Filmtipp

Die Geschwister Savage

REGIE:
Tamara Jenkins


USA 2007

DARSTELLER:
Laura Linney
Philip Seymour Hoffmann
Philip Bosco

"Die Geschwister Savage"

Wendy Savage lebt in New York und schlägt sich als Theaterautorin mehr schlecht als recht durchs Leben. Jon Savage arbeitet als Literaturprofessor in Boston und hat Beziehungsängste. Mit Familienbindungen haben die beiden nicht viel am Hut. Eines Tages müssen sie sich damit auseinandersetzen.

Pflichtbewusste Kinder

Ihr Vater lebt in einem typisch amerikanischen Rentnerparadies und ist an Demenz erkrankt. Als seine Lebensgefährtin stirbt, müssen sich die Kinder um ihn kümmern. Sie tun es ebenso widerwillig wie pflichtbewusst, verschaffen dem alten Mann einen Platz im Pflegeheim und versuchen, Erinnerung an die Kindheit klein zu halten. Die war, so ist immer wieder zu spüren, nicht gerade rosig mit diesem Vater.

Schuldgefühle

Während Jon verdrängt, versucht Wendy ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen: Erst sucht sie vergeblich einen besseren Heimplatz, dann versucht sie das armselige Zimmer des Vaters gemütlich zu machen. Der merkt von alledem nur wenig, will seine Ruhe haben und stirbt nach kurzer Krankheit.

Sensibel und ohne Tabus

Demente Eltern, für die die Kinder weder Zeit noch Nerven haben, Schuldgefühle und Verdrängung, Familienbande, die nur noch aus Pflichtgefühl existieren: Der Film erzählt von Beziehungslosigkeit und familiärer Sprachlosigkeit, von zerstörten Eltern-Kind-Beziehungen und der Sehnsucht nach Geborgenheit. Er beschreibt ganz aktuelle Probleme in einer älter werdenden Gesellschaft. Derzeit ein viel diskutiertes Thema in Deutschland, das dieser leise, psychologische Film menschlich, sensibel und ohne Tabus illustriert.