Bremen
Theater
Theaterkritik


"Maometto Secondo"

Gioacchino Rossini


Libretto:
Cesare della Valle



MUSIKAL. LEITUNG:
Daniel Montané
INSZENIERUNG:
Michael Hampe
BÜHNENBILD:
Alberto Andreis
KOSTÜME:
Chiara Donato
CHOR:
Tarmo Vaask

SÄNGER:
Anna Erisso:
Anna Pegova
Calbo:
Nadja Stefanoff
Paolo:
Erisso Luis Olivares
Maometto II.:
Jose Gallisa
Condulmiero:
Mihai Zamfir
Selimo:
Tadahiro Masujima





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Maometto Secondo

Oper von Gioacchino Rossin

Pesaro, Bremen, Tokio – das klingt gut, international und irgendwie weltstädtisch. Die italienisch-japanisch-deutsche Kooperation macht Bremen um eine opulente Operninszenierung reicher.

Kampf der Kulturen

Michael Hampe, der mit "La Cenerentola" so viel Erfolg in Bremen hatte, inszenierte Rossinis "Maometto Secondo" für das Rossini Opera Festival im italienischen Pesaro.
Ein historisches Kriegsspektakel, in dem es inhaltlich um den Kampf der Kulturen geht, um die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Muselmanen und Christen. "Die Christen, nicht die Muslime waren im 15. Jahrhundert die Fundamentalisten", sagt der Regisseur im Interview, "das zeigt Rossini in seiner Oper ganz deutlich".

Traditionelles Opernvergnügen

Der Konflikt zwischen den beiden Religionen bietet allenfalls das Tableau für eine opulente historische Inszenierung ganz ohne aktuelle Bezüge, in der Kostüme, Bühnenbild, Kulisse und Lichtgestaltung für schöne Bilder sorgen.
Eine farbenprächtige Augen- und Ohrenweide für ein traditionelles Opernpublikum, das sich dem puren musikalischen und optischen Genuss ohne Hintergedanken widmen kann. Ob das heutzutage (generell und insbesondere bei dieser Oper) ausreicht, darf zumindest angezweifelt werden.

Prachtvolle Kostüme

Krummsäbel und Turbane, wallende Gewänder und Pluderhosen, glänzende Rüstungen und rote Fahnen vor strahlendem Firmament, dann wieder finstere Gruft, Verzweiflung in Mimik und Gesten vor düster drohendem Himmel: Michael Hampe schwelgt in den Attributen einer traditionellen Interpretation und macht große Oper.
Dazu gehören gleichermaßen starke Stimmen, große Arien, ein virtuoses Orchester und glanzvolle Auftritte des Chors (Leitung:Tarmo Vaask). Allerdings wirkt Rossinis Musik manchmal viel leichter und verspielter als es das grausame Geschehen auf der Bühne erwarten lässt.

Zum Schluß der Selbstmord

Denn es herrscht Krieg zwischen dem Stadthalter von Negroponte, einer venezianischen Kolonie in Griechenland (der venezianische Löwe thront im ersten Bild auf der Bühne) und dem türkischen Heerführer Maometto II. In den hatte sich seine Tochter Anna verliebt, als er als Späher verkleidet nach Negroponte kam. Hin- und her gerissen zwischen ihrer Liebe zum Sultan und ihrer Verpflichtung dem Vater gegenüber, ersticht sich die schöne Anna am Ende, nachdem sie den Geliebten verraten und den Vater gerettet hat.
Dann endlich kann das bestens unterhaltene Opernpublikum durchatmen und nach drei Stunden reichlich Beifall spenden.

(Christiane Schwalbe)