Skulpturen und Kunstwerke

"Kunst im öffentlichen Raum Bremen - Mitte"


Skulpturen
Wandbilder
Reliefs
Denkmäler


Kunst in Bremen

BREMEN - OST...> Schwachhausen

BREMEN - SÜD...> Teerhof
Neustadt
Woltmershausen

BREMEN - WEST...> ; Bürgerpark
Findorff

Die Zusammenstellung der Skulpturen und Kunstwerke Bremens wird täglich erweitert.


Denkmäler, Kunstwerke und Skulpturen

"Kunst im öffentlichen Raum Bremen - Mitte"

*** Altstadt, Ostertor ***


Bremer Stadtmusikanten, Gerhard Marcks
Markt, Rathaus (1953)

Eine fast unscheinbare Bronzeplastik mit einer sagenhaften Geschichte: Die Bremer Stadtmusikanten sind im Märchen der Brüder Grimm in Bremen zwar gar nicht angekommen, dafür aber legendäre Wahrzeichen geworden. Glück soll aber nur das Berühren der Vorderbeine des Esels bringen. Böse Zungen sagen: Ein Esel sagt dem anderen guten Tag. Wer ein Foto schießen will, muß Geduld mitbringen. Die Bronzeplastik ist ständig von Touristen umlagert. Es soll auch schon wagemutige Kletterer gegeben haben, die sich bis zum Hahn hinauf hangeln wollten. (1009/a/10)

mehr .....


"Unser Planet", Bernd Altenstein (1996)
Domshof

Eine Weltkugel der besonderen Art hat Bernd Altenstein geschaffen. Der Bildhauer und Professor im Studiengang Plastik an der Bremer Hochschule für Künste versah seinen imposanten Planeten mit Reliefs, die Szenen aus der Geschichte der Menschheit darstellen. "Unser Planet" steht seit 1996 auf dem Domshof, aus der eineinhalb Meter hohen Erdkugel fließt Wasser, das unter der Bronzeplastik aufgefangen wird. (2036/a/14)


"Neptunbrunnen", Waldemar Otto (1991)
Domshof

Die Figuren aus der römischen und griechischen Mythologie sind aus Bronze gegossen, über allem thront der Meeresgott Neptun (Poseidon) mit dem Dreizack in der Hand. Waldemar Ottos Kunstwerk wurde 1991 aufgestellt. Und wenn es in Bremen mal richtig Sommer ist, wird der Neptun-Brunnen zum Erfrischungstreffpunkt. So mancher Tourist hält dann seine geplagten Füße unter das sprudelnde Wasser, und Kinder lieben es, übermütig mit Wasser um sich zu spritzen. (1015/a/16)


"Der Lichtbringer" von Bernhard Hoetger
Altstadt, Böttcherstrasse

In leuchtendem Gold strahlt am Eingang der Böttcherstraße "Der Lichtbringer" von Bernhard Hoetger, ein Fassadenrelief, auf dem der Erzengel Michael im "Kampf mit dem Drachen" zu sehen ist. Der vom Bremer Kaffeekaufmann Ludwig Roselius umgebaute Straßenzug, der sich vom Marktplatz zur Martinistraße erstreckt, wird auch gern das "längste begehbare Kunstwerk Deutschlands" genannt. Originale Backsteinarchitektur, Skulpturen, Plastiken und Reliefs machen die Böttcherstraße, in der einst Faßmacher lebten, zum Gesamtkunstwerk. Touristen versammeln sich gern im hinteren Teil, vor dem Glockenspiel. An einem schmiedeeisernen Gerüst hängen zwischen zwei Hausgiebeln 30 Glocken aus Meißner Porzellan, die täglich um 12, 15 und 18 Uhr zu hören sind. Daneben drehen sich Holztafeln mit berühmten Seefahrern. (1022/c/10)


