Ausstellungen
in Bremen
Neues Museum
Weserburg

"Helmut Newton -
Fotografien"


Bild von Helmut Newton, Naomi Campell, Ausstellung Bremen Wesermuseum Bremen, Ausstellung, Kultur, Freizeit in Bremen

Neues Museum
Weserburg Bremen
verlängert bis
bis 1.Feb.2009

Öffnungszeiten:
Di 10 - 21 Uhr
Mi - So 10 - 18 Uhr

"Helmut Newton - Fotografien"

Er war ein hoffnungslos fauler Schüler, klagte sein Vater, der Knopffabrikant Neustädter und warf ihm vor, er habe nur Mädchen und Fotos im Kopf. Recht hatte er, und dabei blieb es dann auch. Helmut Newton wurde ein Fotograf der Mode und der Frauen.

Bis heute umstritten

Helmut Newton ist und bleibt ein umstrittener Künstler, dem vorgeworfen wird, seine Arbeit sei nichts anderes als Sexismus und Pornografie, er sehe die Frau nur als Objekt, gefesselt und Opfer männlicher Fantasien, er habe einen falschen Prototyp von Schönheit mit befördert, der junge Mädchen und Frauen zu Magersucht und Schönheitsoperationen treibe.

Feministischer Anspruch

Er selbst sagte: "Ich bin Feminist". Dieses Zitat ist auch in der großen Newton-Ausstellung im Neuen Museum Weserburg zu lesen und wirkt wie eine ironisch-amüsante Erwiderung auf die Anfeindungen und Beschimpfungen, die seine Fotografien bis heute zum Gegenstand heftiger Kritik machen.

Selbstbewusste Frauen

Dabei könnte man angesichts der Fotos aus der Reihe seiner "Big Nudes" auch sagen: Da liegt der Mann der Frau zu Füßen. Und sie blickt ihn alles andere als hilflos an, ganz im Gegenteil: Newtons Frauen sind stark, aggressiv und zugleich kühl, herausfordernd, fast spöttisch im Blick auf den Betrachter. In jedem Falle selbstbewusst, erotisch und schön.
Dieses Bild der Frau ist neu in den 50er und 60er Jahren und entspricht ganz und gar nicht den niedlichen Puppen, die großformatig im Playboy abgelichtet wurden.

Inszenierung der Frau

Die Privatsammlung in der Weserburg zeigt künstlerische Inszenierungen, die wie Filmszenen wirken, schwarz-weiß, kühl und sinnlich. Macht und Ohnmacht, Sex und Sinnlichkeit stehen im Mittelpunkt. In den Bildern spiegelt sich der Kampf der Geschlechter ebenso wie das Sexualobjekt Frau. Nur wäre es engstirnig, würde man Newtons Arbeit darauf reduzieren.

Zauberlehrling

"Er hat auf seine Art die erotische Fantasie unserer Zeit verändert oder auf jeden Fall stark beeinflusst ... Er ist eine Art Zauberlehrling des Bildes der Frau unseres Jahrhunderts" sagte Karl Lagerfeld über Helmut Newton.
Dem stellte Alice Schwarzer entgegen: "Wir leben in einer Zeit in der die Macht des Bildes zunimmt. Gerade Frauen können ein Lied davon singen. Gerade sie sind tausendfach fixiert .... als Hure oder Heilige, als Körper ohne Kopf, als Objekt, das benutzt oder zerstört werden kann - ganz nach Lust und Laune des Betrachters".

Geschichten von Männern und Frauen

Nackte oder halb entblößte Frauen, mit Stilettos, dem Freud'schen Symbol für Phallus an den Füßen, die Zigarette in der Hand oder ein Glas, als "Venus im Pelz" wie Charlotte Rampling, lang ausgestreckt mit mürrischem Blick wie Naomi Campbell, als Kindfrau in offenen Männerstiefeln, als Original neben einer Schaufensterpuppe oder im Polaroid- Fotoroman zur Schau gestellt.
Newtons Fotos lassen dennoch nicht nur die Frauen verachtende Interpretation zu. Sie erzählen Geschichten von Männern und Frauen. Aber darauf muss sich die BetrachterIn einlassen (wollen).