Filmtipp

Der Jane Austen Club


REGIE:
Robin Swicord
USA 2007

"Der Jane Austen Club"

Regie: Robin Swicord

Fünf mehr oder weniger frustrierte Frauen gründen einen Lesezirkel, den Jane Austen Club. Die eine hat gerade ihren Lieblingshund begraben, die andere wird von ihrem Mann verlassen, ihre Tochter verliebt sich nahezu täglich in eine neue Frau und Bernadette, die älteste, hat sechs Ehen hinter sich und sucht nach der siebten.

Mit weiblichem Blick

Prudie ist Lehrerin für Französisch und als einzige noch verheiratet, unglücklich mit einem Basball-Fan. Fehlt im literarischen Kreis aber noch ein Mann, um bei den gemeinsamen Diskussionen über Austens Figuren den Kick des männlichen Blicks zu erleben. Der unbeschwerte Grigg, verliebt in die Hundefreundin, soll diese Rolle spielen.

Humorvoll und spöttisch

In den Romanen der berühmten britischen Schriftstellerin, geschrieben im frühen 19. Jahrhundert, geht es um Liebe und Beziehungen in einer Zeit, in der allein die Heirat einer Frau gesellschaftliche Anerkennung verschaffen konnte. Austen besaß eine scharfe Beobachtungsgabe und beschrieb ironisch, humorvoll und bisweilen sehr spöttisch die bürgerliche Fassade der englischen Gesellschaft.

Happy End für alle

Der Jan Austen Club wird sechs Monate lange ihre großen Romane lesen, darüber diskutieren und nach und nach Bezüge zur eigenen Lebenskrise herstellen. So tragen fünf Frauen und ein Mann Austens Figuren und Handlungen ins moderne Amerika und werden am Ende alle ein Stück klüger sein, Happy End inklusive.

Amerikanisch bunt

Eine nette, harmlose Komödie, amerikanisch bunt und streckenweise langatmig, in der kein Klischee ausgespart wird - von der verlassenen Ehefrau über die rastlose Männersammlerin und die lebenshungrige Lesbe bis zum prüden Blaustrumpf und zur verbitterten Freundin, die lieber Hunde gehorchen lässt, als sich in einen Mann zu verlieben.

Lesen ist das größere Vergnügen

Der Film ist weder besonders einfallsreich, noch literarisch fantasievoll inszeniert. Dabei sind es gerade die psychologisch präzisen Charaktere, die intensiven Beziehungen und die oft komplizierten gesellschaftlichen Zusammenhänge, die die Romane von Jane Austen so spannend machen.