"Adam und Eva" von Jana Grzimek (1990)
Katharinenpassage

Auf dem Gelände des ehemaligen Katharinenklosters steht vor der Katharinenpassage das vierseitige farbige Terracotta-Relief "Adam und Eva - Der Sündenfall" mit biblischen Motiven des Sündenfalls. Die Schlange und der Apfel, zwei Verführer aus dem Paradies, vor dem Verführer moderner Zeiten: Konsum. Jana Grzimek ist die Tochter des Bildhauers Waldemar Grzimek. Sie studierte bei Waldemar Otto an der Bremer Hochschule für Künste. (2065/c/12)


"Besselei" von Jürgen Goertz (1990)
City, Ansgarikirchhofplatz

Mitten im innerstädtischen Kaufrausch-Rummel steht auf dem Ansgarikirchhofplatz das "Bessel-Ei", ein skurriles und farbenfrohes, dem Astronomen Friedrich-Wilhelm Bessel gewidmetes Denkmal. Die Skulptur aus Beton, Granit, Metall und Eisen hat sichtbar schon einige "Verschönerungs"attacken über sich ergehen lassen müssen. Bessel war als Astronom an der Sternwarte Lilienthal beschäftigt. Seine Berechnung der ellipsenartigen Form der Erde ist hier als weißes Ei dargestellt. Außerdem sind astronomische Werkzeuge zu sehen: Fernrohr und Winkelmaß. Der Künstler selbst spricht bei seinen Plastiken im städtischen Ambiente von "Kopfarchitekturen, ... als überschaubare, vielschichtige Bauwerke, in denen der menschliche Geist, die Empfindung eine assoziationsreiche Behausung finden kann ..." (2057/c/15)


"Affentor 1" von Jörg Immendorff (2007)
Am Brill, vor der Sparkasse

Die sechs Meter hohe Bronzeskulptur von Jörg Immendorff ist beeindruckend. Zwei Bremer Sammler vermachten sie der Stadt Bremen als Dauerleihgabe. Immendorff hat die Plastik als Tor gestaltet. Die Querbalken bestehen aus Figuren, die Affen ähneln und sich gegenseitig tragen und stützen. Jörg Immendorff, einer der bedeutendsten und bekanntesten Künstler im Nachkriegsdeutschland, starb im Mai 2007 mit nur 61 Jahren an einer unheilbaren Nervenkrankheit. Der Affe taucht in seiner bildhauerischen und malerischen Arbeit immer wieder auf. Als vielfältig deutbare Metapher soll er sowohl das Animalische im Künstler symbolisieren als auch seine Unberechenbarkeit parodieren. Eine weitere Affenskulptur steht ebenfalls als Leihgabe vor dem Hauptbahnhof in Bremen. (2061/c/20)


Heini Holtenbeen (1835-1909)
Schnoor, Hinter der Holzpforte

Zog nach einem Sturz wegen seines lahmen Beines als Dienstmann mit dem Handwagen durch die Stadt. Er war ein stadtbekannter Schnorrer, lebte im Schnoor, zeitweise im Armenhaus und war bekannt für lockere Sprüche. Dem Bremer Original wurde das Holzbein nur angedichtet. Die Bronzestatue hat Klaus Homfeld geschaffen. (1006/d/13)

mehr .....


Schweinedenkmal
Sögestraße / Ecke Schüsselkorb

Söge heißt Sau, und Schweine wurden vermutlich durch diese Straße zum Herdentor und weiter auf die Weiden vor der Stadtmauer getrieben. Andere Erklärungen sprechen davon, dass die Sögestraße die Straße der Bäcker war, die sich mehr Schweine (in einem Koben direkt am Haus mitten in der Stadt) halten durften als andere, denn Bäcker produzierten besonders viel Abfall für die Schweinemast. Wie auch immer: Ganz sicher ist diese 1974 aufgestellte Skulpturengruppe von Peter Lehmann neben den Bremer Stadtmusikanten das beliebteste Denkmal in Bremen. Die bronzene Schweineherde mit ihrem Hirten und seinem Hund wird vor allem von Kindern, die darauf herumrutschen, stets auf Hochglanz poliert. (2035/d/15)


