Theater Bremen
Theaterschiff Bremen

"Piaf -
der Spatz von Paris"


nach Pam Gems
Regie: Ursela Monn
Musikalische Leitung: Sascha Sokolov

DARSTELLER der ersten Serie 2008:
Mary C. Bernet, Christian Aumer, Kim Seidler, Felix Kroll


Nach dem Erfolg von 2008 kommt "Piaf" auch 2009 wieder zur Aufführung.



"Piaf - der Spatz von Paris"

Inszenierung: Ursela Monn

"La Môme de Paris", der Spatz von Paris - so taufte ihr erster Manager die nur 1.47 Meter große Sängerin, als er sie im Paris der 30erJjahre von der Straße auf die Bühne holte. Als "Spatz von Paris" ist sie weltberühmt geworden, eine Legende, deren Lieder bis heute ihre Kraft und Leidenschaft nicht verloren haben.

Das Leben als Kampf

Lebensfroh und kraftvoll, deprimiert und leidend, unbeugsam und krank: Die Piaf spielte viele Rollen und Mary C. Bernet gibt ihr auf der Bühne in Bremen eine facettenreiche Gestalt. Die Schauspielerin und Regisseurin Ursela Monn inszenierte die musikalische Künstlerbiografie von Pam Gems für das Theaterschiff als rasche Folge kurzer Szenen und musikalischer Auftritte. So war auch das Leben der Piaf: atemlos, hektisch, glamourös, leidend, elend, einsam. Ihre Chansons faszinierten und ihre Exzesse sorgten für Schlagzeilen. Ihr Leben war ein steter Kampf um Liebe und um Männer, gegen Schicksalsschläge und Krankheit, Tabletten und Alkohol.

Das Mädchen von der Straße

Edith Gassion alias Edith Piaf, die Tochter eines Artisten und einer Straßensängerin, wird nur 47 Jahre alt, erblindet als Vierjährige, wird geheilt, wächst im verrufenen Pariser Quartier Belleville auf, als ein Mädchen von der Straße, das besessen ist vom Gesang. Und so poltert Mary C. Bernet zunächst als trotzige, rotzfreche Göre auf die Bühne, ohne Bildung und Manieren, derb, laut und ungehobelt. Ein Barbesitzer erkennt ihr Talent. Mit seiner Hilfe schafft es die Piaf aus dem zwielichtigen Milieu heruntergekommener Vorstädte heraus zu kommen und die Konzertsäle der Welt zu erobern.

Ausdrucksstark und überzeugend

Rot und schwarz sind die Farben des schlichten Bühnenbildes. Das Porträt der Piaf, auf dreiteiliger Plakatkulisse immer wieder neu angeordnet, ist dramatisch rot ausgeleuchtet und gibt den einzelnen Szenen den Rahmen. Mary C. Bernet gelingt es scheinbar mühelos, die Chansons der Piaf mit Leben zu erfüllen. Gestik und Mimik sind täuschend echt: die weit geöffneten oder eng an den Körper gepressten Arme, die gespreizten Finger, der nach oben gerichtete Blick, das harte "r", die unglaubliche stimmliche und mimische Ausdruckskraft, die diese kleine, zierliche Frau ausstrahlte, wann immer sie die Bühne betrat. Mary C. Bernet singt eben nicht nur die Chansons, sie spielt die Piaf, authentisch und leidenschaftlich: "Je ne regrette rien", "La vie en rose", "Milord", "Sous le ciel de Paris", "Padam-Padam".....

Zugabe fürs Publikum

Eine detailgenaue und überzeugende Darstellung, eine subtile und liebevolle Inszenierung, weltberühmte Chansons, ein hinreißender Akkordeonspieler und drei Schauspieler, die als Freundin und Partner der Piaf in unterschiedliche Rollen schlüpfen. Ein lohnender Theaterabend, der ungewöhnlich endet: mit einer Zugabe, denn das vollständige Lied "Padam, Padam", von der kranken Piaf kaum noch über die Lippen gebracht, "hat sich das Publikum wirklich verdient".

( Christiane Schwalbe )