Filmtipp

Unsere Erde


REGIE:
Alastair Fothergill,
Mark Linfield
GB/ Deutschland 2006/ 2007

"Unsere Erde"

Regie: Alastair Fothergill, Mark Linfield

"Als vor fünf Milliarden Jahren ein gigantischer Asteroid auf die Erdoberfläche hinabstürzte, war der Aufprall so gewaltig, dass sich der Neigungswinkel der Erde um 23½ Grad verschoben hat. Und genau dieser kosmische Unfall war entscheidend für die Entstehung von Leben auf der Erde. Ohne diese Veränderung des Erdneigungswinkels gäbe es vermutlich weder die Vielfältigkeit der Landschaften noch die Jahreszeiten oder die Gegensätze von Hitze und Kälte, die notwendigste Voraussetzung für die Entstehung von Leben auf der Erde überhaupt."

Film der Superlative

So beginnt ein Film, der den Kreislauf des Lebens auf der Erde dokumentiert und uns mit prachtvollen Bildern an großartigen Naturschauspielen teilhaben lässt, sozusagen auf Augenhöhe. Modernste Technik u.a. mit einer Helikopter-Kamera, aber auch der Mut und die Zähigkeit von insgesamt 45 Kameramännern haben das möglich gemacht. Gefilmt und produziert wurde fünf Jahre lang, auf allen sieben Kontinenten in insgesamt 62 Ländern an 200 Drehorten.

Erinnerungen an Knut

Wir begleiten Eisbären auf ihrer Suche nach Futter, die immer schwieriger wird, weil das arktische Eis in der Hitze der gleißenden Märzsonne zu früh schmilzt und den Robbenfang erschwert. Dem Berliner Knut sei Dank, zerfließen wir natürlich vor Rührung, wenn zwei puschelige Eisbärenkinder unbeholfen einen Gletscher herunterrutschen, weil ihre Mutter ungeduldig auf sie wartet.

Komische Tänze im Urwald

Schneeweiß, tiefblau, dunkelgrün, blutrot und strahlend gelb: Wir reisen durch eine Symphonie der Farben, die die Natur täglich neu für uns bereit hält, erkunden verschneite Nadel- und üppige Tropenwälder, beobachten wasserscheue Affen, stolze Kraniche und sind heimliches Publikum bunter Paradiesvögel, die sich in eitlen Tänzen spreizen, um ihrer Vogeldame zu gefallen. Wir durchqueren in rasendem Tempo Eismeer und Tundra, Wüste und Regenwald und erleben dabei im Zeitraffer den Kreislauf vom Blühen und Welken.

Grüne Paradiese

Wir bangen um die Küken der Mandarin Waldente, die hoch im Baum schlüpfen und sich irgendwann todesmutig in die Tiefe stürzen müssen, um ihrer Mutter zu folgen. Einem völlig erschöpften kleinen Elefantenkalb wünschen wir eine Ruhepause. Die Herde zieht seit Wochen durch die südafrikanische Kalahari-Wüste auf der Suche nach Nahrung und Wasser. Sie wird beides im Okavango Delta finden, dem größten Binnenland-Delta der Welt, das die ausgetrocknete Wüste überschwemmt und in ein grünes Paradies verwandelt.

Schön und grausam

Es sind anrührende, großartige und fantastische Bilder, die uns Regisseur Alastair Fothergill präsentiert. Wie in seinem Film „Deep Blue“ über die Faszination der Meere öffnet er uns die Augen für die Schönheiten und die Grausamkeiten der Natur. Denn Löwen und Leoparden müssen fressen, also jagen sie Gazellen und Elefantenkälber. Die Natur hat das ebenso eingerichtet wie die Reise der singenden Buckelwale, die warme tropische Gewässer verlassen und mit ihren Jungen 6000 Kilometer schwimmen, um zu reichen Futterquellen zu kommen.

Botschaft für uns alle

Natürlich transportiert dieser Film auch eine Botschaft:
Noch können wir die Klimaveränderung stoppen, die das sensible Gleichgewicht von Natur und Tierwelt stören und zerstören. Der Appell, gegen die drohende Klimakatastrophe etwas zu tun, kommt erst am Ende des Films, denn zuvor sollen wir uns einlassen auf die Schönheit und Einmaligkeit dieser Erde, ihren immer wiederkehrenden Lebens- und Wachstumsprozessen, damit wir einmal mehr überzeugt sind von der Notwendigkeit, sie effektiver als bisher zu schützen.