Theater Bremen
Theaterkritik


"Norma"

Vincenzo Bellini

Tragische Oper
in zwei Akten

Libretto:
Felice Romani

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

INSZENIERUNG:
Philipp Himmelmann
MUSIKAL. LEITUNG:
Daniel Montané
CHOR:
Tarmo Vaask
BÜHNENBILD:
Hermann Feuchter
KOSTÜME:
Gesine Völlm

DARSTELLER:
> Norma:
Kelly Cae Hogan
Adalgisa:
Tamara Klivadenko
Pollione(Sever):
Luis Olivares Sandoval
Orovisto:
Jose Gallisa



2788

"Norma"
von Vincenzo Bellini

Tragische Oper in zwei Akten

"Norma" von Vincenzo Bellini aus der Epoche des Belcanto wird selten gespielt und gehört nur in südlichen Ländern zum Repertoire der Opernhäuser. Richard Wagner sagte über diese Oper, Bellinis Melodien seien "schöner als Träume", und Maria Callas machte Normas Gebet "Casta Diva" zu ihrer Glanzrolle.

Doppelleben

Die Druiden-Priesterin Norma ist hin- und hergerissen zwischen Pflicht und Gefühl, ihrer Rolle als machtvolle Führerin ihres Volkes und der heimlichen Liebe zum Anführer der römischen Besatzungstruppen, mit dem sie zwei Kinder hat.
Norma verletzt ihr Keuschheitsgelübde und sie verrät ihr Volk – ein Drama, das sich im Theater am Goetheplatz sowohl als als psychologisch tiegfründiges Spiel um Sehnsucht, Liebe und Lüge entfaltet, als auch als emotionsgeladene Tragödie um Macht, Leidenschaft und Rache.
Im Mittelpunkt der Bühne steht eine große Treppe, in deren Hintergrund sich Normas kleines Familienidyll verbirgt. Ihr Doppelleben endet tragisch und spektakulär zugleich.

Zum Weinen und Schaudern

Richard Wagner nannte Bellinis Musik ein "Beispiel musikdramatischer Wahrheit des Ausdrucks" und wünschte, "dass den deutschen Komponisten doch endlich einmal solche Melodien und eine solche Art, den Gesang zu behandeln, einfallen möchten."
Bellini selbst empfahl in einem Brief an den italienischer Dichter und Librettisten Carlo Pepoli: "Das musikalische Drama muss durch den Gesang zum Weinen, Schaudern, ja zum Sterben bringen ..."
Dank großartiger Stimmen, einer stimmigen und szenisch beeindruckenden Inszenierung, die virtuos mit Bühnenbild und Kostümen spielt, und einer bemerkenswerten Chor- und Orchesterleistung hat sich Bellinis Wunsch in Bremen erfüllt.

(Christiane Schwalbe)