Theater Bremen


Theaterkonzept
Hans-Joachim Frey




Theater am Goetheplatz
Neues Schauspielhaus
Musical Theater
Brauhauskeller
Moks Theater




"Jeden Abend ein Feuerwerk"

Intendant Hans-Joachim Frey positioniert das Theater Bremen als kulturelles Zentrum der Stadt

"Highlight 2008" - mit diesem Innovationspreis hat der Bremer Marketing Club die erfolgreiche Marktentwicklung des Theaters ausgezeichnet. Ein gutes Omen für die neue Spielzeit, die gerade begonnen hat und nach der Auszeichnung "Opernhaus des Jahres 2007" ein weiterer Erfolg für das neue Konzept des Intendanten.

Zauberkünstler in Bremen

Hans-Joachim Frey ist vor gut einem Jahr angetreten, den Theaterbetrieb ohne Qualitätsverlust von Grund auf neu zu strukturieren. Er hat "Kunst auf allerhöchstem und besten Niveau" versprochen, will gutes Theater mit weniger Geld machen, also ein Zauberkunststück vollbringen. Die Süddeutsche Zeitung nannte ihn deshalb den "Harry Potter der Theaterfinanzen". Frey: "Die Zeiten, vom Staat mehr Geld für das Theater zu verlangen, sind vorbei."

Neues Konzept

Wie soll das gehen? Mit deutlich mehr Premieren, Vorstellungen en bloc und am frühen Abend, mit Lesungen, Prominententalks, Jazzkonzerten und Ausstellungen in der Theatergalerie im Foyer, mit einem Spielplan, der die Avantgarde ebenso berücksichtigt wie populäre Komödien, mit experimentierfreudigen jungen RegisseurInnen, begabten Nachwuchskräften, die noch bezahlbar sind, und mit der neuen Dachmarke "Theater Bremen", die an die legendäre Zeit eines Kurt Hübner und seinen “Bremer Stil” anknüpft. Auch das Logo ist neu, der Hahn kräht gleich vierfach.

Erfolgreicher Spagat

Oper, Schauspiel, Tanz- und Moks-Theater für Kinder und Jugendliche präsentierten sich in der Spielzeit 2007/2008 mit bemerkenswerten Produktionen: spektakuläre Uraufführungen, traditionelle, aber auch sperrige Inszenierungen, populäres, turbulentes, manchmal schrilles Theater.
Der Spagat zwischen Kunst und Marketing, Popularität und Avantgarde ist in der ersten Spielzeit gelungen: Die Besucherzahlen sind um 11 Prozent gestiegen.

Theater als Standortfaktor

Theater muss Geld einspielen, Standortfaktor und Gesprächsthema sein, sagt der umtriebige Hans-Joachim Frey, er will es zum gesellschaftlichen Mittelpunkt der Stadt und der Region machen. Dabei hat er keine Berührungsängste, wenn es um Kooperationen und Vermarktung geht. Auch Kunst will lautstark angepriesen sein.
Der studierte Opernsänger, Organist, Opernregisseur und Kulturmanager, der den Direktorenposten an der Semperoper in Dresden gegen den Intendantenstuhl in Bremen tauschte, hat dem Theater wieder zu positiven Schlagzeilen verholfen.

Highlights und Stars

Der Kabarettist Werner Schneyder inszeniert auch in der neuen Spielzeit, Gogols "Der Revisor". Das Märchenspiel "Hänsel und Gretel", für das Elke Heidenreich eine Bremer Fassung des Librettos schrieb, wird wieder aufgenommen.
Maximilian Schell, der Texte zum konzertanten "Fidelio" vortrug, war erneut Gast in Bremen, als er im September die sehenswerte Ausstellung "Salome Rundum" von Christian Ludwig Attersee im Theaterfoyer eröffnete. Der prominente österreichische Maler schuf das Bühnenbild zur Oper "Salome".

Verheißungsvoller Spielplan

Türkei und Frankreich sind mit Veranstaltungen und Projekten in allen Sparten in der neuen Spielzeit die Länderschwerpunkte. Man darf gespannt sein auf Stücke von Molière und Sartre und auf zeitgenössische Opern: "Gegen die Wand" nach dem gleichnamigen Film von Fatih Akin und "Celan" über Leben und Werk des Dichters Paul Celan.

Prominente Regisseurin

Mit "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" wurde ein Frauenporträt von Rainer Werner Fassbinder in Szene gesetzt, der unter Kurt Hübner in Bremen als Regisseur gearbeitet hat und zu den provokantesten deutschen Künstlern der 70er Jahre zählt. Und zur Premiere von Wagners "Rienzi", inszeniert von Katharina Wagner, der frisch gekürten Chefin der Bayreuther Festspiele, kamen 150 Journalisten in die Stadt.

Spektakuläre Inszenierungen

Das Theater Bremen macht von sich reden - nicht mit Klagen über die immer noch engen finanziellen Spielräume, sondern mit künstlerischen Ereignissen, über die man spricht.
An der Waterfront wird es im nächsten Jahr nach der erfolgreichen Open-Air-Inszenierung "Der Fliegende Holländer" mit Verdis "Aida" wieder eine spektakuläre Opernaufführung geben, und Ende Januar 2009 dürfte die Europa-Premiere des Musicals "Marie Antoinette" im besten Sinne des Wortes für Aufsehen sorgen.

(Christiane Schwalbe)