in der Hand. Der Blätterfänger von Andreas Wegner ist eine lebensgroße Bronzefigur, die in stolzer Haltung vielleicht nur eine Pause macht, um dann wieder auf die Suche nach herbstlichen Blättern zu gehen ...? (2074/s761/20)