"Beim Bade" von Jürgen Cominotto (1986)
Schnoor, Stavendamm

Im Mittelalter tummelten sich die Menschen durchaus gern im Wasser, allerdings nicht im eigenen Haus. Badezimmer gab es noch nicht, auch keine Kanalisation, deshalb ging man in öffentliche Badestuben. Am Stavendamm im Schnoor (Stave heißt Stube)steht in Erinnerung an frühere Badevergnügen ein Brunnen, in dem sich ein bronzenes Paar fröhlich mit Wasser bespritzt. Jürgen Cominotto schuf diese Plastik, die im Dezember 2007 gestohlen wurde. Der Schnoor-Verein Heini Holtenbeen sammelte Geld, wollte einen zweiten Abguss anfertigen lassen und hatte Glück im Unglück: Ein Kunstliebhaber war bereit, seinen Brunnen zu verkaufen. Möglicherweise sind nun die Bewohner eines Altenheims in Oldenburg, wo der Brunnen bisher stand, traurig. Die Bremer freuen sich über den Ersatz umso mehr. (2060/d/20)


"Windspiel" von Hein Sinken
Weserpromenade, Tiefer/Theaterschiff

Dieses Objekt beginnt zu tanzen, wenn es richtig windig ist. Die Querbalken der Stahlplastik drehen und wenden sich ständig in alle Richtungen und formen sich in Minutenschnelle zu neuen grafischen Formen. Bei strahlend blauem Himmel ist es eine besondere Augenweide. Hein Sinken hat aerodynamischen Phänomenen einen lebendigen künstlerischen Ausdruck gegeben. (1013/e/16)


Kinetische Plastik, Hein Sinken (1973)
Wilhelm-Kaisen-Brücke, Martinistrasse

Wenn der Wind richtig bläst, dann entfalten die metallischen Halbkugeln ihre eigentliche Energie, öffnen und drehen sich und machen aus einem statischen Objekt eine tanzendes, das strahlenden Glanz entfaltet, wenn auch noch die Sonne auf die Halbkugelschalen aus Edelstahl scheint. Die Windobjekte Hein Sinkens sind in einer exakten, mathematisch - geographischen Beziehung zueinander konstruiert. (1012/e/17)


"Der Rufer", Gerhard Marcks (1967/2008)
Weserufer, Hinter der Mauer 7

Mit einer Größe von drei Metern und 700 Kilogramm ist er ein Schwergewicht. Der "Rufer" vor dem neuen Funkhaus von Radio Bremen im Stephaniviertel stand früher vor dem Fernsehstandort in Bremen-Osterholz. Seine Art der Nachrichtenübermittlung ist angesichts moderner Kommunikationstechnik natürlich komplett aus der Mode gekommen. Für den Bildhauer Gerhard Marcks, der die Bronzeplastik 1966 im Auftrag von Radio Bremen schuf, war der "Rufer" Symbol für Frieden und Meinungsfreiheit. Er wollte die Nachrichtenübermittlung von Rundfunk und Fernsehen möglichst zeitlos darstellen. Der Mund ist bekanntlich das erste und natürlichste Kommunikationsmittel des Menschen. Nachempfunden ist die Figur dem griechischen Kämpfer Stentor aus der Ilias von Homer, dessen Stimme so laut gewesen sein soll wie die von 50 Männern. Der "Rufer" kann sich dank eines Kugellagers um 180 Grad drehen und ins "3 nach 9"-Studio sehen, wenn dort die Sendung läuft. Ansonsten blickt er lieber auf die Weser. (2078/e/17)

mehr .....


"Mann mit Vogel", Stefan Balkenhol (1996)
Weserpromenade, Martinianleger

Er steht auf einem Podest aus Zink, den Blick abwesend in die Ferne gerichtet, einen Vogel auf der Schulter: "Mann mit Vogel". Er ist eine von vielen Skulpturen von Stefan Balkenhol, mit denen der Künstler das figürliche Standbild zu neuem Leben erweckt hat. Als Gegensatz zur Denkmalsherrlichkeit früherer Zeiten ist sein Figur schlicht gekleidet, anonym und alles andere als ein Held. (1001/f/14)


