Ausstellungen
in Bremen
Wagenfeldhaus

"Max Bill"


Bis 15. März 2009

Am Wall 209
28195 Bremen


Öffnungszeiten:
Di 15 - 21 Uhr
Mi - So 10 - 18 Uhr


Plakat der Ausstellung Max Bill, Bremen, Ausstellung, Kultur, Freizeit in Bremen MAX BILL
"Das absolute Augenmaß"
Film von Erich Schmid
90 Minuten
Bremer Filmkunstkinos


 Max Bill Ausstellung, Bremen, Ausstellung, Kultur, Freizeit in Bremen ULMER HOCKER


"Max Bill"

Aspekte seines Werks - Architektur, Design, Typografie

Am 22. Dezember wäre Max Bill 100 Jahre alt geworden. Der international erfolgreiche Künstler, der ein umfangreiches Werk aus nahezu allen Bereichen bildnerischen und grafischen Gestaltens hinterlassen hat, starb 1994 in Berlin. Seine wegweisende Funktion wieder ins Gedächtnis zu rufen, ist Verdienst der Ausstellung im Wilhelm-Wagenfeld-Haus, ergänzt durch den Dokumentarfilm von Emil Schmid in Bremer Filmkunstkinos.

Form und Schönheit

Er war das wohl letzte Universalgenie des 20. Jahrhunderts: Max Bill arbeitete als Grafiker und Typograph, als Bildhauer und Maler, als Designer, Werbeberater und Bühnenbildner, als Formgeber im besten Sinn des Wortes.
Er ergänzte das Bauhaus-Prinzip "form follows function" durch den Aspekt der Schönheit. Für ihn waren Mathematik und Geometrie Grundprinzipien der künstlerischen Gestaltung: Er wurde Wegbereiter der Moderne.

Klassiker des Designs

Seine Großplastiken (u.a. Centre Pompidou in Paris, Mercedes Benz in Stuttgart, Deutsche Bank in Frankfurt) sind Meisterwerke. Sie beeindrucken in ihrer Harmonie, Leichtigkeit und formvollendeten Schönheit.
Seine Gebrauchsgegenstände sind Klassiker: Junghans-Armbanduhren, die eierförmige Küchenwanduhr, der Ulmer Hocker, verwendbar als Tisch, Hocker oder Regal, Bestecke und Möbel. Diese Objekte sind neben Architekturzeichnungen und -modellen im Wilhelm-Wagenfeld-Haus zu besichtigen.

Kunst im Alltag

Die Ausstellung, vom Gewerbemuseum Winterthur, der Heimatstadt Max Bills, zusammengestellt, zeigt "Aspekte seines Werkes". Angesichts der Fülle seines Schaffens ist das nur ein sehr kleiner Ausschnitt seiner Arbeit als Gründer, Architekt und Rektor der Ulmer Hochschule für Gestaltung, seines Briefwechsels mit Wilhelm Wagenfeld zu Grundfragen von Design und Gestaltung, seiner Plakatentwürfe, Bücher und Alltagsgegenstände.

Das absolute Augenmaß

Max Bills gestalterische Kraft wahr nahezu unerschöpflich. Das macht der Film über diesen großartigen Künstler deutlich, der ihn nicht nur als Multitalent, sondern vor allem als Mensch zeigt. In Gesprächen mit Zeitzeugen, vor allem aber in der Rückschau seiner Weggefährtin und Ehefrau, der Kunsthistorikern Angela Thomas, beleuchtet der Dokumentarfilm von Emil Schmid "Max Bill – das absolute Augenmaß" den Künstler sensibel, kenntnisreich und sehr persönlich. Schmid ist seit 1998 Ehemann von Bills Witwe.

Harmonie und Schönheit

Der Film zeigt Biografisches: Sein strenger Vater steckte ihn in ein Erziehungsheim, er begann eine Lehre als Silberschmied, mit 17 flog er wegen Aufsässigkeit von der Kunsthochschule Zürich. Sein Studium am Bauhaus in Dessau brach er wegen eines Unfalls ab, wegen eines Tumors verlor er 1977 ein Auge.
Er bekam den "Nobelpreis für Künste" (Praemium imperiale) und setzte als Architekt internationale Maßstäbe. Dieser Film beleuchtet auch das imposante bildhauerische Werk Bills, bestimmt von seinem "absoluten Augenmaß" - im eigenen Wohnhaus ebenso wie in der Ulmer Hochschule und in seinen Plastiken aus Granit und Marmor, deren Schönheit in der Harmonie der Reduktion liegt.