"Weil wir Mädchen sind"


Weil wir Mädchen sind, Ausstellung Bremen Hafenmuseum Speicher XI, Ausstellung Kultur Freizeit in Bremen
Hafenmuseum
Speicher XI
Bremen, Überseestadt
2.5.bis 10.9.2008

Tel.: 0421 - 303 8279

Öffnungszeiten:
Di - So 11 - 18 Uhr
Schulklassen
auf Anfrage

Weil wir Mädchen sind, Ausstellung Bremen Hafenmuseum Speicher XI, Ausstellung Kultur Freizeit in Bremen

Plan International Deutschland e.V.
Bramfelder Sraße 70
22305 Hamburg


"Weil wir Mädchen sind"

Mädchenwelten in Afrika, Asien und Lateinamerika

Weil wir Mädchen sind ....
... müssen wir Wasser schleppen, Essen kochen und Feuer machen,
... können wir nicht spielen oder zur Schule gehen,
... werden wir sexuell missbraucht und geschlagen.

Keine heilen Mädchenwelten

Mädchenwelten in Afrika, Asien und Lateinamerika sind alles andere als heil und geborgen. Von ihrem freudlosen und harten Alltag erzählen Djenebou aus der Sahelzone in Afrika, Asha aus Indien und Yoselin aus Peru. Die Ausstellung des Kinderhilfswerks "Plan international" im Hafenmuseum Speicher XI in Bremen wird ergänzt durch eine Fotoausstellung mit Beiträgen 10-18jähriger Bremer Mädchen.

Traum und Wirklichkeit

Der Kontrast könnte nicht größer sein, denn was in Bremen selbstverständlich ist, gehört in Asien, Lateinamerika oder Afrika zu den Träumen und Sehnsüchten zehn- bis fünfzehnjähriger Mädchen: Knuddeln, Spaß und Shoppen, Schule, Spielen, ausreichend zu essen und ein Zuhause.

Kampf um die Existenz

Während sich die Dramen deutscher Mädchen darum drehen, wie man sich möglichst dünn hungert, um Spitzenmodel zu werden, dreht sich der Alltag der drei Mädchen, die stellvertretend von ihrem Leben erzählen, um die nackte Existenz. Die ist hart, freudlos und entbehrungsreich. Auf dem Stundenplan stehen: Feuer machen, Essen kochen, Wasser vom Brunnen holen, Kuhfladen sammeln und Hirse stampfen. Schularbeiten, Musikunterricht oder Sport sind Fremdwörter.

"Nur" ein Mädchen

Schlimmer noch: Die Ausstellung erzählt auf bedrückende und eindringliche Weise, was Mädchen in Indien oder Afrika tagtäglich erleben, weil sie "nur" Mädchen sind: Schläge, Hunger und Angst vor brutalen Vätern und Brüdern, vor rostigen Rasierklingen und schartigen Blechdosendeckeln der Beschneiderinnen, vor Eltern, die sie schon als Sechsjährige an oft wesentlich ältere Männer verheiraten.

Fremdes sinnlich erleben

Es ist eine Erlebnisausstellung, die sich vor allem an Mädchen und ihre Eltern richtet und viele Möglichkeiten bietet, die fremden Welten sinnlich erfahrbar zu machen. Die drei Mädchen aus Afrika, Indien und Peru erzählen von sich und ihrem Leben. Man kann symbolisch Geschenke für sie aussuchen, ihre kargen Wohnhäuser besuchen und versuchen sich vorzustellen, wie das ist, wenn die Eltern einen Mann aussuchen.

Ohne Mitgift kein Mann

Der darf nicht zu teuer sein, denn die Mitgift einer armen Familie fällt dürftig aus. Ein Bauer, der ein bisschen Land besitzt, kostet in einem indischen Dorf immerhin schon 60 000 Rupien, umgerechnet 1200 Euro. Ein blinder Mann, der eine sehende Frau sucht, kostet vergleichsweise wenig Mitgift, nur 5000 Rupien.

Fakten und Zahlen

Tatoos malen, vielen Geschichten zuhören, mit eigenen Möbeln eine afrikanische Rundhütte "einrichten", Hirse stampfen, Wassereimer auf dem Kopf balancieren, das Wiedergeburtsrad drehen - die Ausstellung lebt von sinnlicher Erfahrung, vom Mitmachen und Be-greifen im Sinne des Wortes. Sie lebt aber auch von wichtigen Informationen, schockierenden Fakten und Zahlen, die in den Medien nur selten auftauchen. Hier werden sie mit aller Vorsicht und Sensibilität spielerisch vermittelt.

Pate bei "Plan international"

Am Ende dieser beeindruckenden Ausstellung dürfen kleine oder große Besucherinnen Kommentare hinterlassen und sich am PC über das Leben von Kindern informieren, die vielleicht auf eine Patenschaft warten: 25 Euro im Monat ermöglichen ihnen eine bessere Zukunft.