Ausstellungen
in Bremen
Überseemuseum

"Sitting Bull
und seine Welt"


Plakat der Ausstellung Sitting Bull und seine Welt, Bremen, Ausstellung, Kultur, Freizeit in Bremen SITTING BULL


Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums, Wien,
in Zusammenarbeit mit dem Überseemuseum Bremen
und Vapriikki, Tampere, Finnland

Bis 3. Mai 2009

Bahnhofsplatz 13
28195 Bremen
Telefon: 0421 16038 - 101

Öffnungszeiten:
Di - Fr 9 - 18 Uhr
Sa, So 10 - 18 Uhr

Bison in der Ausstellung Sitting Bull und seine Welt, Bremen, Ausstellung, Kultur, Freizeit in Bremen BISON


"Sitting Bull und seine Welt"

"Sitting Bull und seine Welt" ist eine außergewöhnliche Ausstellung, die erste Schau dieser Art überhaupt, und sie wird die einzige in Deutschland bleiben. Anschließend geht sie nach Tampere in Finnland und nach Wien. Der Direktor des dortigen kulturhistorischen Museums hat sie konzipiert. Am Beispiel des berühmten Häuptlings zeigt er Leben und Untergang indianischer Traditionen.

Mythos und Legende

SITTING BULL war ein Sonnentänzer, Bisonjäger, tapferer Krieger, Medienstar und Publikumsliebling, Freiheitskämpfer und Traditionalist. Er war fünf Mal verheiratet und hatte fünf Töchter.
Er plante 1876 die vernichtende Schlacht am Little Bighorn gegen die Amerikaner und ging danach ins kanadische Exil. Er war Leitfigur der Indianerstämme der Sioux und umstritten, weil er sein Volk nicht auf moderne Zeiten vorbereitete. SITTING BULL ist Mythos und Legende.

Drinnen und draußen

Seine Figur bedient so ziemlich alle Klischees, die über Indianer existieren: Lederhemd und Mokassins, Federhaube und Knochenketten, Friedenspfeife und Tomahawk, Lagerfeuer und lange Zöpfe, typische Indianerzelte, die "Tipis", drinnen ihre Frauen und Kinder, draußen die weite Prärie, stolze Krieger hoch zu Pferde und große Bisonherden.
Die Indianer lebten eine strikte Trennung der Welten von Männern und Frauen. Letztere waren für Kinder und Haus zuständig, die Männer gingen jagen.

Kostbares Erbe

Dass die Lebenswelt der Indianer tatsächlich teilweise auch genau so aussah, dokumentiert die Ausstellung im Überseemuseum mit über 180 Originalexponaten aus Europa und den USA, mit historischen Fotos, Plakaten und Karten.
Sie wurde von SITTING BULL Urenkel eröffnet, Ernie LaPointe. Das allein schon ist eine kleine Sensation. Zudem brachte er ein kostbares Erbe mit, die Leggings seines Urgroßvaters. Vier Jahre lang hat er darum gekämpft: "Ich musste beweisen, dass ich der rechtmäßige Erbe bin".

"Sitzender Büffel"

Zu Beginn der dokumentarischen Zeitreise durch die Welt des SITTING BULL steht der Besucher Auge in Auge einem riesigen ausgestopften Bison gegenüber. Dahinter reale Filmaufnahmen, Büffelherden in den Steppen Amerikas. SITTING BULL war ein großer Bisonjäger, deshalb hieß er Tatanka Iyotanka, "Sitzender Büffel".

Die Herren der Welt

1831 wurde er geboren, in einer noch heilen Welt: "Als ich ein Knabe war, waren die Sioux die Herren der Welt". Sie entdeckten das Pferd, wie in der Ausstellung zu lernen ist, erst im 18. Jahrhundert und nannten es "Der unbegreifliche Hund", weil sie bis dahin ausschließlich Hunde als Lasttiere benutzten.

Abhängig von weißen Herren

Indianer planten die Bisonjagd, wenn ihre Vorräte zu Ende gingen. Später handelten sie mit Bisonfellen, und mit den Waren kamen andere Gewohnheiten in die "Pleins".
Als die weißen Siedler begannen, die Bisonherden systematisch zu töten und auszurotten, wurde den Indianerstämmen die Lebensgrundlage entzogen. Fortan waren sie abhängig von den weißen Herren, die sie aus ihren Jagdgründen vertrieben hatten und in Reservaten assimilieren wollten. Bis heute führen sie dort ein trostloses Leben, das sie zunehmend ihrer Kultur entfremdet.

Legendäre Schlacht

Die Indianer wehrten sich gegen die weißen Eindringlinge in langjährigen Kriegen. SITTING BULL wurde berühmt durch die Vorbereitung der legendären Schlacht am Little Bighorn. 1876 wurde hier unter der Führung von "Crazy Horse" die US-Armee von den Indianern vernichtend geschlagen.
SITTING BULL selbst war nicht dabei, hatte den Ausgang aber in einer Vision voraus gesehen und wurde von den Amerikanern verantwortlich gemacht. Er flüchtete ins Exil nach Kanada. Als er zurückkehrte, lebte sein Volk im Reservat, verarmt und von den Almosen der Weißen abhängig.

Lebenswelt der Indianer

"SITTING BULL und seine Welt" ist eine Erlebnisreise, spannend, informativ und umfangreich Mit Kleidungsstücken von Männern, Frauen und Kindern, Spielzeug, Kunstobjekten, Zeichnungen und Malereien, Musikinstrumenten, Waffen und Werkzeug werden die Lebenswelt der Indianer und ihr erbitterter Kampf um Eigenständigkeit historisch genau illustriert.
Die Ausstellungsräume sind abgedunkelt und effektvoll beleuchtet, einige zum Teil sehr wertvolle Objekte liegen unter Glas.