Geschichten
aus Bremen

Gluckhenne


Die Gluckhenne am Rathaus in Bremen, Gründung Bremens Gluckhenne Rathaus

Der Hahn am Rathaus in Bremen, Gründung Bremens Der Hahn als Pendant

Die Gluckhenne in der Böttcherstrasse Bremen, zur Gründung Bremen Gluckhenne aus Bronze


Bremen und die Gluckhenne

Sie hat sich ein schönes Plätzchen am Rathaus auf dem Marktplatz ausgesucht: linke Seite der Renaissancefassade, zweiter Bogen, dritte Säule, kunsthistorisch gesprochen "im rechten Zwickel".
Da sitzt seit 1612 eine Henne in ihrem Nest bei ihren Küken, umarmt von einer allegorischen Frauenfigur.

Zeichen des Himmels

Hier ist der Ursprung Bremens zu finden. Aus ihrer Heimat vertriebene, ihre Freiheit über alles liebende Fischer waren auf der Weser unterwegs. Sie suchten verzweifelt ein neues Zuhause und baten um ein Zeichen des Himmels.
Und siehe da, am Ufer scharrte gerade eine Henne ihr Nest in den Dünen, um ihre Küken sicher darin unterzubringen. Also dachten sich die Fischer, da werden auch wir uns sicher und wohl fühlen und gründeten die Siedlung Bremum.
Um 778 soll das geschehen sein.

Dichtung und Wahrheit

Wie immer bei sagenhaften Geschichten liegen Dichtung und Wahrheit eng beieinander, in jedem Fall gilt die Henne am Rathaus als ein Symbol für Schutz und Fruchtbarkeit. Im linken Zwickel sitzt nämlich ein Hahn als Pendant.

Bremer "Gründungssage"

Alles weitere mag sich Friedrich Wagenfeld ausgedacht haben oder auch nicht, zumindest hat er die Geschichte 1844 in den "Bremer Volkssagen" aufgeschrieben.
"Da bemerkten sie eine Henne, die sich und ihren Küchlein einen sichern Ruheplatz suchte für die Nacht, und jubelnd sprang alles Volk aus den Schiffen, um der Henne zu folgen, die mit ihrer kleinen Schar einen Hügel hinanging und sich mit ihrer Brut im hohen Heidekraut verbarg.
Sie beschlossen nun, dies Ereigniß, worin sie ein Bild und Spiegel ihrer eignen Lage erblickten, anzusehen als ein günstiges Zeichen und an der Stelle, wo die Henne ein schützendes Obdach gefunden, ihre Hütten wieder aufzuschlagen. Dieser Hügel sollte fortan der Hort der Freiheit sein."

Henne in Bronze

Hundert Jahre später hat sich der Bildhauer Alfred Horling der Sage angenommen und die Bremer Gluckhenne 1958 in Bronze gestaltet. Mit scharfem Blick zu erspähen ist sie in der Böttcherstraße auf einem Mauervorsprung links unter dem Glockenspiel. Eine ebenfalls von Alfred Horling gestaltete Bronzetafel erzählt die sagenhafte Geschichte.