
REGIE:
Susanne Kristin Gauchel
AUSSTATTUNG:
Christian Ludwig Attersee
MUSIKALISCHE LEITUNG:
Markus Poschner
Weitere Aufführungen:
21. und 25. 10.2008
07., 13. und 15.11.2008
29. 03. 2009
08.,10., 16. und 26. 04.2009
Die spannende Umsetzung ist allen voran das Werk der Bremer Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Markus Poschner bzw. Daniel Montané. Man muss kein Musikexperte sein, um zu spüren, dass hier außergewöhnlich und hingebungsvoll musiziert wird und dass der Enthusiasmus im Orchestergraben sich überträgt auf die Akteure auf der Bühne.
Salome, die schöne Prinzessin von Judäa, will den Heiligen und Propheten Jochanaan verführen. Er sitzt im Kerker, weil er das Königshaus verunglimpft. Sie umgarnt und lockt ihn, pendelt zwischen Unschuld und Begehren, zwischen Kind und Frau.
Auf Jochanaan hat das keine Wirkung, im Gegenteil: Er verabscheut ihre Zudringlichkeit, prangert die Unmoral der Mutter an, geißelt das Herrscherhaus und wittert überall sündiges Treiben wie in Sodom und Gomorrha.
König Herodes, Salomes lüsterner Stiefvater, ist ihrer Schönheit verfallen, er betet sie an, bittet sie, für ihn zu tanzen – koste es, was es wolle. Es kostet ihn nicht Gold und nicht Juwelen, sondern den Kopf von Jochanaan. Ihn will Salome in silberner Schale präsentiert bekommen.
Die Weltkugel als vielfältig interpretierbares Symbol für den abgeschlagenen Kopf, wird in der Inszenierung schon beim leichtfüßigen und erotischen Tanz der sieben Schleier zum Blickfang. Ebenso wie der überdimensionale Glaskelch, unter dem Salome später den vom König befohlenen Tod findet soll.
Eine ästhetisch gelungene, fantasievolle und elegante Inszenierung der jungen Regisseurin Susanne Kristin Gauchel, die gemeinsam mit Christian Ludwig Attersee eine eindrucksvolle Kulisse von unterschiedlicher Farbigkeit geschaffen hat. In dieser Inszenierung ist Salome kein perverses Ungeheuer, sondern eine von der Familie traumatisierte Kindfrau.
Attersees expressive Bilder sind zwar beherrschender Hintergrund der Handlung, lassen Akteuren und Zuschauern aber viel Raum für individuelle Assoziationen und den Genuss schöner Stimmen in sinnlicher Szenerie und Ausstattung.
(Christiane Schwalbe)