
Nach einem roten Faden sollte man gar nicht erst suchen, sondern sich auf die schönen Bilder einlassen, auf die vollendete Choreografie.
Es ist erstaunlich, wie schlicht ein Bühnenbild sein darf, wenn die farbigen Kontraste der Kostüme es lebendig machen oder skurrile Figuren einen heiteren Wechsel ankündigen: die Diva im Reifrock, der römische Soldat oder ein zotteliger Gnom.
Rami Be'er bietet den einzelnen Tänzern wie dem gesamten Ensemble jede Möglichkeit kraftvoller und dynamischer Darstellung, begleitet von einem fantasievollen Musikmix aus Pop, Musette, Zither- und Zirkusmusik.
Hier werden Stimmungen und Atmosphären lebendig, Situationen, Klänge, Farben und Bewegungen fügen sich zu harmonischer Einheit, dekorativ und anmutig, verträumt und komisch.
Ausgelassen springen die Tänzer auf Betten herum, aalen sich fröhlich im Regen aus blutroten Papierschnipseln, sitzen als dekorative Figuren im Regal oder stopfen an langer Tafel in Windeseile Kuchen in sich hinein.
Männer und Frauen begegnen und trennen sich, mal zufällig, mal geplant, immer unterhaltsam und überraschend. Ein sinnlicher Abend für Augen und Ohren, bei dem in Farben und Musik geschwelgt werden kann.
(Christiane Schwalbe)