Ausstellungen
in Bremen
Gerhard-Marcks-Haus

"Rückkehr der Giganten"


Bild 2 Skulpturen von Rainer Fetting, Ausstellung Rückkehr der Giganten, Ausstellung Bremen, Ausstellung, Kultur, Freizeit in Bremen RAINER FETTING

Bis 22. Februar 2009

ÖFFNUNGSZEITEN:
Di - So 10 - 18 Uhr

Bild der Skulptur RORY /2008)

Bild der Skulptur Helmut Schmidt von Rainer Fetting, Rückkehr der Giganten, Bremen, Ausstellung, Kultur, Freizeit in Bremen HELMUT SCHMIDT (2006)
Bronze bemalt

Rainer Fetting
"Rückkehr der Giganten"

Die überlebensgroße Skulptur Willy Brandts (1996/3.40m hoch) - häufig als Hintergrund in Nachrichtensendungen zu sehen - ist die bekannteste Bildhauerarbeit von RAINER FETTING. Eine gelungene Ausstellung seiner expressiven Plastiken ist bis zum 22. Februar 2009 im Gerhard-Marcks-Haus zu sehen.

Neue Wilde

RAINER FETTING, 1949 in Wilhelmshaven geboren, studierte 1972-78 in Berlin und war mit seinen expressiven, in leuchtenden Farben ausgeführten großformatigen Bildern einer der bekanntesten "Neuen Wilden" der späten 70iger und der 80iger Jahre. Als Mitglied dieser jungen provozierenden Malergruppe hatte er 1977 u.a. zusammen mit Helmut Middendorf die bekannte Galerie am Moritzplatz in Berlin gegründet.
Viele Jahre lebte und arbeitete er auch in New York. Seine Hauptthemen sind Männerportraits, Männerakte und Großstadtmotive.

"Man in Bathtub"

Neben der Malerei hatte Rainer Fetting auch schon früh Künstlerfilme gedreht und die Fotografie als künsterisches Medium eingesetzt. Zur Plastik kam er schließlich mehr oder weniger durch Zufall:
Seinen New Yorker Loft durfte er als Atelier, aber nicht als Wohnung nutzen. Vor einer angekündigten Inspektion hatte er noch schnell die verräterische Badewanne abgebaut und die nun frei stehende Wanne zum 'Objekt' gemacht, in die er später einen nackten Mann hinein-modellierte "Man in Bathtub" (1986/76 cm hoch). So entstand seine erste große Bronze-Skulptur, die mit ca. 30 anderen, z. T. farbig bemalten Bronzeplastiken ausgestellt ist.

Dynamische Skulpturen

RAINER FETTING erarbeitet seine Figuren in Ton und Plastilin und läßt sie dann in Bronze gießen. Die Oberflächen der Skulpturen sind nicht geglättet, sondern stark strukturiert, wirken noch unfertig und zeigen gerade dadurch ein starkes Wechselspiel von Licht und Schatten.
Er arbeitet zusätzlich mit neuen Bronzepatinierungen. Die Oberfläche wird chemisch behandelt, woraus sich bei der anschließenden Erhitzung Oberflächenfarben ergeben, die nicht flächig, sondern mehr zufällig und andeutungsweise zu sehen sind.
Die Skulpturen, insbesondere die Männerakte, wirken spontan erarbeitet, offenbaren eine starke Dynamik und Energie und wirken so fast schon wieder filigran.

"Rückkehr der Giganten"

Vincent van Gogh und Paul Gauguin hatte RAINER FETTING schon in den späten 70igern als Maler-Giganten in großformatigen Bildern "Zwei Maler am Meer" gemalt und gewürdigt.
Die neue Figurengruppe "Rückkehr der Giganten" (2008), die hier zum erstenmal ausgestellt wird, bezieht sich wieder auf diese beiden Maler, die einen großen Einfluß auf die moderne Malerei ausgeübt haben. Auch RAINER FETTING knüpft an diese Tradition an und setzt sie fort.

Helmut Schmidt und Willy Brandt

Rainer Fettig hat schon in der Malerei häufiger in Serien gearbeitet und macht dies nun ebenso in seinen Bildhauerarbeiten. Der stets rauchende Helmut Schmidt wird in mehrfacher Variation modelliert, teilweise farbig bemalt. Er ist in seiner typischen Haltung so eindringlich dargestellt, dass man ihn im Bruchteil einer Sekunde wiedererkennt.
Auch Willy Brandt ist so klar herausgearbeitet und auch wiederum so typisch 'Fetting', dass man an die gemalten Politikerportraits von Oskar Kokoschka erinnert wird. Beide, Kokoschka wie Fetting, haben eigenwillige Politiker-Darstellungen geschaffen mit hohem Wiedererkennungswert, den Künstler wie auch das Objekt betreffend.