Ausstellungen
in Bremen
Gerhard Marcks Haus

"Die hybriden Formen
der modernen Bildhauerkunst"

"against nature"


Bild Nagasaki,   Die hybriden Formen der modernen Bildhauerkunst, Ausstellung Bremen, Ausstellung, Kultur, Freizeit in Bremen
"Nagasaki" (1957)
Shinkischi Tajiri

Bild der Ausstellung, Die hybriden Formen der modernen Bildhauerkunst, Bremen, Ausstellung, Kultur, Freizeit in Bremen

GERHARD MARCKS HAUS
bis 23. November 2008

Öffnungszeiten:
Di-So 10 - 18 Uhr


"Die hybriden Formen der modernen Bildhauerkunst"

"against nature"

Wie natürlich ist die Natur? In unserem Zeitalter der genetischen Manipulationen könnten wir neue Wesen erschaffen, die Kreuzungen unterschiedlicher natürlicher Lebewesen wären. Damit setzt sich heute die Wissenschaft auseinander. Künstler, das zeigt diese Ausstellung, haben sich schon vor langer Zeit mit Mischwesen beschäftigt.

Fabelhaft

Fabelwesen hat der Mensch schon immer entworfen, entweder erzählerisch "fabulierend" oder plastisch wie die altägyptische Sphinx (Löwe/Mensch) oder die griechischen Zentauren (Pferd/Mensch).
Die Ausstellung im Gerhard Marcks Haus widmet sich solchen Mischwesen in der Bildhauerei seit Ende des 19. Jahrhunderts.

"against nature"

Mit zum Teil anderen Exponaten wurde diese Ausstellung zuerst in Leeds und danach in Schevenigen gezeigt. Der ursprüngliche Originaltitel, "against nature", verdeutlicht die Thematik der Ausstellung besser: Es geht um die unnatürliche Darstellung von Lebewesen als Mischwesen oder verzerrte Figuren.
Den Künstlern bot das Gedankengut von Charles Darwin, der 1859 seine Theorie über "Die Entstehung der Arten" veröffentlicht hatte, aber auch die rasante Entwicklung der Technik, neue Ansätze sich mit dem antiken Thema "Metamorphosen" und neuen Verwandlungen des menschlichen Körpers zu beschäftigen.

Hybride Formen

Die hybriden, vermischten Wesen der Ausstellung sind Verbindungen aus Mensch und Tier, Pflanze oder Technik. Die traditionelle Figürlichkeit hatten die Maler des Surrealismus und der Abstraktion schon verlassen, die Bildhauer lösten sich erst durch solche hybriden Mischwesen von der anatomischen Form, die sie veränderten, verzerrten oder ganz neu "komponierten".
Die Ausstellung zeigt etwa 35 Werke verschiedener Künstler, u.a. Hans Arp, Max Ernst, Umberto Boccioni oder Emile-Antoine Bourdelle.

Skurrile Mutationen zum (Nach-)Denken

Ausgestellt sind Monster wie Bourdelle's "Sterbender Kentaur" (1914), aus dem sich ein Mensch herauszuwinden scheint, filigrane Figuren wie der federleicht wirkende "Engel" (1903) mit großen Flügeln von Thomas Theodor Heine, surrealistisch skurrile wie die Spargelmutation "Mondspargel" (1935) von Max Ernst, oder bedrückende Figuren wie der Torso "Nagasaki" (1957) von Shinkishi Tajiri zur Erinnerung an die Atombombe von 1944.
Insgesamt eine gelungene Ausstellung die gefällt und zum (Nach-)Denken anregt.