"Ebbe und Flut", Jan Meyer-Rogge (1991)
Weserpromenade, Osterdeich, Altenwall

Wenn die Weser bis hoch zum Deich über die Ufer schwappt, dann ist - wie ein rettender Griff - nur noch die Querstange der Stahlskulptur zu sehen. Sie wird von zwei halbrunden Bögen gehalten. Jan Meyer-Rogge setzt sich in seinen Arbeiten vor allem mit Gleichgewicht und Balance auseinander. (1007/f/20)


"Dialog I", Peter-Jörg Splettstößer (1991)
Wallanlagen, Osterdeich

Original und Kopie, ein echter Findling aus Stein und sein Bronzeabguß: Peter-Jörg-Splettstößer hat sein Skulpturenduo "Dialog I" genannt, als sollten die beiden Objekte ins Gespräch kommen. Vielleicht darüber, wie sich Stein und Bronze anfühlen? Ein Pendant, "Dialog II" befindet sich im Fraunhofer-Institut in Bremen im Wasserbecken des Eingangsbereichs. Hier schwimmt das bronzene Abbild. Splettstößer lebt in Worpswede. (2058/h/10)


"Kaskade" von Veronika Maier ( 1991)
Wallanlagen, Goetheplatz, Villa Ichon

Am schönsten sieht die Kaskade der Bremer Bildhauerin Veronika Maier im Frühling aus, wenn die Weidenzweige zartgrüne Triebe bekommen und sich vorwitzig nach oben recken. Die Weidenzweige wachsen gezwungenermaßen von oben durch die Betonstufen hindurch und müssen sich dann wieder von unten nach oben recken. Für eine an Freiheit gewöhnte Pflanze, deren Zweige üblicherweise nach unten wachsen, eine Zwangsjacke, aus der sie sich trotz kräftiger neuer Triebe über der untersten Stufe nicht wirklich befreien können. Die 1991 angelegte Kaskade ist die Imitation eines Wasserfalls. Unterhalb der Villa Ichon gepflanzt und am besten vom Paula-Modersohn-Becker-Steg gegenüber zu sehen, "ergießt" er sich in den kleinen See vor dem Café Kukuk. (2047/h/12)


Büste Paula Modersohn-Becker
Wallanlagen, Kunsthalle

Clara Rilke-Westhoff schuf 1899 eine Gipsbüste ihrer Freundin Paula Modersohn-Becker, die sie nach ihrem Tod 1908 überarbeitete und in Bronze gießen ließ. Anlässlich des 100. Todestages der Künstlerin und der großen Ausstellung in der Kunsthalle wurde die Büste im November 2007 in den Wallanlagen hinter der Kunsthalle aufgestellt. Das Original steht in der Kunsthalle selbst. (1004/h/13)


"Wilhelm Olbers", Carl Steinhäuser (1850)
Wallanlagen, Nähe Polizeipräsidium

Sein Vater war Pfarrer und wurde Mitte des 18. Jahrhunderts an den Bremer Dom berufen Wilhelm Olbers (1758 bis 1840) war schon als Kind von den Sternen fasziniert, studierte aber Medizin. Die Astronomie war sein Hobby, in seiner freien Zeit beobachetet er Planeten und Himmelsbewegungen, schrieb "Über die leichteste und bequemste Methode, die Bahn von Kometen zu berechnen" (1797) und entdeckte diverse Kometen. Einer trägt seinen Namen. Von Olbers stammt auch das "Olbers'sche Paradoxon": Warum ist es nachts dunkel, wenn im räumlich und zeitlich unendlichen Universum doch Stern an Stern steht und es taghell sein müsste? Weil der Nachthimmel dunkel ist, hieß das für Olbers: Das Weltall kann nicht unendlich groß sein. 1850 wurde die klassizistische Marmorskulptur in den Wallanlagen gegenüber vom Polizeihaus aufgestellt. Auf dem Sockel sind astronomische Motive eingemeißelt. Mit diesem Denkmal wurde erstmals das Lebenswerk eines Bremer Bürgers öffentlich gewürdigt . (2067/h/13)


