Bremerinnen

Gräfin
Emma von Lesum
ca. 980/985 - 1038


Gräfin Emma von Lesum

Eine sagenumwobene Gutsherrin

Sie war eine wohlhabende und wohltätige Gräfin, die der Kirche großzügig Geld spendete. Sie stammte aus sächsischem Adelsgeschlecht, wurde als Heilige verehrt und soll die erste namentlich nachweisbare Bremerin sein. Das allein macht die Gutsherrin Emma von Lesum schon besonders. Aber sie hat Bremen auch eine wunderbare Legende geschenkt, die seit Anfang des 18. Jahrhunderts in vielfältigen Variationen erzählt wird.

Mit List und Tücke

Es war einmal im Jahr 1032. Da brauchten die Bremer Bürger dringend Weideland und baten die verwitwete Gräfin während eines Besuches mit Herzog Benno, dem Bruder ihres verstorbenen Ehemannes, um Hilfe. Sie versprach ihnen soviel Weidefläche, wie ein Mann in einer Stunden umrunden könne. Das passte dem Bruder, der Angst um sein Erbe hatte, ganz und gar nicht. Listig versuchte er, die Gräfin umzustimmen und schlug einen ganzen Tag als Frist vor. Die großzügige und kluge Gräfin stimmte unerwartet zu. Da wollte der Bruder wenigstens den Mann aussuchen, der die Strecke ablaufen sollte und wählte einen Krüppel aus. Der Ärmste hatte keine Beine mehr. Sieg für den Bruder? Mitnichten.

In Stein gemeißelt

Die Gräfin segnete den Mann und betete für ihn, und so kroch er los und umrundete eine riesige Fläche, die als Bürgerweide in die Legende einging. Damit hatte niemand gerechnet, schon gar nicht Herzog Benno. Die Gräfin hatte ihren raffgierigen Schwager ausgetrickst. Wer dem Bremer Roland auf die Füße schaut, sieht dort ein Bild des Krüppels, das die Bremer aus Dankbarkeit dort in Stein meißeln ließen.

Dichtung und Wahrheit

Was auch immer wahr sein mag an dieser Legende (die Schenkung ist nicht belegt), sie gehört zu Bremen wie der Roland und der Dom. In der Geschichte Bremens fand sie 1844 endgültig ihren Platz in "Bremen's Volkssagen", niedergeschrieben von Friedrich Wagenfeld. An die Gräfin erinnern außerdem eine Steinbank am Emmasee und ein Café im Bürgerpark, eine Emmastraße in Schwachhausen und eine in Lesum und eine Skulptur, die sie neben Benno von Sachsen auf dem Pferd zeigt.

Friedensstifterin

Historisch nicht belegt ist, dass Gräfin Emma im Dom begraben ist. Dafür finden wir sie in der St. Johanniskirche im Schnoor in einem Glasfenster: Sie hält Fische in der Hand als Symbol für ihre Wohltätigkeit und Armenspeisung. Ein Palmzweig im Arm erinnert an ihre Rolle als Friedensstifterin. Emma war eine geschickte und gefragte Diplomatin und hat aktiv ein Friedensabkommen zwischen den Bremer Erzbischöfen und den Sachsenherzögen im Umland vermitteln können.