
REGIETEAM:
Hans-Joachim Frey,
Florian Kruse,
Caroline Schönau,
Monika Gora,
Andreas Braun
MUSIKALISCHE LEITUNG:
Markus Poschner
SOLISTEN:
Tina Kiberg,
Kirsten Blanck,
Kurt Rydl,
Markus Marquard,
Benjamin Bruns,
Mark Duffin
Eine bessere Kulisse hätte Richard Wagners Oper vom verfluchten Seemann und seinem Geisterschiff, der als "Untoter" bis zum jüngsten Tag die Weltmeere befahren muss und nur alle sieben Jahre an Land gehen darf, kaum finden können. Das Drama um Liebe und Erlösung durch eine ewige Treue gelobende Frau beginnt im hellen Tageslicht und endet im immer noch schwach roten Nachthimmel. Die Natur liefert ein perfektes Ambiente.
Vor dem ehemaligen Spacepark, der im Herbst als "Waterfront" wieder eröffnet wird, wurde auf einem Ponton mitten im Wasser eine Seebühne errichtet. Davor eine Zuschauertribüne mit 2700 Plätzen, außerdem ein kleines Cateringdorf mit weißen Zelten, das großen Zulauf findet.
Den Sonnenuntergang (ein wenig blendend) direkt vor Augen, kreuzen zur Ouvertüre im Hafenbecken ein Dreimaster und die Hansekogge "Roland von Bremen". Gesungen wird auf Schiffen und auf der Seebühne, die sich gleich zu Beginn hinten öffnet und den Blick auf's Wasser frei gibt. Technisch und akustisch ist dieses Opernevent für alle Beteiligten eine große Herausforderung.
Drumherum allerlei Überraschungen, um der konzertanten Aufführung Effekte für's Auge zu geben: Wasserfontänen symbolisieren die Gewalten des Meeres, Taucher springen ins Wasser, Komparsen lassen blaue Tücher wehen, die Kogge setzt ihr blutrotes Segel, Ruderboote fahren übers Wasser, Stelzenläufer verkörpern mystische Figuren. In der Abenddämmerung werden Fackeln entzündet, Scheinwerfer spielen mit Lichteffekten und zum Schluss gibt es sogar noch ein kleines Feuerwerk.
Das Theater Bremen will zum Abschluss der Spielzeit mit dieser Operngala ein besonderes Highlight setzen. Ein künstlerisch, technisch und akustisch ehrgeiziges Projekt, mit dem Generalintendant Hans-Joachim Frey die Oper einem größeren Publikum nahe bringen will. Ein ebensolches Event im außergewöhnlichen Ambiente der Waterfront ist schon geplant: Giuseppe Verdis "Aida" im Juni 2009.
Die Hoffnung geht aber noch weiter. Nicht nur das Theater Bremen soll die Waterfront als Spielort entdecken, die neuen Investoren erhoffen sich vielfältiges Interesse und neue Veranstaltungspartner für die Seebühne und zahlreiche in jeder Beziehung kulinarische Gesamterlebnisse.
(Christiane Schwalbe)