Filmtipp

Shine a Light


REGIE:
Martin Scorsese



Dokumentarfilm
USA 2007

DARSTELLER:
Mick Jagger,
Keith Richard,
Charlie Watts ,
Ron Wood


"Shine a Light"

Regie: Martin Scorsese

Als Auftaktfilm zur Berlinale 2008 bekam "Shine a light" als eine besondere Dokumentation der zwei Rolling-Stones-Konzerte im New Yorker "Beacan Theater" im Winter 2006 ordentlich Vorschusslorbeeren.
Martin Scorseses Film ist ein komprimiertes zweistündigen Spektakel, in dem man sehnsüchtig, aber fast vergeblich auf den einen oder anderen alten Hit der Stones wartet. Schließlich rekrutiert sich das Kinopublikum vor allem aus betagten Fans, die sich mit ihren Idolen an die eigene Jugend erinnern.

Exzentrik legendärer Stars

Weltstars und jede Menge Glanz und Glamour - das ist für den Auftakt eines großen Filmfestes gerade richtig. Im ganz normalen Leben bleiben die Schlagzeilen draußen und der Film bekommt Normalmaß. Er hält leider nicht, was er in den ersten Schwarz-weiß-Minuten verspricht: Ironischen Einblick zu geben in die exzentrischen Allüren und Macken dieser legendären Musiker, insbesondere der Diva Mick Jagger. Der jagt den leidgeplagten Regisseur Scorsese von einer Nervenattacke in die andere. Wie soll Scorsese ohne Plan und Planung für den Einsatz von Stimmen und Instrumenten am Set arbeiten?

Abbild einer Legende

Aus der Möglichkeit, einen unterhaltsamen Film über die Unmöglichkeit zu drehen, eine Legende abzubilden, wird dann doch nur ein Konzertmitschnitt - mit Betonung auf Schnitt. Aus der Fülle des Materials ist ein einziges großes Musikereignis geworden, zwei Stunden lang, nur ab und zu unterbrochen durch Szenen aus der Früh- und aus der Hoch-Zeit der Rolling Stones, die das Konzert ironisch unterbrechen.

Markante Gesichter

Die Rolling Stones sind in die Jahre gekommen. Das sieht man, natürlich. Auch die Alkohol- und Drogenexzesse haben sichtbare Spuren hinterlassen. Scorsese spart nicht mit Großaufnahmen, die markante Gesichter mit tiefen Falten zeigen. Dennoch sind die legendären Rockstars erstaunlich sehnig und ungemein beweglich geblieben und baden sich immer noch genüsslich in der Verehrung des Publikums.

Erstaunliche Alterslosigkeit

Spannende und faszinierende Bilder liefert der Film vor allem von Mick Jagger und Keith Richard. Er nötigt dem Zuschauer Bewunderung für die erstaunliche Power, Lebendigkeit und Alterslosigkeit der vier Rockgrößen ab und ist ansonsten ein etwas lang und langatmig geratener Konzertfilm.