Ausstellungen Bremen


Weserburg

"WHO KILLED THE PAINTING"

29.08.2009 - 04.04.2010


Öffnungszeiten:
Di,Mi,Fr 10-18 Uhr
Do 10- 21 Uhr
Sa-So 11-18 Uhr


Foto aus der Ausstellung WHO KILLED THE PAINTING, Joseph Beuys, Ja, jetzt brechen wir den Scheiß ab


Joseph Beuys

"Ja, jetzt brechen wir den Scheiß ab" (1979)



Foto aus der Ausstellung WHO KILLED THE PAINTING, Joseph Beuys, Ja, jetzt brechen wir den Scheiß ab


Ben Vautier

"if life is art why hang this up?" (1990)



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"WHO KILLED THE PAINTING?"

Werke aus der Sammlung Block

An der Installation, die dieser Ausstellung den Namen gab, geht man zunächst fast achtlos vorüber – um dann doch zu stutzen und einen genauen Blick auf die Polizeiabsperrbänder zu werfen, die an der Treppe gespannt sind, um das Augenmerk auf den Fußboden zu lenken. Mit weisser Kreise sind hier die Umrisse eines Vierecks gemalt: Kennzeichnung eines Tatortes, wie bei einem Verbrechen.

Tot gesagte Malerei

Hier lag vielleicht mal ein Bild ... der Künstler nennt sein Werk "Who killed the painting?" Wer hat das Gemälde umgebracht? Ein beziehungsreicher Titel, der darauf anspielt, dass die Malerei im 20. Jahrhundert mehrfach totgesagt wurde. So liest man es auf den informativen Erläuterungsblättern über die ausstellenden Künstler, ein stets besonders hilfreicher Service in der Weserburg, der dem Betrachter das Verständnis auch von hierzulande nicht so bekannten Künstlern erleichtert.

Politisch pointiert

Zur Sammlung René Block gehören "Die "Sauerkraut-Partitur" von Josph Beuys ebenso wie das "Kartoffelhaus" von Sigmar Polke, dessen braune Knollen bereits kräftige, grüne Keime tragen. Spannend sind die Arbeiten von Künstlern aus der Türkei, dem Kosovo, Kroatien und dem Libanon, die oft mit feiner Ironie und hintergründigem Humor den Gegensatz der Kulturen und das Thema Migration abbilden, zum Teil urkomisch und doch politisch pointiert. "Heimat ist, wo man isst" kommentiert eine kleine Installation mit silbernem Besteck, das festgebunden ist.

Bedeutende Fluxus-Künstler

René Blocks Sammlung gehört zu den international bedeutendsten im Bereich des Fluxus, einer Bewegung, die in den 1960er Jahren begann, als Aktionskunst ein Gegengewicht zu den herkömmlichen Formen elitärer Hochkunst zu setzen. Die Übergänge zwischen Leben und Kunst waren für diese Künstler fließend.
Ein bedeutender Vertreter des Fluxus: Nam June Paik, hier präsentiert mit der Video-Installation "Der Denker", nach Auguste Rodin, sich selbst im Fernsehen betrachtend. Gleich daneben ein Apparat, "mit dem eine Kartoffel eine andere umkreisen kann".

Arche Noah

"My Mother likes Fluxus, because Fluxus is Anti-Art" heißt das Foto eines türkischen Künstlers, das seine Mutter zeigt, inmitten bunter Kissen sitzend, einen Fluxus-Katalog in der Hand. Ungewöhnlich für eine solche Frau.
Auf einer schwebenden, acht Meter langen Metallfläche laufen Hunderte von Plastiktieren aufeinander zu – oder vielleicht auch voreinander weg, denn auf der einen Seite liegt, aufgeschlagen, das Alte Testament, auf der anderen der Koran. Eine Arche Noah zwischen den Religionen.

Voller Überraschungen

Eine Ausstellung voller Überraschungen, mit ironischen, philosophischen und hintersinnigen Anspielungen auf die Kunst und ihre Interpretationen, die den Blick öffnet für Künstler, die sich auf ungewöhnliche Art mit Integration und kulturellem Selbstverständnis auseinandersetzen.