Ausstellungen
in Bremen
Städtische Galerie
im Buntentor

"Neues Sehen"
Junge Kunst
aus Israel


Bild der Installation von Liat Kuch, Ausstellung Bremen, Ausstellung, Kultur, Freizeit in Bremen LIAT KUCH

Bis 11. Januar 2009
Öffnungszeiten:
Di - Sa 12 - 18 Uhr
So 11 - 18 Uhr

Bild Ausstellung Bremen, Ausstellung, Kultur, Freizeit in Bremen RAVIT MISHLI (2008)
Karton / Mixed Media

Syker Vorwerk

Bis 15. Februar 2009
Öffnungszeiten:
Sa 14 - 18 Uhr
So 11 - 18 Uhr

Ausstellung Bremen, Ausstellung, Kultur, Freizeit in Bremen TALYA RAZ (2006/7)
Öl auf Leinwand

"Neues Sehen"

Junge Kunst aus Israel

Israelische Kunst ist in Deutschland kaum bekannt, es gibt aber eine interessante, vielseitige Kunstszene, die uns nun unter dem Titel "Neues Sehen - Junge Kunst aus Israel" vorgestellt wird. Als "Neues Sehen" erlebt man die Sichtweise der jungen Künstlergeneration auf ihre Umwelt und auf sich selbst - in Malerei, Fotografie und Videoarbeiten, als Skulpturen, Objekte und Installationen.

Dieses Projekt ist entstanden aus der Zusammenarbeit des israelischen Künstlers Liav Mizrahi, der 2005 als Stipendiat in Bremen lebte, und des Bremer Künstlers Norbert Bauer. Sie zeigt Arbeiten von 28 israelischen Künstlern.
Die Ausstellung hat keine thematische Festlegung, die Mehrzahl der KünstlerInnen hat an der Hochschule in Tel Aviv studiert.

Eine ver-rückte Welt

Die außerordentliche Situation in Israel spürt man in vielen der hier ausgestellten Werke. Die "ver-rückte" Welt beginnt schon, bevor man die Ausstellungsräume überhaupt betreten hat. Vor dem Eingang stehen zwei bequeme Bremer Parkbänke, aber zwischen ihnen sind Sandsäcke aufgestapelt, so wie man sie in Kriegsgebieten als Schutzwall benutzt (Installation Liat Kuch) - keine Bänke also zum gemütlichen Verweilen.
Betritt man die Ausstellungsräume, sieht man Stühle, Tische und Schränke, die nicht wie gewohnt auf dem waagerechten Boden stehen, sondern so aufgehängt sind, dass jedes Teil seine eigene, schräge Ebene gefunden hat und so der normale Zusammenhang aufgelöst ist.

Rollenspiele

Auch der mit unzähligen Einschusslöchern übersäte Pick-up (Ravit Mishli, 2008), der uns zunächst erschauern lässt, ist nicht das, was man wohl zuerst vermutet, nämlich ein Mahnmal gegen den Krieg. Nein, beim Näherkommen erweist er sich als Souvenirshop mit lauter kleinen Kopien des großen Pick-ups als kleine "Mitbringsel" zum Hinstellen oder Aufhängen.
Auch die Künstlerin Talya Raz wandelt sich in ihren Selbstbildnissen durch Kostümierungen, mal im Overall, mal in Panties, typisch weiblich dargestellt, dann muskulös männlich, dafür aber im "kleinen Schwarzen" mit Federboa um den Hals .... und sucht offenbar ihre Position, ihre Rolle, ihr Selbstverständnis.

Parallel in Bremen und Syke

Die besondere Situation Israels - Militärpräsenz, Anschläge, Terror - zeigt sich in den meisten Werken der jungen Künstler aus Israel. So zu sehen als Video beim 'unendlichen' Zusammenbau eines Flugzeugmodells aus Plastik (Barak Ravitz) über einer heißen Herdplatte oder in Fotografien (Assaf Evron) ehemaliger Schießstände mit zerfallenden Einschusslöchern.
Als Besucher kommt man an einer Auseinandersetzung mit der politischen Situation Israels nicht vorbei. Das ist das Interessante an dieser kleinen, aber vielseitigen Ausstellung, die (leider) auf zwei verschiedene Standorte - Bremen und Syke - aufgeteilt ist.