Filmtipp

"Selbstgespräche"
Komödie

REGIE:
André Erkau


Deutschland 2007

DARSTELLER:
Maximilian Brückner
Johannes Allmeyer
August Zirner
Antje Widdra
Georg Uecker

"Selbstgespräche"

In seinem Debütfilm, für den er gleich den Max-Ophüls-Preis bekam, schaut Regisseur André Erkau hinter die Kulissen eines Callcenters. Er erzählt Geschichten von Menschen, die es im Leben nicht wirklich geschafft haben und nun für Grundgehalt und Verkaufsprovision acht Stunden täglich Leute nerven.

Stimme als Verkaufserfolg

Vor Callcenter-Anrufen ist niemand sicher, und Telefongesellschaften pflegen diese Art des meist relativ einseitigen Verkaufsgesprächs besonders gern. Verkaufsinstrument ist die Stimme. Wie vertrauensvoll, einschmeichelnd oder zudringlich sie sich ins Kundenohr schleicht, entscheidet über den Verkaufserfolg.

Traum von der Karriere

Eigentlich ganz einfach. Wenn sich allerdings im Call-Center Typen versammeln, die sonst keinen Job finden, stehen die Zeichen schlecht. Sascha ist solch ein Typ, will eigentlich Showmaster werden und die ganz große Karriere machen. Ein Mann mit großer Klappe und vielen Ideen, der nichts auf die Reihe bringt.

Verliebt am Telefon

Auch Marie ist im Callcenter gelandet, allein erziehende Mutter und ausgebildete Architektin. Sie hält sich mit Flatrate-Verkäufen zurück und nutzt die Telefonleitungen lieber für Bewerbungsgespräche. Wirklich ernst nimmt nur Adrian seinen Job. Er ist zwar ein Verkaufsgenie am Telefon, aber komplett verklemmt, wenn er einem Menschen in die Augen sehen muss und verliebt sich in eine Kundin. Am Telefon natürlich.

Erfolgsdruck

Es sind liebenswerte Loser unserer karrierewütigen Konsumgesellschaft, die sich im Callcenter versammeln. Sie alle haben private Probleme, sind außerhalb ihres Arbeitsplatzes nahezu unfähig zur Kommunikation. Das gilt vor allem für den Chef des Callcenters, den seine Vorgesetzte, eine knallharte Person, unter Erfolgsdruck setzt. Zu Hause kriegt er den Mund nicht auf und seine Frau setzt ihn eines Tages vor die Tür.

Dramen des Alltags

Ironisch, komisch und melancholisch erzählt "Selbstgespräche" von den kleinen und großen Dramen des ganz normalen Lebens und vermittelt die Erkenntnis, dass diese Callcenter-Agenten nur arme Schlucker sind. Ein schöner, manchmal etwas zäher, insgesamt aber außerordentlich unterhaltsamer und wunderbar gespielter Film.