
Gastspiel in Bremen
Januar 2008
Nächstes Gastspiel in Bremen:
27. und 28. Febr. 2010
Musical-Theater Bremen
Weil Revivals en vogue sind, haben die fünf Sänger und ihr Pianist die Lacher stets auf ihrer Seite. Das Bremer Publikum spendete dankbar und großzügig Beifall - für gute Arrangements und stimmliche Kraft. Die sechs Herren von Ensemble Six agieren allerdings verhaltener als ihre großen Vorbilder. Ihnen fehlt der temperamentvolle Schwung, der die Zuhörer schon mal unwillkürlich mit dem Fuß wippen läßt. Der Pianist hat es da leichter. Sein geniales Potpourri bekannter Melodien aus Pop, Klassik und Schlager bringt tatsächlich Bewegung ins Publikum.
Den Vergleich mit der nicht nur in der Kulturmetropole Berlin der 20er
Jahre populären Vokalgruppe provozieren „Ensemble Six“
im Titel selbst: In Erinnerung an die Comedian Harmonists. Aber die
sechs Herren im Frack kommen deutlich unterkühlter daher als ihre
großen Vorbilder, steigern sich im Laufe des Abends allerdings,
als mache ihnen die positive Reaktion des Publikums Mut und setzen
ihre Gags pointierter - mit vielsagenden Blicken, sparsamen
Gesten und schlichten Requisiten: ein paar schwarze Podeste, ein rotes
Tuch für den spanischen Torero, ein altes Grammophon, eine
weiße Serviette und natürlich der Kaktus,
überdimensional und ausziehbar.
Im Vordergrund steht die Perfektion von Stimmen und Gesang, weniger die
Bühnenshow. Das "Ensemble Six" bleibt elegant und kühl, agiert
eher ironisch denn temperamentvoll, geht erst aus sich heraus als es
gestopfte Trompeten und gezupfte Bässe mimt und das Publikum zur
Darstellung des schiefen Turms von Pisa animiert.
„Mein kleiner grüner Kaktus“ darf in einer Bühnenshow, die den Spuren der legendären Comedian Harmonists folgt, natürlich nicht fehlen. Aber das „Ensemble Six“ hebt sich diesen Ohrwurm geschickterweise bis zum Schluss auf. Als ultimative Zugabe sozusagen. „Das spielen wir jetzt, wenn sie uns versprechen, hinterher unsere CD zu kaufen.“
(Christiane Schwalbe)