Bremen Theater
am Goetheplatz
Theaterkritik


"Die Zauberflöte"
Wolfgang Amadeus Mozart

Oper in zwei Aufzügen

LIBRETTO:
Emanuel Schikaneder

MUSIK. LEITUNG:
Daniel Montané
INSZENIERUNG:
Chris Alexander
BÜHNENBILD:
Marina Hellmann
KOSTÜME:
Marie-Theres Cramer
CHOR:
Tarmo Vaask
CHOREOGRAPHIE:
Jacqueline Davenport

Papageno:
Jochen Kupfer
Papagena:
Eun-Kyung Um
Sarastro:
Ethan Herschenfeld
Tamino:
Benjamin Bruns
Sprecher:
Loren Lang
1. Priester:
Allan Parkes
2. Priester:
Bert Coumans
Königin der Nacht:
Sara Hershkowitz
Monostatos:
Tadahiro Masujima
Pamina:
Nadine Lehner
1. Dame:
Jung-Ae Noh
2. Dame:
Karin Neubauer
3. Dame:
Barbara Buffy
1. Knabe:
Samuel Rikus
2. Knabe:
Marlon Tilgner
3. Knabe:
Simon Pühn


"Die Zauberflöte"

Mozarts "Zauberflöte" ist der sprichwörtliche Publikumsliebling, entsprechend oft inszeniert und aufgeführt. Man könnte also viel falsch machen, würde man die beliebte Oper mit modischen Mätzchen in Szene setzen.

Pures Vergnügen

Sie ist und bleibt ein Märchen und so kommt sie bei Chris Alexander auch auf die Bühne: bunt, effektvoll, kraftvoll gesungen und auch musikalisch bestens in Szene gesetzt.
Das Zuschauen und Zuhören ist in der Bremer Inszenierung rundum ein Vergnügen, gespickt mit dramaturgischen Überraschungen und fantastischen Einfällen, die immer wieder für Lacher im Publikum sorgen. Ausstattung und Bühnenbild sind prachtvoll und opulent, stimmig in Licht und Farben, das ist ein ästhetischer Genuss.

Im Takt der Musik

Große Oper: der Auftritt der Königin der Nacht in dunklem Blau, strahlend orange das Sonnenreich von Sarastro, Tamino in weiß und Pamina in lichtem hellblau. Kunterbunt das Pärchen Papageno und Papagena, komisch und komödiantisch, ein Augen- und Ohrenschmaus.
Es sind nicht nur die mehrheitlich großartigen Stimmen, die im perfekten Zusammenspiel mit den Musikern im Orchestergraben diese Inszenierung zum kurzweiligen und unterhaltsamen Erlebnis machen; es ist vor allem das abwechslungsreiche und lebendige Spiel auf der Bühne, das sich gleichsam im Takt der Musik entfaltet.

Für die ganze Familie

Chris Alexander präsentiert Volkstheater im besten Sinne des Wortes. Oma und Opa, Eltern, Kinder und Enkel haben allesamt Spaß an dieser Inszenierung: am Tierballett zum Beispiel mit stolzierendem Flamingo oder neugierig den Hals reckender Giraffe. Der leuchtend grüner Drache mit ebenso leuchtenden roten Augen stirbt gleich zu Beginn mit hängender Zunge, ein eiliger Tausenfüßler trippelt über die Bühne und ein Känguruh hüpft hinterher.

Kurzweiliges Märchen

Bild auf Bild in neuer Farbigkeit, in strahlendem Licht oder finsterer Bedrohlichkeit – eine durch und durch sinnliche und vergnügliche Inszenierung, die Musik, Spiel und Gesang, Bühnenbild, Kostüme und Ausstattung zu einer auch ästhetisch wunderbaren Märchenoper verbindet. Und wenn sich Mozart einst vor allem am stillen Beifall erfreute, Chris Alexanders Inszenierung bekommt anhaltend lautstarken Beifall.

(Christiane Schwalbe)