
Am Wall 208
28195 Bremen
Tel. 0421 - 32 72 00
ÖFFNUNGSZEITEN:
Di - So 10 - 18 Uhr
GERHARD-MARCKS-HAUS
GERHARD MARCKS
SKULPTURENGARTEN:
GETROFFENER (1963)
Bronze Skulpturengarten
PRIMA VERA (1958)
Primavera / Bronze
SCHREITENDER JÜNGLING (1960)
Bronze
SCHREITENDES MÄDCHEN (1960)
Bronze
Gerhard Marcks schuf die immerhin zwei Meter hohe Bronzeskulptur im Auftrag der Stadt. Seit 1953 steht sie auf der linken Seite des Bremer Rathauses (Nordseite), ein Touristenmagnet. Hufe, Beine und Schnauze des Esels sind glänzend blank gerieben, sie zu berühren soll schließlich Glück bringen.
Marcks ist einer der wichtigsten deutschen Bildhauer des 20. Jahrhunderts und hat in Bremen viele Spuren hinterlassen. Rechts neben der Bürgerschaft gibt es seit 2005 einen kleinen Skulpturengarten. Hier sind sechs menschliche Figuren im Sitzen, Stehen und Liegen gruppiert, von Gerhard Marcks in einer klaren, geradlinigen, fast zurückhaltenden Formensprache gestaltet.
Der Skulpturengarten ist trotz der Nähe zum Marktplatz ein angenehm stiller und beschaulicher Ort, an dem man auf Bänken in Ruhe verweilen und die ausdrucksstarken Figuren von Gerhard Marcks betrachten kann.
Die Bronzeplastiken sind fast alle zwischen 1958 und 1966 entstanden, in diesem Zeitraum wurde auch das Gebäude der Bremischen Bürgerschaft geplant und gebaut. Zeitgeschichte also, dokumentiert am Beispiel der modernen Gebäudearchitektur von Wassili Luckhardt und der bildhauerischen Arbeiten von Gerhard Marcks.
Auch in den Wallanlagen begegnen wir Arbeiten des Künstlers, auf der "Bühne" des ehemaligen Theaterbergs treffen wir die "Liegende". "Ägina" nannte Marcks die überlebensgroße Figur, nach der griechischen Insel, auf der er ein Haus besaß, und auch "meine große Bremerin". 1968 wurde die Skulptur hier so aufgestellt wurde, dass sie ihr Publikum auf den Rängen im Blick hat.
AEGINA im Schnee

Eine weitere Skulptur steht ganz in der Nähe, in der Villa Ichon, draußen im Garten: "Prophet und Genius" von 1961. Der Prophet ist ein zentrales Motiv im Werk des Künstlers.
Auch die wohl berühmteste Plastik von Gerhard Marcks, "Der Rufer" entstand 1967 auf Anregung aus Bremen und steht seit 2008 an der Weserpromenade vor dem Gebäude von Radio Bremen. Es ist der erste Guss dieser Figur, sechs weitere Exemplare gibt es u.a. in Berlin, Essen, Aachen und Perth in Australien.
Der "Rufer" war für Marcks Symbol für das Recht auf freie Meinungsäußerung. Gefragt, was genau er sich dabei gedacht habe, sagte Marcks bei der Einweihung 1967:
"... Einst stand ich am Ufer eines Flusses - drüben war die Fähre, neben mir stand ein Mann, legte die Hand an den Mund und rief: 'Hol über!'
Der Mund ist das erste und letzte Kommunikationsmittel, im Hilferuf, Befehl, Liebes-und Totenlied. Die Hände formen dazu das Vorbild der Glocke. Seien wir eingedenk, dass im menschlichen Leib alle Typen der Technik eingebildet sind". (Quelle: Flyer Gerhard-Marcks-Haus)
Das Gerhard Marcks-Haus am Wall, ein ehemaliges Wachhaus mit klassizistischer Fassade, bietet eine umfassende Werkschau. Noch zu Lebzeiten 1971 eröffnet, wird hier seit seinem Tod 1981 sein Nachlass verwaltet und gepflegt: 400 Skulpturen, aber auch Tausende Handzeichnungen und Druckgrafik.
In aktuellen Ausstellungen stellt das Museum Arbeiten von Zeitgenossen und "Nachfahren" des berühmten Bildhauers aus und setzt sie in Beziehung zum Werk von Gerhard Marcks.
Als "Bildhauermuseum im Norden" will das Haus das Verständnis zeitgenössischer und avantgardistischer Kunst im Bereich Plastik und Skulptur fördern und vertiefen.
DRYADE (1969), Stein
VERWUNDETER ACHILL (1969), Bronze