Filmtipp

Darjeeling Limited


REGIE:
Wes Anderson
USA 2007


"Darjeeling Limited"

Eine spirituelle Reise mit Hindernissen

Regie: Wes Anderson

Der Zug ist abgefahren - buchstäblich. Einer hat es gerade noch geschafft aufzuspringen. Er trifft seine beiden Brüder im Erste-Klasse-Abteil des durch und durch indischen Zuges „Darjeeling Limited“.

Ballast der Vergangenheit

Drei Brüder mit ballastreicher Vergangenheit, die sie unterschiedlich abzuschütteln versuchen, sehen sich wieder: Jack, der jüngste (Jason Schwartzman), trauert seiner gerade gescheiterten Beziehung nach (eingeweiht werden wir in Teil 1, einem 13minütigen Vor-Film). Francis, der älteste, hat einen fast tödlichen Motorradunfall hinter sich und Peter, der mitllere Bruder, will sich scheiden lassen. Seine Frau erwartet ein Kind. Das verunsichert ihn erheblich.

Spirituelle Reise

Ein Zug, der sich verfährt, Hustensaft, der Drogenqualität entwickelt, eine Giftschlange im Abteil, eine Bordstewardess mit eindeutigen Sexgelüsten, ein malerisch gekleideter Schaffner, der ungeliebte Gäste schon mal vor die Tür setzt - eben jene drei Brüder, die gemeinsam eine sprituelle Reise unternehmen, um wieder zueinander zu finden. Aber - sagt Francis irgendwann resigniert - das hat nicht funktioniert. Zumindest die nach dem Tod des Vaters in einen Ashram im Himalaya entschwundene Mutter (Anjelica Huston) haben die drei gefunden.

Gewöhnungsbedürftiger Humor

Wes Anderson ist ein Filmemacher mit spezieller Fangemeinde. Für den Durchschnitts-Kinogänger ist „Darjeeling Limited“ eher gewöhnungsbedürftig und Andersons absurder Humor nur schwer nachvollziehbar. Seine Magical Mystery Tour, die an Hippiepathos und Erleuchtungsvisionen der 60er Jahre erinnert, besticht immerhin durch schöne Bilder und skurrille Einfälle und die besondere Kulisse Indiens: Wüste, Dörfer und Basare, malerisch und farbenfroh.

Gepäck mit Charakter

Weil das alles ein bißchen exzentrisch und mit sonderbarer Komik daherkommt, wundert es auch nicht, dass der Regisseur Wert legt auf ganz besondere Details: 11 Koffer im Vuitton-Stil tragen ein besonderes Wildtier-Muster, eigens für diesen Film entworfen. „Weil“ - ließ der Regisseur im Interview wissen-– „ich Gepäck mit Charakter brauchte“. Diesen charaktervollen Ballast werfen die drei Brüder zum Schluß auch ab – Befreiung total im safrangelben Land der unbegrenzten sprituellen Möglichkeiten.

(Christiane Schwalbe)