Der Rosselenker
Wallanlagen / Bischofstor / Theaterberg

Louis Tuaillon, ein preußischer Bildhauer, lehrte Anfang des 20. Jahrhunderts als Professor an der Berliner Kunstakademie. "Der Rosselenker" am Bischofstor unterhalb des Theaterbergs ist ein Geschenk des Bremer Kaufmanns Franz E. Schütte und wurde 1902 aufgestellt. Wegen seiner Nacktheit sorgte der bronzene Jüngling für Empörung: "Alle Achtung vor der unberührten Shönheit des menschlichen Körpers, es ist jedoch nicht unmöglich, ein bisschen Gürtel oder Schärpe oder dergleichen Nebenkram so zu arrangieren, dass der anatomische Reiz nirgends eine nennenswerte Einbuße leidet und dennoch das gutbürgerliche Gefühl einer norddeutschen Stadt geschont bleibt", schrieb damals der Kunstvereinsvorsitzende Arthur Fitger. (2037/h/14)


"Das Ende" von Bernd Altenstein (1978)
Wallanlagen , Bischofsnadel

Erst durch den Tunnel "Bischofsnadel" zu den Wallanlagen und dann mit dem Kopf durch die Wand will dieser Mann – die Skulptur von Bernd Altenstein aus Stein und Bronze symbolisiert eine gewisse Vergeblichkeit. Aber sie inspirierte einen Bremer Bürger zum heiteren Kommentar "Mit Brille wäre das nicht passiert". Wer weiß das schon ... (1008/h/15)


Steinhäuser Vase
Wallanlagen / Herdentor

1833 vom Bremer Bildhauer Carl Steinhäuser in Berlin entworfen, 1855 aus Marmor erbaut und 1856 in den Wallanlagen am Herdentor aufgestellt. Sie verewigt in allegorischen Reliefs einen alten Bremer Brauch, den Klosterochsenumzug: "... den Mitte Oktober jährlich stattfindenden Umzug von zwei gemästeten Ochsen, die zum Besten der Krankenanstalt verlost werden" (Karl Baedeker, 1861). Sie wurden festlich geschmückt, durch die Stadt getrieben und schließlich zugunsten des Krankenhauses im Johanniskloster geschlachtet. Die Vase entspricht den Grundsätzen der Gartenkunst Mitte des 19. Jahrhunderts: Vielfalt statt Gleichförmigkeit, Naturschönheit, verknüpft mit "Kunstschönheit" und dem Nützlichen in einem Landschaftsgarten nach englischem Vorbild. Gartenkunst wurde zur eigenständigen Kunstgattung. Weil Marmor und der Sandsteinsockel wetterempfindlich sind, bekommt die Vase im Winter ein Dach über den Kopf. (2038/h/19)


"Mann und Frau", Christa Baumgärtel (1992)
Wallanlagen / Am Wall 151

Wenn der Rasen im Frühling und Sommer richtig grün ist, dann stehen sie in einem schönen Kontrast dazu: Die beiden Eisenfiguren von Christa Baumgärtel sind auf notwendige Grundformen und Merkmale reduziert, um Mann und Frau noch zu erkennen – übrigens auch von hinten. Christa Baumgärtel war Schülerin des Bremer Bildhauers Waldemar Otto und erhielt 1980 den Bremer Förderpreis für Bildende Kunst. (2053/h/20)


"Documenta 2 " von Ulich Rückriem (1988)
Herdentorsteinweg / Wallanlagen

Kunst im öffentlichen Raum muss sich gefallen lassen, "benutzt" zu werden. Ulrich Rückriems Skulptur "Documenta2 - Aus dem Museum des Steins" war ursprünglich gewiss nicht als Freifläche für Graffitisprayer gedacht. Der drei mal drei Meter große Steinblock aus Granit de bleu de vivre hat zwei charakteristische, ganz unterschiedlich strukturierte Oberflächen. Ulrich Rückriem war als Professor für Bildhauerei in Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt tätig und lebt heute in Irland. Ende der 1970er Jahre begann er, mit Granit zu arbeiten. Er war 1978 auf der Biennale in Venedig und mehrfach auf der Documenta in Kassel vertreten. Nicht weit entfernt steht auf der Bahnhofstraße am Hillmanplatz eine weitere Granitskulptur mit dem Titel "Der Böse", ebenfalls 1988 aufgestellt. (2051/h/25)


