Filmtipp

"Elegy"

REGIE:
Isabel Coixet


USA 2008

DARSTELLER:
Penélope Cruz
Sir Ben Kingsley
Dennis Hopper
Peter Saarsgard
Patricia Clarkson

"Elegy"

Die Angst vor dem Altwerden, vor Gebrechlichkeit und Krankheit, der Verlust von sexueller Potenz - Philip Roth mutet in seinen Romanen dem Leser so manches zu, wenn es um die Beschreibung männlicher Hinfälligkeit geht. Seine Romane sind grosse Literatur, nicht umsonst wird der 75jährige amerikanische Autor alle Jahre wieder als Nobelpreisträger gehandelt. Die Verfilmung seiner Stoffe ist also ein besonderes Wagnis.

Ein besonderer Film

Die spanische Regisseurin Isabel Coixet hat es gewagt und einen besonderen Film gemacht, der von großartigen Hauptdarstellern lebt: Ben Kingsley und Penélope Cruz sind der alte Mann und das schöne Mädchen, der prominente Literaturprofessor Kepesh und seine Studentin Consuela. Kepesh kann die Finger nicht von hübschen Frauen lassen und beginnt mit Studentinnen immer dann gern eine Affäre, wenn sie ihren Abschluss hinter sich haben.

Keine Nähe

Mit der verführerischen Consuela beginnt er eine von vielen Beziehungen, die ihn jung halten sollen und seiner Eitelkeit schmeicheln. Aber Consuela will mehr als eine Affäre. Kepesh wird Angst und bange, wie immer, wenn er zu viel Nähe und drohende Verbindlichkeit wittert. Frauen hält er auf Distanz. Sex ja, Beziehung nein.

Verspieltes Glück

Das Verhältnis mit Consuela endet und der Zyniker Kepesh begreift zu spät, dass das ein Fehler war. Er ist Consuela längst mit Haut und Haar verfallen, will sie zurückgewinnen. Vergeblich wartet er auf ihren Anruf und begreift, dass er sein Glück verspielt hat.

Lebenskrise

Als sein bester Freund stirbt, gerät er in eine Lebenskrise. Ihm bleiben nur seine langjährige Geliebte, die mit dem Alter hadert, und sein ungeliebter Sohn. Erst nach Jahren meldet sich Consuela wieder, aber aus der Freude wird Leid. Sie ist an Brustkrebs erkrankt und muss operiert werden. Kepesh soll noch einmal ihren unversehrten Körper fotografieren. Mit dem Besuch im Krankenzimmer klingt dieser Film aus, das Ende der Geschichte bleibt offen.

Verletzlichkeit der Seelen

Isabel Coixet geht es um die psychologische Ausleuchtung schwieriger Charaktere, um die Darstellung komplizierter Gefühlswelten: Altwerden und Jungsein, Freundschaft und Liebe, seelische Verletzlichkeit, Sehnsucht nach dem Leben und Furcht vor dem Tod, Trauer, Abschied. Eine schwierige Romanvorlage und ein Film, der es schafft, nicht in Kitsch oder platte Machismo-Kritik abzugleiten. Coixet zeigt uns in einem stillen, anrührenden Film nicht nur Gesichter, sondern offenbart ein Stück Seelenleben hinter der Fassade.