Kleinkunst

Kabarett

Libretto Fatale
"Verborgene Botschaften"


Theater am Leibnizplatz
Bremen


Libretto Fatale

"Verborgene Botschaften – eine satirische Revue

LIBRETTO FATALE ist seit vielen Jahren Kult in Bremen. Wann immer die Truppe ein neues Programm vorstellt, muss man sich beeilen, um Karten zu ergattern. Denn die sind in Nullkommanichts ausverkauft, und zwar Wochen im voraus.

Juristen mit "Spieltrieb"

Die sieben Akteure (anfangs waren es mal elf) sind keine Bühnenprofis oder Berufskabarettisten. Es sind Juristen, die Lust auf Satire haben und ihren "Spieltrieb" seit immerhin 25 Jahre ausleben. Sehr zur Freude ihrer Fangemeinde.
"Verborgene Botschaften" ist die 13. Produktion, mit der LIBRETTO FATALE noch bis Mitte Februar auf der Bühne der Shakespeare Company im Theater am Leibnizplatz auftritt.

Satirische Revue

Die gleichermaßen komische wie bissig satirische Revue versetzt das Publikum zunächst in Endzeit-Stimmung, breitet heidnische Rituale aus und stellt unter Beweis, dass selbst die Generation der 68er sich irgendwie aus der mit Aberglauben belasteten Zahl 23 ableiten läßt. Wer sich in Endzeitstimmung befindet, erinnert sich gern an wilde Zeiten. In Talkshows, wie das heute üblich ist, und mit Buchautoren, die alles besser wissen.

Von Talkshow bis Kochshow

Vom Märchen von den alles bestimmenden 'Heuschrecken' bis zur Ungeziefer-Kochshow, von der Bildungsmisere bis zum Bundeswehreinsatz am Hindukusch, vom Asientouristen bis zur regionalen Folklore.
LIBRETTO FATALE nimmt aufs Korn, was bremisch ist ("Bremen pulsiert ... und dennoch passiert nichts."), hat dabei auch bundesdeutsche und Welt-Politik fest im Blick: Deutsche Bahn, Finanzkrise, Klimakatastrophe und Migration.

Kalte Ente und Kalter Krieg

Nicht nur kalte Ente ist wieder angesagt, auch der kalte Krieg; es werden Burkaschleier gelüftet, Ziegen verhökert und Rollatoren mit Schleudersitz auf die Bühne geschoben. Alte Damen wollen jugendliche Strafgefangene bekehren, die Frauenbewegung ist in die Jahre gekommen und Hauptschullehrer können machen, was sie wollen – sie werden irgendwann abgeknallt.
LIBRETTO FATALE ist nicht zimperlich, da stehen schließlich keine "Lame Ducks" auf der Bühne, sondern Menschen, die ausgelassen den 'Obama' tanzen.

Die Hüfte kracht ...

Eine höchst vergnügliche und kurzweilige Revue voller politischer Seitenhiebe und verbaler Kopfnüsse, pardon: Fußnüsse, intelligent, witzig und urkomisch präsentiert.
LIBRETTO FATALE ist zwar in die Jahre gekommen, das sieht man auch am Durchschnittsalter ihres Publikums. Aber Witz, Komik und den scharfen gesellschaftskritischen Blick hat die Truppe nicht verloren, frei nach dem Motto:
"Die Hüfte kracht, die Schulter knirscht,
wir trinken Eckes Edelkirsch".
Na, dann Prost!

( Christiane Schwalbe )