Filmtipp

Märzmelodie


REGIE:
Martin Walz
Deutschland 2007


"Märzmelodie"

Regie: Martin Walz

Das kennt eigentlich jeder: Da weckt eine bestimmte Melodie, ein Lied, ein Popsong Erinnerungen. Manchmal sind es gute, mitunter auch schlechte Erinnerungen. Martin Walz hat das in seinem Film "Märzmelodie" zum Stilmittel gemacht. Durchaus überraschend für den Zuschauer, denn einen Musikfilm hat man eigentlich nicht erwartet.

Songs im Original

Aber ein Musikfilm ist es dann doch nicht, die musikalischen Gedankenspiele der Protagonisten, im Original gesungen u.a. von Zarah Leander, Rio Reiser, Element of Crime, Nena und Udo Lindenberg halten sich in Grenzen, bleiben in diesem Spielfilm aber gewöhnungsbedürftig. Sie stehen für Hoffnungen und Sehnsüchte der Protagonisten, die sie oft selbst noch nicht so genau kennen.

Krise um die 30

Wir treffen sechs junge Leute um die 30, die sich alle in einer frühen Lebenskrise befinden: Anna ist Lehrerin und kriegt buchstäblich das Kotzen, wenn sie in ihre Klasse muss, weil ihr die Kids das Leben unerträglich machen. Thilo ist Schauspieler ohne Engagement, der im Callcenter Wein verkauft, damit er seine Miete bezahlen kann.
Valerie und Moritz sind verheiratet und haben eine kleine Tochter, die zu betreuen für zwei berufstätige Menschen viel Einfallsreichtum verlangt. Florian spannt seinem Freund Thilo die Freundin Katja aus, will sich aber nicht an sie binden.

Irrungen und Wirrungen

Der ganz normale Alltag also, der für allerlei Irrungen und Wirrungen in den jeweiligen Gefühlswelten sorgt. Das eigene Leben zu meistern ist nicht jedem in die Wiege gelegt und wird umso schwieriger, je missverständlicher zwischenmenschliche Beziehungen werden. Die Anonymität der Großstadt hilft da auch nicht weiter.

Komödiantische Züge

Für Missverständnisse ist in diesem Film reichlich gesorgt. Die drei Paare sind doch sehr unbeholfen und schnell zu entmutigen, wenn es um das alltägliche Überleben im allgemeinen und um die Liebe im besonderen geht. Aber weil alle sechs die Probleme energisch anpacken, werden sie mit einem Happy End belohnt.
Das Such- und Verkupplungsspiel hat durchaus komödiantische Züge und lebt von den schauspielerischen Fähigkeiten seiner Darsteller. Das versöhnt mit mancher Albernheit