Bremen Theater
am Goetheplatz


"Salome"
Richard Strauss
Oper



REGIE:
Susanne Kristin Gauchel

AUSSTATTUNG:
Christian Ludwig Attersee

MUSIKALISCHE LEITUNG:
Markus Poschner

Weitere Aufführungen:
21. und 25. 10.2008
07., 13. und 15.11.2008
29. 03. 2009
08.,10., 16. und 26. 04.2009


"Salome"

Oper von Richard Strauss

Nach einer Erzählung von Oscar Wilde
Minutenlang geschlossene Saaltüren und eine mysteriöse Frauenstimme im Foyer gehören zur Inszenierung - nicht unbedingt verständlich, aber überraschend, wie die ganze Inszenierung von Salome. Die Oper von Richard Strauss nach Texten von Oskar Wilde ist ein blutrünstiges Werk, wird im Theater Bremen aber ganz unblutig, dafür effektvoll, musikalisch spannungsreich und szenisch elegant umgesetzt.

Enthusiasmus der Musiker

Die spannende Umsetzung ist allen voran das Werk der Bremer Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Markus Poschner bzw. Daniel Montané. Man muss kein Musikexperte sein, um zu spüren, dass hier außergewöhnlich und hingebungsvoll musiziert wird und dass der Enthusiasmus im Orchestergraben sich überträgt auf die Akteure auf der Bühne.

Sodom und Gomorrha

Salome, die schöne Prinzessin von Judäa, will den Heiligen und Propheten Jochanaan verführen. Er sitzt im Kerker, weil er das Königshaus verunglimpft. Sie umgarnt und lockt ihn, pendelt zwischen Unschuld und Begehren, zwischen Kind und Frau.
Auf Jochanaan hat das keine Wirkung, im Gegenteil: Er verabscheut ihre Zudringlichkeit, prangert die Unmoral der Mutter an, geißelt das Herrscherhaus und wittert überall sündiges Treiben wie in Sodom und Gomorrha.

Die Erdkugel als Symbol

König Herodes, Salomes lüsterner Stiefvater, ist ihrer Schönheit verfallen, er betet sie an, bittet sie, für ihn zu tanzen – koste es, was es wolle. Es kostet ihn nicht Gold und nicht Juwelen, sondern den Kopf von Jochanaan. Ihn will Salome in silberner Schale präsentiert bekommen.
Die Weltkugel als vielfältig interpretierbares Symbol für den abgeschlagenen Kopf, wird in der Inszenierung schon beim leichtfüßigen und erotischen Tanz der sieben Schleier zum Blickfang. Ebenso wie der überdimensionale Glaskelch, unter dem Salome später den vom König befohlenen Tod findet soll.

Eindrucksvolle Kulisse

Eine ästhetisch gelungene, fantasievolle und elegante Inszenierung der jungen Regisseurin Susanne Kristin Gauchel, die gemeinsam mit Christian Ludwig Attersee eine eindrucksvolle Kulisse von unterschiedlicher Farbigkeit geschaffen hat. In dieser Inszenierung ist Salome kein perverses Ungeheuer, sondern eine von der Familie traumatisierte Kindfrau.

Sinnliche Szenerie

Attersees expressive Bilder sind zwar beherrschender Hintergrund der Handlung, lassen Akteuren und Zuschauern aber viel Raum für individuelle Assoziationen und den Genuss schöner Stimmen in sinnlicher Szenerie und Ausstattung.

(Christiane Schwalbe)