"Ottilie" von Jürgen Cominotto (1987)
Ostertorsteinweg, Ulrichsplatz

Seit 1987 steht auf dem heutigen Ulrichsplatz die Bronzeplastik "Ottilie" von Jürgen Cominotto, gestiftet vom Deutschen Frauenbund für alkoholfreie Kultur. Die Vereinigung wurde 1900 in Bremen von der Pädagogin Ottilie Hoffmann ins Leben gerufen, die für ein Leben in Abstinenz kämpfte. (1002/j/12)


"Boule"-Spiel von Bernd Uiberall
Contrescarpe / Kohlhökerstr.

Zum Boule-Spiel gehören Geschicklichkeit und Glück. Weshalb die überdimensionalen Marmorkugeln in rosa, grau und beige, fein poliert und harmonisch angeordnet, vor der Landeszentralbank in der Kohlhökerstraße genau richtig platziert sind und aus einsehbaren Gründen unbeweglich bleiben. (1010/k/16)


"Der Tröpfler", „Il Gocciolatoio“ Daniel Spoerri (2004)
Altstadt, Börsenhof , gegenüber Baumwoll

Dies ist ein Brunnen mit Hand und Fuß. Makaber, aber wahr. Sie müssen nur genau hinsehen, um die menschlichen Gliedmaßen zu entdecken, die der Schärfe der Objekte zum Opfer gefallen sind. In der Kunst von Daniel Spoerri tauchen immer wieder Küchengeräte auf, insbesondere Fleischwölfe jeder Form und Größe. So auch hier, beim Tröpflerbrunnen „Il Gocciolatolo“, der trotz der martialischen, an vier Stäben fest geschweißten Küchenwerkzeuge leicht und luftig anmutet, als habe ein feinsinniger Tüftler ein Netz gesponnen. Dazu passt auch das Geräusch, denn er tröpfelt tatsächlich leise vor sich hin, natürlich nur im Sommer. (2076/m422/15)


"Eisengitter", Norbert Radermacher (1988)
Bahnhofsvorstadt, Hillmannplatz

Kunst einfach so, im Vorübergehen entdeckt, ein "Hingucker", weil unerwartet: Norbert Radermacher ist Experte, wenn es um ungewöhnliche und überraschende Kunst-Orte geht. Das Eisengitter, das sich als eine Acht um einen Baum auf dem Hillmannplatz windet, hat keine wirkliche Funktion - zumindest nicht auf den ersten Blick. Genau das bezweckt Radermacher mit seinen Kunstobjekten: Sie sollen den Betrachter zum Fragen oder zum erstaunten Schauen animieren. Wenn an diesem Gitter dann doch ein Fahrrad angeschlossen wird, bekommt das Kunstobjekt sogar noch eine Funktion. (2077/m47/20)


"Das Ornament", Norbert Radermacher (1985)
Hauptbahnhof, Gustav-Deetjen-Tunnel

Wer rechnet in einem düsteren Tunnel zwischen schmutzigen Kacheln und Schmierereien schon mit einem Kunstobjekt? Und wer hat angesichts des schnellen Verkehrs überhaupt Gelegenheit, darauf zu achten? "Stücke für Städte" nennt Norbert Radermacher seine wie zufällig im belebten Stadtraum auftauchenden Objekte. Ein solches "Stück" ist auch "Das Ornament" im Gustav-Deetjen-Tunnel, das einem Fliesenfragment mit grafischen Zeichen gleicht und an die Silhouette Afrikas und Indiens erinnert. Ein ähnliches Fliesenstück in einem von türkischen Migranten bewohnten Kölner Stadtviertel greift das Fußbodenmuster der Hagia Sophia in Istanbul auf (1983). Radermacher wählt "Unorte" aus, Parkplätze, Unterführungen, Tunnel. Er will "etwas da lassen für alle, die dort ein- und ausgehen / oder für die, die ohne zu fragen finden können." (2087/m47/30)