Filmtipp

So ist Paris
Komödie

REGIE:
Cédric Klapisch


Frankreich 2008

DARSTELLER:
Juliette Binoche
Fabrice Luchini

"So ist Paris"

"So ist Paris" - und doch könnten sich die Geschichten dieses Film eigentlich in jeder Metropole abspielen. Wäre Paris nicht die sprichwörtliche Stadt der Liebe und der Lebenskünstler.

Geschichten vom Leben

Pierre, früher ein lebensfroher Varieté-Tänzer, ist schwer herzkrank. Mit seiner Diagnose beginnt der Film. Aber keine Sorge, ein Drama geschieht nicht wirklich, wir werden nur darauf eingestimmt, dass das Leben auch in Paris nicht die pure Glückseligkeit ist. Pierre lebt über den Dächern der Stadt, schaut fortan vom Balkon und in die Fenster der Nachbarn und denkt sich Geschichten aus.

Augenblicke des Alltags

Diese Geschichten erzählt der Film, er spinnt ein Netz von Pierre zu Menschen, die ein ganz normales Leben mit ganz normalen Katastrophen führen. Einen Moment lang verharrt der Film, um sie vorzustellen und in ihrem Alltag zu beobachten: auf dem Wochenmarkt, an der Uni, im Café, im Bett, in der Familie und in der sehr fernen Heimat Afrika.

Zwischen Glück und Trauer

Ihre Geschichte geht weiter, während der Zuschauer zum nächsten Schicksal geführt wird, von einem zum anderen. Der Film zeichnet ein farbenfrohes Mosaik aus Fröhlichkeit und Schmerz, Einsamkeit und Glück, Liebe und Trauer, Sehnsucht, Freude und Lebenslust. Er spielt mit all' den kleinen und großen unvorhergesehenen Ereignissen im Leben und mit Gefühlen, die jeder kennt.

Kuriose Charaktere

Es sind die Schauspieler, die diesen Film tragen, und es sind allesamt „Typen“. Allen voran Juliette Binoche als besorgte Schwester Élise. Sie ist allein erziehend, arbeitet als Sozialarbeiterin und zieht mit ihren drei Kindern zum Bruder, um ihn zu bemuttern.
Fabrice Luchini spielt den alternden Geschichtsprofessor, der sich in eine junge Studentin verliebt, sie mit Baudelaire-Zitaten bombardiert und eine Affäre mit ihr beginnt. Sein Bruder Philippe ist Architekt, der alle Menschen glücklich machen will, ansonsten schnell in Tränen ausbricht.

Aufgesetzte Problematik

Weniger einleuchtend ist die Geschichte des Afrikaners, der für viel Geld und unter Lebensgefahr seine Heimat mit einem klapprigen Boot verlässt, um illegal zu seiner Familie nach Paris zu kommen. Da wollte Regisseur Cédric Klapesch wohl unbedingt noch die Einwanderungsproblematik unterbringen.

Paris im Mittelpunkt

Unterhaltsames Erzählkino mit kleinen Happy Ends, in dem Paris die Hauptrolle spielt und den Zuschauer hineinzieht in die magische Atmosphäre dieser außergewöhnlichen Stadt.