Ausstellungen
in Bremen
Kunsthalle

"Christina Kubisch
Stromzeichnungen"



bis 30. November 2008

Öffnungszeiten:
Di 10 - 21 Uhr
Mi - So 10 - 17 Uhr


"Christina Kubisch -Stromzeichnungen"

Arbeiten 1973 – 2008

Zwischen Kunst und Musik, Klang und Musik bewegt sich Christina Kubisch. Sie lässt uns Bremen ganz neu erfahren, indem wir nicht die gewohnten Geräusche um uns herum aufnehmen, sondern sie die elektromagnetischen Felder für uns hörbar macht, die uns umschwirren.

Klangkunst

Die 1948 in Bremen geborene Künstlerin ist nicht nur eine ausgebildete Musikerin und Komponistin, die sich mit elektronischer Musik beschäftigt, sondern sie hat auch Elektronik studiert.
Sie gehört zu den ersten deutschen Künstlern, die Klang und Licht verbunden und raumbezogene und elektromagnetische Klangkunst geschaffen haben.

Electrical Walk durch Bremen

So wie wir mit Infrarot-Ferngläsern nachts sehen können, öffnet uns Christina Kubisch mit speziellen Kopfhörern (in der Kunsthalle auszuleihen) die Ohren für eine andere Welt der Geräusche. Mit diesen Kopfhörern können wir einen "Electrical Walk" durch das elektromagnetische Bremen machen.
Verlassen wir das Museum, dann hören wir die Stromleitungen der Straßenbahn vor dem Museum, hören die Ampeln und die WLAN-Netze oder werden von den Detektoren in der Ein-/Ausgangschleuse der Stadtbibliothek (unüber-)hörbar lautstark genervt. Bremen akustisch - einmal ganz anders, das bleibt im Ohr!

Das Atmen des Meeres

Aber auch in der Ausstellung selbst wird Kunst hörbar:
Die Klanginstallation "Il respiro del mare", zuerst 1981 realisiert, besteht aus einem Raum, in dem rote und blaue Kabeln an der Wand verlegt sind. Mit zwei Hörwürfeln in den Händen geht man an dieser Wand entlang.
Dabei hört man je nach Anordnung der Kabel das stärker oder schwächer werdende Rauschen und "Atmen". Es sind zum Teil überraschende Effekte.

Provokative Fotos

Neben diesen akustischen Installationen sind in der Ausstellung auch Fotos und Videos zu früheren Arbeiten zu sehen, aus einer Zeit als man noch stärker gesellschaftlich provozieren wollte: Fotos eines Musikers, der mit der Flöte ein Kondom aufbläst, oder eines Vibrators, der die Saiten eines Cellos zum Klingen bringt.

Stromzeichnungen

Ein weiteres Thema (und Titel der Ausstellung) sind ihre Stromzeichnungen. Christina Kubisch hat Skizzen, Pläne und Zeichnungen mit detaillierten Angaben zu ihren Licht- und Klanginstallationen gefertigt, vorbereitend für den Aufbau oder nacharbeitend, um die zeitlich begrenzten Performances festzuhalten.

Electrical Walk international

Als beeindruckend wird man aber vor allem unsere auf neue Art hörbar gemachte Um-Welt in Erinnerung behalten. Ständig sind wir von Wellen und Schwingungen umgeben, von denen wir zwar schon viel gelesen, die wir aber noch nie selbst so eindrucksvoll gehört haben, verblüffend, aber auch beängstigend.
Es verwundert daher nicht, dass man ihren "Electrical Walk" auch durch die elektromagnetischen Innenstädte Berlin, London, Riga, New York, Mexiko City u.a. machen kann.