Bremer
Geschichtenhaus


Bremer Geschichtenhaus, Freizeit Bremen
Fass mit Fisch und doppeltem Boden

Wüstestätte 10
28195 Bremen
Schnoor
Tel: 0421 - 33 626 50

Öffnungszeiten:
Täglich 11 - 18 Uhr Letzte Führung
um 17 Uhr


"Bremer Geschichtenhaus"

Im Bremer Geschichtenhaus wird man empfangen von rot berockten Stadtsoldaten und erst mal überprüft: Freund oder Feind? Bremer oder Niedersachse? Schließlich ist die Freie Hansestadt umgürtet von niedersächsischen Gemeinden, die als Speckgürtel absahnen, was Bremen gern behalten würde: Steuern von denen, die im Umland wohnen, aber in Bremen ihr Geld verdienen.

Linzer Diplom

Dann wird es historisch, wir besuchen Mitte des 17. Jahrhunderts einen Böttcher, einen Fassmacher also, der angeblich 100.000 Reichstaler in einem Fass mit doppelten Boden nach Linz schmuggelte, den besitzergreifenden Schweden damit ein Schnippchen schlug und von Kaiser Ferdinand III. das Linzer Diplom für Bremen als Freie Reichsstadt erhielt.
Auf dem vergnüglichen Spaziergang durch die Bremische Geschichte geht es zum Dom, in dessen Turm der Blitz eingeschlagen hat, dann warnen die historisch originalgetreu kostümierten Wegbegleiter vor dem Pesthaus und erklären an Bord einer echten Fleute, warum Matrosen sich lieber nicht gewaschen haben und Frauen an Bord nicht geduldet wurden.

Prüttkaffee zum Verkosten

Ein Stockwerk höher werden die Besucher mit Bremischer Handelsgeschichte des 20. Jahrhunderts vertraut gemacht. Im Kontor liegt Baumwolle in Säcken und Regalen, in der altmodischen Kaffeestube werden die frischen Bohnen sortiert und in der Rösthexe geröstet. Möglichst ohne Stinker, das sind schlechte Bohnen, die den heiß aufgebrühten Prüttkaffee verderben würden.

Loses Mundwerk

Auf dem Marktplatz erwartet uns neben Körben mit Obst und Gemüse die vorlaute Fisch-Lucie, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Neben Flundern verkauft sie auch Bremer Babbeler, Himbeerbonbons und Mäusebutter. Die bietet Gesche Gottfried auch gern persönlich an, aber Vorsicht! Die Giftmörderin fackelt nicht lange.

Bremer Originale

Heini Holtenbeen (Holzbein), der draußen "Hinter der Holzpforte" als Bronzeplastik zu bewundern ist, stiefelt hier mit Stock und Hut ganz leibhaftig herum, Zigarre im Mund, Schnaps in der Tasche und dumme Sprüche auf der Zunge. Zu einem lebendigen Museum gehören eben immer auch Originale: Heini war ein Schnorrer und berühmt dafür, dass er den Kaufleuten in der Mittagszeit am Eingang zur Börse die halb gerauchten Zigarren abnahm. Dort war das Rauchen verboten.

Projekt für Arbeitslose

Geschichte zum Anfassen und Nachfragen in einem besonderen Projekt: Die Darsteller sind Langzeitarbeitslose. Sie lernen in diesem Beschäftigungsprogramm die Grundlagen der Schauspielerei, ehe sie in die Rollen historischer Personen schlüpfen und Bremer Stadtgeschichte spielen und erzählen. Ziel des Trägervereins "bras e.V. - Arbeiten für Bremen" ist nicht nur,
"den Arbeitslosen unmittelbar eine Beschäftigung zu geben. Das Schauspiel soll gleichzeitig ihr Selbstvertrauen stärken und sie an ein geregeltes Erwerbsleben heranführen - wichtige Voraussetzungen, um in der Arbeitswelt erneut Fuß zu fassen."
Die Rechnung geht auf: Seit Gründung des Projekts vor zwei Jahren hat jeder Vierte der „arbeitslosen Schauspieler“ einen neuen Job gefunden.

"Ort der Ideen"

Im Januar 2008 gab es für das eigenwillige Projekt im mittelalterlichen St. Jacobus Packhaus im „Schnoor“ die Auszeichnung "Ort der Ideen" in der bundesweiten Initiative "Deutschland - Land der Ideen".