Bremensien


Tour des Matjes


Matjes in Bremen, Freizeit Bremen, Tour de Matjes rollen und essen

Zünftig Matjes essen

BREMEN
10. Juni 2009


Bremer Fischrestaurants…..>

MATJES:
niederl. Maatjesharing
von Maagdenharing
Mädchenhering oder
Jungfrauenhering







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Matjeskult in Bremen

In Bremen beginnt die Matjes-Saison mit der "Tour de Matjes"

Es gibt Menschen, die fahren immer noch extra nach Holland, um original "Hollandse Nieuwe" zu essen, also frische neue Matjes. Sie könnten auch ganz einfach nach Bremen kommen. Denn hier beginnt traditionell die "Tour de Matjes" durch Deutschland.

Tradition seit 25 Jahren

Anfang der 80er Jahre kamen zunehmend deutsche Touristen aus Holland zurück und schwärmten von einer neuen Fischspezialität - junge Heringe, roh gegessen, direkt am Strand verkauft, nicht zu vergleichen mit normalen oder gar grünen Heringen. Die Fischfachhändler überzeugten sich vor Ort - und seitdem beginnt die deutsche Matjessaison in Bremen.

Party mit "Vorkoster" und "Meisjes"

Der neue Matjes wird zunächst morgens um 8.30 Uhr in Vegesack angelandet, die historische Barkasse "Vegebüdel" bringt die Fässer mit neuen holländischen Matjes nach Bremen, am Martinianleger werden sie um 10 Uhr entladen, von der "Matjes-Gilde" in Empfang genommen und zum Domshof gerollt.
Zum Ritual in Bremens Innenstadt gehört die Geschmacksprobe durch "Matjes-Hermann", dem der Bürgerschaftspräsident als zweiter Vorkoster folgt. Beide bescheinigen natürlich beste Qualität. Anschließend gibt’s Party mit Musik und Häppchen, verteilt von zwei holländischen "Meisjes" in Originaltracht.

Botschafter des Matjes

Die Fässer werden an die Landesvorsitzenden des deutschen Fischhandels verteilt, die als "Botschafter des Matjes" den leckeren Fisch im ganzen Land verteilen sollen. Allen voran Peter Koch-Bodes, Bundesvorsitzender des deutschen Fischfachhandels, der diese Tradition 1984 begründet hat und alle Jahre wieder das erste Fässchen im holländischen Scheveningen in Empfang nimmt.

Versteigerung für einen guten Zweck

Er versteigert auch das ersten Fässchen für einen guten Zweck. In diesem Jahr geht der Erlös an die Organisation MSC, die Marine Stewardship Council. MSC vergibt Zertifikate für Fischereibetriebe, die umweltverträglich und nachhaltig arbeiten. Außerdem werden zwei Personen, die sich um den Matjes z.B. gastronomisch besonders verdient gemacht haben, in die Matjes-Gilde aufgenommen.

Wann ist ein Hering ein Matjes?

Wenn er sich ordentlich fett gefuttert hat, noch nicht geschlechtsreif ist, d.h. noch nicht gelaicht hat, zwischen Mai und Juli gefangen und an Bord "gekehlt", also aufgeschnitten, ausgeblutet und bei mindestens -45° C schockgefroren wurde, um mögliche Nematoden abzutöten. Anschließend wird er wieder aufgetaut, in Salzlake eingelegt, und nach zwei bis vier Tagen Reifen ist er dann fertig zum Verzehr.

Vitaminreich und gesund

Matjes ist sozusagen ein jungfräulicher Hering, zart, weich und mit marzipanfarbenem Fleisch. Frisch entgrätet, gehäutet und als Doppelfilet wird er mit ein paar Zwiebelwürfeln serviert.
Matjes schmeckt nicht nur lecker, er ist auch durch und durch gesund: reich an Omega-3-Fettsäuren, Vitamin A, B und D. Er hat viel Eiweiß und natürlich einen hohen Fettgehalt (15-20%). Das macht den runden Geschmack.

Vielfältige Zubereitung

In Holland werden die Doppelfilets traditionell an der Schwanzflosse gepackt und dann sozusagen kopfüber gegessen. Messer und Gabel sind überflüssig und kommen erst dann zum Einsatz, wenn Köche den Matjes mit Sahnesauce, Äpfeln und Zwiebeln servieren, mit grünen Bohnen, Speck und Kartoffeln, mit einem Schalottenmus oder als Sushi, dann aber sind Stäbchen angesagt – oder einfach die Finger.