Ausstellungen Bremen


Museum Weserburg

"Urban Art" –
Sammlung Reinking

16.5. - 30.8.2009


Bild der Ausstellung Urban Art, Museum Weserburg, Ausstellung, Kultur, Freizeit in Bremen

Öffnungszeiten:
Di,Mi,Fr 10-18 Uhr
Do 10- 21 Uhr
Sa-So 11-18 Uhr


Bild der Ausstellung Urban Art, Museum Weserburg, Ausstellung, Kultur, Freizeit in Bremen








3934

"Urban Art"

Werke aus der Sammlung Rin Reinking

Es begann in New York vor 40 Jahren: Häuserwände, U-Bahnen, Rolläden und Garagentore wurden bevorzugte Flächen für Graffiti-Künstler, die mit auffälligen Wandbemalungen einen Gegenpol zur Ästhetik der städtischen Werbung setzten und zugleich ihren Protest gegen die allgemeine Konsumhaltung ausdrückten.

Salonfähig

Längst werden zusätzlich Schablonen in der sogenannten Stencil Art benutzt, es kommen Straßeninstallationen, Performances und Skulpturen hinzu. Was mal als Jugendkultur begann und buchstäblich als Zeichensetzung im städtischen Raum gedacht war, Elemente des Hip Hop und Breakdance benutzte, um das gewohnte Blickfeld zu stören , ist salon- und damit museumsfähig geworden. Urban Art hat den Kunstmarkt erobert und erzielt hohe Preise.

Zeichen im Stadtraum

Dabei hatten Graffiti-Künstler zunächst nichts am Hut mit Kunstmessen und Auktionen, suchten sich als Sprayer mit künstlerischen Ambitionen gern freie Flächen – bis heute zum Ärger der Hausbesitzer, an deren Wände sie wilde Farbkompositionen sprühen, in der Regel anonym und illegal, aber meist mit einer unverwechselbaren Signatur und nicht für die Ewigkeit gemacht.
"Urban Art ist allgegenwärtig. Ungefragt hinterlässt sie ihre Spuren und Zeichen im Stadtraum. Mit Stickern, Postern, großflächigen Wandgemälden und Schablonengraffiti erobert sie sich den öffentlichen Raum. Ihre Galerien sind die Straßen der Welt."

Nicht für die Ewigkeit

Sprühdosen stehen auch im Neuen Museum Weserburg, Farbspuren inklusive, und Wände sind ebenfalls besprüht – kunstvoll, mit viel Phantasie und großflächig direkt auf die Wand. Hier sind die geheimen Botschaften der Künstler auf den ursprünglichen Arbeitsflächen versammelt: Rolläden, Pappe, Beton und Wände. Die Künstler nennen sich Mode2, Ben Eine, Victor Ash, Zevs, Blu, Swoon, Boxy und Banksy und loten auf vielfältige Weise die Möglichkeiten der Streetart aus, finden neue Formen und Bedeutungen. Ergänzend gibt es einen Videofilm über ihre Arbeit in der Großstadt.

Heiter und genial

Die Botschaften und Zeichen sind heiter, kurios und zum Teil genial - beispielsweise das Video über eine aus einem Kreis entstehende Comic-Figur, die eine Mauer entlang krabbelt, sich aufrichtet, zu einer neuen Figur entwickelt, wieder zusammen fällt, aufsteht, sich wieder und wieder neu erfindet und ausdehnt, um die Mauer zu erobern.
Beispielhaft sind auch die Bremer Stadtmusikanten, die in der Ausstellung ganz echt und ausgestopft stehen, das "Liquidated Logo" von Chanel, das nach unten zerfließt, und das kleine Mädchen, das eine Bombe im Arm trägt. Eine spannende und sehr unterhaltsame Ausstellung.